Navigation und Service

Hohes Infektionsrisiko für Geflügelpest in ganz Bayern

Aufstallung des Geflügels im Stadtgebiet wird angeordnet

Bayernweit wurde der Erreger der Geflügelpest (hochpathogenes aviäres Influenzavirus) bislang bei insgesamt 23 Wildvögeln und drei Hausgeflügelbeständen nachgewiesen (Stand 3. März 2021). Unter anderem in den Landkreisen Straubing-Bogen und Cham wurden tote Wildvögel aufgefunden, die positiv auf das Virus getestet wurden. Es muss davon ausgegangen werden, dass der Erreger der Geflügelpest derzeit in der (Wasser-)Vogel-Population in weiten Teilen Bayerns vorkommt. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sieht das Infektionsrisiko in Bezug auf ganz Bayern derzeit als hoch an und befürchtet weitere Ausbrüche bei Wildvögeln und Hausgeflügel.

Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten im Stadtgebiet mit den großen Flüssen Regen und Donau, aber auch mit kleineren Gewässern im Stadtsüden (z. B. Aubach und Islinger Mühlbach) besteht auch in der Stadt Regensburg das große Risiko, dass die Tierseuche durch infizierte Wildvögel in die Nutzgeflügelbestände (z. B. Haltungen von Hühnern, Wachteln, Enten und Gänsen) eingetragen wird.
Die effektivste Maßnahme zum vorbeugenden Schutz der Nutzgeflügelbestände ist, neben einer erhöhten Betriebshygiene, die Aufstallung von Nutzgeflügel zur Verhinderung des Kontaktes mit Wildvögeln.

Aufstallungsanordnung für Nutzgeflügel
Aufgrund des sehr dynamischen Seuchengeschehens muss nun für alle privaten und gewerblichen Geflügelhalter im Stadtgebiet die Aufstallung ihrer Vögel angeordnet werden. Hierunter fallen Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse, die in Gefangenschaft aufgezogen oder gehalten werden. Die Aufstallung hat in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung (Schutzvorrichtung) bestehen muss, zu erfolgen. Außerdem müssen alle Geflügelhalter ergänzende Aufzeichnung über die Anzahl der täglich verendeten Tiere und die Anzahl der gelegten Eier führen.

Die diesbezügliche Allgemeinverfügung für das Stadtgebiet Regensburg wurde im Amtsblatt Nr. 9a vom 5. März 2021 veröffentlicht und kann unter www.regensburg.de/leben/gesundheit/tierseuchenbekaempfung eingesehen werden.

Bereits Anfang Februar 2021 wurden daher auch für Kleinsthaltungen erhöhte Biosicherheitsmaßnahmen angeordnet. Diese Allgemeinverfügung vom 1. Februar 2021 gilt weiterhin.

Übertragung auf Menschen nicht ausgeschlossen
Bei hochpathogenen (stark krankmachenden) aviären Influenzaviren besteht immer die Möglichkeit einer Änderung der Eigenschaften, u. a. auch des Wirtsspektrums. Zudem können bei einer hohen Viruslast, wie sie in betroffenen Geflügelhaltungen zu erwarten ist, sporadische Übertragungen auf Menschen nicht ausgeschlossen werden.

Kontakt zu kranken oder verendeten Wildvögeln meiden und Fundort melden
Wer einen kranken oder verendeten Wildvogel (v. a. Wassergeflügel, Greifvögel und Eulen) findet, sollte einen direkten Kontakt unbedingt vermeiden und stattdessen unter Angabe des Fundorts und wenn möglich der Vogelart zeitnah die Veterinärabteilung des Umweltamtes (Telefon 507-3319; E-Mail veterinaeramt.stadtregensburg@regensburg.de) informieren.

Außerhalb der Dienstzeiten nimmt die integrierte Leitstelle der Berufsfeuerwehr die Meldungen entgegen.

Verdacht unverzüglich melden
Geflügelhalter, bei denen der Verdacht auf Ausbruch der Tierseuche im eigenen Bestand besteht (z. B. bei Einbruch der Legeleistung, erhöhte Sterblichkeit im Bestand), sind gesetzlich dazu verpflichtet, den Verdacht unverzüglich bei der zuständigen Veterinärbehörde (für das Stadtgebiet Regensburg das Umweltamt) anzuzeigen.

Weitere Informationen sind auf u. a. der Homepage des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (www.lgl.bayern.de/tiergesundheit/) zu finden. Außerdem steht die Veterinärabteilung des Umweltamtes für Fragen zur Verfügung.

Geflügelhaltung ist meldepflichtig
Abschließend wird drauf hingewiesen, dass Halter von Geflügel (z. B. Hühner, Wachteln, Enten, Puten, Gänse) die Haltung vor Beginn bei der Veterinärbehörde anzeigen müssen. Sollte eine derartige Anzeige versäumt worden sein, ist diese unverzüglich nachzuholen.

Kontakt zum Umweltamt der Stadt Regensburg
Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz
Telefon: 507-3319
E-Mail: veterinaeramt.stadtregensburg@regensburg.de
Fax: 507-4319