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Umweltpreis 2022

Rede von Bürgermeister Ludwig Artinger anlässlich der Verleihung des Umweltpreises am Donnerstag, 13. Oktober 2022, um 16 Uhr im Historischen Reichssaal

- es gilt das gesprochene Wort - 

Anrede,

Herzlich willkommen zur heutigen Verleihung des Umweltpreises.

Sie werden sicher verstehen, dass mir dieser Termin als Umweltbürgermeister ganz besonders am Herzen liegt.

Zuletzt durfte ich an dieser Stelle zur Vergabe des Umweltpreises vor zwei Jahren begrüßen. Natürlich stand damals bei meinem Grußwort das Thema Corona im Mittelpunkt. 

Die Corona Pandemie hatte damals Themen wie Klimawandel und Klimaschutz überlagert und weitgehend in den Hintergrund gedrängt.

Schon damals und auch lange zuvor haben uns schmelzende Eisberge und Gletscher, sowie Waldbrände, zuletzt auch die Flutkatastrophe im Sommer letzten Jahres im Ahrtal in Deutschland, gezeigt, dass der Klimawandel nicht nur ein Horrorszenario von Pessimisten, sondern eine reale Gefahr für uns alle ist, gegen die vorzugehen das Gebot der Stunde ist.

Auch in Regensburg ist natürlich der Klimawandel längst angekommen, was uns die langanhaltende Hitzeperiode und Trockenheit im Sommer diesen Jahres noch einmal deutlich vor Augen geführt hat.

Und zuletzt hat uns das Kriegsgeschehen in der Ukraine gezeigt, wie verletzlich wir alle wegen unserer Abhängigkeit vor allem vom russischen Gas sind und wir deshalb auf erneuerbare Energien so schnell als nur irgend möglich umsteuern müssen.

In Regensburg haben wir uns mit Beschlüssen im Stadtrat vom Juli letzten Jahres ehrgeizige Klimaziele gesetzt: bis 2030 wollen wir die CO2 Emissionen um 65 % gegenüber 1990 reduzieren; die Stadtverwaltung soll bis 2030, die Gesamtstadt und die städtischen Töchter bis 2035 klimaneutral werden.

Dafür werden sämtliche städtischen Gebäude bei Neubauten und Generalsanierungen grundsätzlich mit Photovoltaik ausgestattet, auch eine Dach-/oder Fassadenbegrünung ist gegebenenfalls vorzusehen.

Die bereits vorhandenen städtischen Gebäude werden derzeit auf ihre Eignung für Photovoltaik untersucht und im Erfolgsfall mit solchen Anlagen ausgestattet.

Ab Januar nächsten Jahres soll ein städtisches Programm Inkrafttreten, dass auch für Private und im gewerblichen Bereich eine Förderung von Photovoltaikanlagen vorsieht.

Im Bereich der Mobilität wird unsere gesamte Busflotte auf Elektroantriebe umgestellt; zur Förderung des Radverkehrs werden immer mehr Fahrradstraßen ausgewiesen und für die Gesamtstadt ein Hauptradroutennetz erarbeitet. Auch die Stadtbahn wird eine wichtige Rolle bei der Stärkung des Umweltverbundes spielen.

Beim Thema Wärme haben wir zuletzt einen Energienutzungsplan für Regensburg Südost in Auftrag gegeben, der untersuchen soll, wie die dortigen Industrie-und Gewerbebetriebe mit erneuerbarer Energie versorgt werden können. Für den Bereich der Altstadt wird derzeit ein Wärmekonzept erarbeitet und auch untersucht, ob das Donauwasser zur Energiegewinnung genutzt werden kann.

Aber natürlich werden wir den Kampf gegen den Klimawandel nur dann erfolgreich bestehen können, wenn alle mitmachen, weil die Stadt selbst nur mit etwa einem Prozent am Gesamtenergieverbrauch beteiligt ist.

  • 51 % werden von Gewerbe, Dienstleistung, Handel und Industrie,
  • 32 % von Privaten und
  • 16 % von Sonstigen verbraucht.

Umso mehr freut es mich, dass wir heute wieder einige Auszeichnungen und Anerkennungen für vorbildliches umwelt- und klimafreundliches Verhalten verleihen dürfen.

Bevor wir aber zu diesem feierlichen Teil übergehen, dürfen wir einer weiteren Interpretation des Duos „Finally“ lauschen – diesmal mit dem Song „Perfect“ von Fairground Attraction.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich möchte Sie nun gar nicht länger auf die Folter spannen. Daher kommen wir jetzt direkt zur Verleihung der diesjährigen Umweltpreise, auf den sich in diesem Jahr insgesamt drei Einrichtungen freuen dürfen.

In der Kategorie „Initiativen“ möchte ich den Umweltpreis 2022 an das katholische Stadtpfarramt Herz Marien verleihen.

Das Katholische Stadtpfarramt Herz Marien mit Herrn Pfarrer Heinrich Börner hat sich als erste und einzige Pfarrei einer EMAS-Zertifizierung, auch bekannt als EU-Öko-Audit, unterzogen. Es wird ein Umweltmanagementsystem aufgebaut um einen langfristigen Verbesserungsprozess einzuleiten. Erreicht wurde bereits jetzt ein Umstieg auf BioGas, Naturstrom, ein Einkauf unter ökologischen Gesichtspunkten sowie ein Verzicht auf Streusalz. Die Vorbildfunktion für die Gemeinde und die Diözese ist groß.

