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Ein Zentraldepot für Stadt und Diözese Regensburg

Zwei Künstler gestalten die Fassade

Im April 2021 traf sich die 15-köpfige Jury zur Entscheidung im Auswahlverfahren zur Fassadengestaltung des gemeinsamen Depot- und Archivgebäudes in Burgweinting. Auslober des Verfahrens sind die Stadt Regensburg und die Diözese Regensburg. Dabei wurde folgende Leitidee vorgegeben: „Die künstlerische Gestaltung der Fassade soll, der Bedeutung und Größe des Gebäudes angemessen, integraler Bestandteil der Gebäudeplanung sein. Da die Süd- und Teile der Westfassade, bei über den Prüller Weg ankommenden Besuchern, besonders in Erscheinung treten, sollte sich die künstlerische Bearbeitung auf diese Fassadenteile beschränken. Gewünscht wird eine Betonung der öffentlichen Zentralbereiche der beiden Nutzer (Stadt Regensburg und Diözese Regensburg).“

14 Künstler/innen stellten sich der herausfordernden Aufgabe, die 180 Meter lange, 12 Meter hohe und mit gekantetem Lochblech verkleidete Fassade, künstlerisch zu gestalten. Die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler setzten sich auf unterschiedliche Weise mit der Aufgabenstellung auseinander und lieferten dazu Entwürfe von hoher Qualität und Vielfalt. Gefordert war ein künstlerischer Beitrag zur Fassadengestaltung, der entweder über eine grafische Bearbeitung der Fassadenelemente oder durch eine Applikation auf die Fassadenfläche realisiert werden soll. Die eingereichten Arbeiten wurden von der Jury, die aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Regensburg und der Diözese Regensburg zusammengesetzt und vom Künstler Ludwig Bäuml geleitet wurde, in drei Wertungsrundgängen intensiv diskutiert und bewertet.

Am Ende empfahl die Jury den Auslobern die Arbeit der Künstlerin Susanna Lutzenberger und des Künstlers Bernhard Lutzenberger zur Ausführung.

Die Arbeit bringt das Thema „Schützen und Bewahren“ zum Ausdruck. Die Jury hielt dazu folgende Beurteilung fest: „Das Motiv der zwei Hände ist von seiner bildlichen, künstlerischen Qualität und Symbolik äußerst überzeugend. Die Strichführung der Linienzeichnung zeugt von einem hohen künstlerischen Ausdruck, großer Dynamik und ist gleichzeitig sehr zeitgenössisch. Der Gestus umfasst die Gesamtfassade und hat seinen Beginn auf der Westseite. Sowohl in der Fern- wie Nahwirkung ist das Kunstwerk erfahrbar. Das Werk hat neben dem großen raumgreifenden umfassenden Gestus eine große Ästhetik und einen großen künstlerischen Ausdruck. Die beiden Handbewegungen lassen vielfältige überwiegend positive Assoziationen zu. Dies wird zusätzlich durch die Farbgebung der Nieten, welche die Lineatur der Zeichnung auf der Fassade erzeugen, verstärkt. Als Bilderfahrung im Gesamteindruck birgt es zudem ein sehr positives Grundgefühl: Ruhe und Dynamik - Bergendes und Gebendes – Zusammenwirken und Raum lassen. Diese Arbeit überzeugt durch ihre große künstlerische Kraft, die gleichzeitig äußert differenziert sensibel wie schlicht ihre dynamische Kraft entfaltet und überzeugend mit dem vorgegebenen Material arbeitet. In der handwerklichen Ausführung des Motivs wird der menschliche Aspekt der Arbeit noch verdeutlicht.“

Alle eingereichten Arbeiten können unter https://www.regensburg.de/kunstwettbewerb-zentraldepot eingesehen werden.