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Jüdisches Neujahrsfest Rosch ha-Shana

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zum Beginn des Jüdischen Neujahrsfestes Rosch ha-Shana

Gertrud Maltz-Schwarzfischer M.A. - 2018
Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer M.A. © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Liebe Regensburgerinnen und Regensburger jüdischen Glaubens,

zum Neujahrsfest Rosch ha-Shana grüße ich Sie recht herzlich und wünsche Ihnen, Ihren Familien und Freunden in Regensburg, Deutschland, Israel und der ganzen Welt gesegnete und erfüllte Feiertage! Mit dem Neujahrsfest begehen Sie das Hochfest der Erschaffung der Welt. Nach jüdischer Tradition erinnert Rosch ha-Shana an den sechsten Tag der Schöpfung, an dem Gott vor 5780 Jahren den Menschen geschaffen hat. Ebenso ruft der Tag die Gläubigen dazu auf, sich auf den Bund zwischen Gott und den Menschen zu besinnen und die eigenen moralischen Pflichten in den Blick zu nehmen.

Rosch ha-Shana bietet als Fest der Erinnerung, als Fest des Austausches, der Begegnung und des Miteinanders Anlass auf die vergangenen Monate zurückzublicken. Unter den zahlreichen Veranstaltungen und Festlichkeiten der aktiven Regensburger Kehiláh gilt es in diesem Jahr besonders die Eröffnung Ihrer neuen Synagoge am Brixener Hof hervorzuheben. An dem Standort befand sich bereits seit 1912 eine Synagoge, die dann jedoch in der Reichskristallnacht im Jahr 1938 von Nationalsozialisten geplündert und abgebrannt wurde. Nach drei Jahren Bauzeit wurde mit dem neuerrichteten Sakralbau samt angrenzendem Gemeindezentrum an historischer Stelle ein neuer Ort der Versöhnung und friedlichen Begegnung geschaffen.

Die Wahl des 27. Februars 2019 als Datum der feierlichen Einweihung war dabei nicht zufällig. Im selben Monat ereigneten sich vor 500 Jahren die Zerstörung der mittelalterlichen Synagoge am Neupfarrplatz und die Vertreibung der Regensburger Juden aus ihrem neben dem Gotteshaus gelegenen Stadtviertel. Angesichts unserer Vergangenheit erfordert Versöhnung stets gegenseitiges Vertrauen und Verstehen. Hass und Diskriminierung, Antisemitismus und Rassismus dürfen in unserer Stadtgesellschaft keinen Raum finden. Dafür gilt es mit Engagement und Entschlossenheit einzustehen. Zum Gedenken an die Auslöschung der jüdischen Gemeinde des Mittelalters im Jahr 1519 widmet das Kulturreferat mit dem Jahresthema „Stadt und Gesellschaft“ dem jüdischen Regensburg einen Schwerpunkt. Zahlreiche Vorträge und Ausstellung laden dazu ein, sich über die wechselvolle, rund tausendjährige Geschichte der jüdischen Gemeinde zu informieren und das jüdische Leben in Regensburg kennenzulernen.

Die jüdische Gemeinde in Regensburg ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum und zählt derzeit rund 1000 Mitglieder. Jüdischer Glaube und jüdische Lebensart sind seit Jahrhunderten Teil unserer Kultur und nehmen einen wichtigen Platz in unserem kommunalen Gemeinwesen ein. Mit dem Neubau der Synagoge wurde nun im Zentrum der Altstadt erneut ein sichtbares Zeichen geschaffen. Die jüdische Gemeinde steht inmitten der Gesellschaft und engagiert sich vorbildlich im sozialen und kulturellen Bereich. Dafür möchte ich ihr ein herzliches Dankeschön aussprechen: Ihr Engagement stärkt den Zusammenhalt unserer Stadt.

Möge Ihnen allen ein gesegnetes, erfolgreiches und vor allem friedvolles neues Jahr bevorstehen!
,Shana Towa‘.

 

 

 

 

Ihre Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer