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Der Krisenchat wird ein halbes Jahr alt

Jugendschutzstelle zieht Bilanz

Aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Lockdown im Winter/Frühjahr 2021 wurde der Krisenchat für Kinder und Jugendliche der Stadt Regensburg geschaffen.
Viele Familien erlebten in dieser Zeit außergewöhnliche Belastungssituationen, waren Ängsten und Unsicherheiten ausgesetzt, die in Familien oft zu Konflikten führten.

Die Kontaktbeschränkungen erschwerten es dem Jugendamt, Kindern, Jugendlichen und Familien entsprechende Hilfeleistungen zukommen zu lassen. Konsequent hat das Jugendamt bereits im Winter letzten Jahres reagiert und eine Krisennummer eingerichtet, über die Kinder und Jugendliche mittels der beliebten Messenger-App WhatsApp Kontakt mit dem Fachpersonal des Jugendamts aufnehmen können, um sich über Beratungsleistungen und Hilfeangebote in persönlichen und familiären Krisen zu informieren und gegebenenfalls in Anspruch zu nehmen.

Die Jugendschutzstelle der Stadt Regensburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Angebot zu schaffen und zu betreuen.
Der „Krisenchat“ soll den jungen Menschen eine zusätzliche Möglichkeit bieten, sich selbstständig und niederschwellig in Krisensituationen um Hilfe und Unterstützung zu kümmern. Die Jugendschutzfachkräfte versuchen nach dem Erstkontakt, zusammen mit den Beteiligten die unterschiedlichsten und individuellen Problemsituationen zu klären. Wenn es der Fall erfordert, werden die Kinder und Jugendlichen beim weiteren Vorgehen unterstützt und gegebenenfalls in Obhut genommen.

„Kommen Jugendliche oder Kinder, beispielsweise wegen Streitereien, zuhause nicht mehr zurecht oder haben sogar Angst nach Hause zu gehen, können sie sich bei uns im Krisenchat melden“, berichtet Luise Wax von der Jugendschutzstelle. „Die Möglichkeit über einen Chat Kontakt aufzunehmen ist oft einfacher, als uns direkt anzurufen oder eine E-Mail zu schreiben. Wir sehen das Ganze als Chance, Kindern und Jugendlichen Beistand und Schutz auf einem digitalen Weg anzubieten, den sie bestens kennen.“

Ein halbes Jahr später zeigt sich, dass der Schritt in die digitale Welt äußerst wichtig und sinnvoll für die Kontaktaufnahme mit notleidenden Kindern und Jugendlichen war.
Seit Einführung des Krisenchats wurden bereits Nachrichten im zweistelligen Bereich entgegengenommen.
Bei den zahlreichen Beratungskontakten konnten bisher auch Krisen festgestellt werden, die letztendlich nach Klärung der Situation und Aufklärung über etwaige Angebote des Amtes für Jugend und Familie zur Inobhutnahme einer hilfesuchenden Person geführt haben. In vielen Fällen war bereits eine digitale Beratung oder Weitervermittlung an entsprechende Fachstellen eine große Hilfe für die Kinder und Jugendlichen. Die Rückmeldungen der kontaktsuchenden Kinder und Jugendlichen sind durchwegs positiv und das Angebot wird offensichtlich dankbar angenommen.

„Aus den positiven Rückmeldungen zeigt sich, dass die Jugendschutzstelle genau zur richtigen Zeit das richtige Angebot geschaffen hat. In Zeiten von Corona und auch darüber hinaus ist die digitale Anbindung des Jugendschutzes an Kinder und Jugendliche nicht mehr wegzudenken. Aus diesem Grund soll der Krisenchat auch über den beendeten Lockdown hinaus weiterbestehen und Hilfesuchenden zur Verfügung stehen“, ist sich Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein sicher.

Der WhatsApp-Krisenchat mit der Mobilnummer 0151-12988244 ist am Montag, Mittwoch und Donnerstag in der Zeit von 9 bis 17 Uhr erreichbar, dienstags von 12 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 14 Uhr. Nachrichten, die außerhalb dieser Zeiten ankommen, werden zum nächstmöglichen Zeitpunkt beantwortet.
Die Telefon-Notrufnummer 507-4760 der Jugendschutzstelle ist wie gewohnt Tag und Nacht zu jedem Zeitpunkt erreichbar.