Herr Pfarrer Börner, ich darf Sie bitten zu mir zu kommen und den Preis entgegen zu nehmen.

(Überreichung Preis)

Der Umweltpreis in der Kategorie „Schulen“ geht an das Albrecht Altdorfer Gymnasium. Das Albrecht Altdorfer Gymnasium hat mit den Lehrern Fr. Süß und Herrn Dr. Kellermeier engagierte Vorbilder, die den Jugendlichen mit Projekten und einem P-Seminar den Umweltschutz in seiner gesamten Breite durch eigenes Agieren vermitteln. Es wurden genetische Zuchtversuche mit Erbsen und Kürbis vorgenommen, Eco-Camping auf den Zahn gefühlt, die Fahrrad-Freundlichkeit der Stadt Regensburg getestet und die Einwegkunststoffverbotsverordnung zur Reduzierung des Plastikmülls nähert betrachtet.

Ich darf an dieser Stelle Frau Süß sowie Herrn Dr. Kellermeier bitten, in Vertretung für die gesamte Schule zu mir nach vorne zu kommen und sich den verdienten Umweltpreis abzuholen.

(Überreichung Preis)

 Zu guter Letzt freue ich mich außerdem, dass in der Kategorie „Firmen“ das Unternehmen Franz Anton Niedermayr mit dem Umweltpreis 2022 geehrt wird.

 Die Grafische Kunstanstalt engagiert sich bereits seit 2006 für Themen des Umweltschutzes. Seit 2015 ist ein Umweltmanagement System eingeführt, seit 2020 auch EMAS zertifiziert. Ganzheitlich wird der Energieeinsatz bei der Produktion, klimarelevante Komponenten, Wassereinsatz, Verpackung und Recyclingfähigkeit der Produkte evaluiert. Besonders hervorzuheben ist ein regionales Ausgleichsprojekt wobei CO2 durch regenerative Landwirtschaft gebunden wird. Hierbei steht der Humusaufbau im Vordergrund. Darüber hinaus engagiert sich die Firma bei ZeroWaste Regensburg und ist Mitglied im Green Deal und Green Tech Cluster der Stadt Regensburg.

 Zur Entgegennahme des Preises bitte ich Herrn Johannes Helmberger zu mir nach vorne.

(Überreichung Preis)

Herzlichen Glückwunsch allen Preisträgern.

Bevor wir nun gleich zu den Anerkennungsurkunden übergehen, legen wir nochmal eine kurze musikalische Pause ein. Freuen Sie sich nun auf die nächste Musikeinlage „Englishman in New York“, hier stammt das Original von Sting.

Weiter geht’s mit der Überreichung der insgesamt sechs Anerkennungsurkunden.

Als erstes in der Kategorie „Schulen“ darf ich der Grundschule Kreuzschule im Alten Stadion in Form einer Anerkennungsurkunde gratulieren.

Fr. Andrea Lottner-Kapriolat hat sich mit einer 2. Klasse mit einem ganzheitlichen Schulgartenprojekt beworben. Die Kinder lernen von den Blüten bis zur Verarbeitung der Früchte alle wichtigen Schritte in einem ökologischen Kreislauf kennen. Neben den Kindern wurden auch die Eltern miteingebunden. An Stelle von Frau Lottner-Kapriolat darf ich Herrn Thomas Reder zur Überreichung der Urkunde zu mir bitten.

(Überreichung Urkunde)

In der Kategorie „Initiativen“ gratuliere ich dem Naturkundemuseum Ostbayern, Fr. Dr. Christine Schmidt, und dem Landesbund für Vogelschutz Regensburg. Hr. Tom Aumer. Sie haben sich mit dem Biodiversitätsprojekt „Nachtaktiv – Fledermäuse in Regensburg“ beworben. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern der Stadt wurden über Bat-detectoren die Rufe der Fledermäuse im Stadtgebiet erfasst. 250 Beteiligte an rund 150 Standorten haben zu einer sehr umfassenden Fledermauskartierung beigetragen. 15 verschiedenen Fledermausarten konnten im Stadtgebiet gefunden werden.

Ich möchte sowohl Frau Dr. Schmidt als auch Herrn Tom Aumer zu mir nach vorne bitten.

(Überreichung Urkunde)

Als weiteren Vertreter in der Kategorie „Initiativen“ darf ich den Männer- und Burschenverein Brandlberg beglückwünschen.

Der Burschenverein pflegt seit Jahren die Grünanlage bei der Marienkapelle am Brandlberg, räumt Abfälle im Naturschutzgebiet weg und verteilt Hundekotbeutel. Er zeigt im Ortsteil Bürgerschaftliches Engagement.

Zur Entgegennahme der Urkunde bitte ich Herrn Gerhard Pangerl zu mir.

(Überreichung Urkunde)

Nun dürfen sich noch drei Unternehmen in der Kategorie „Firmen“ über eine Urkundenauszeichnung freuen.

Die Firma Feine Räder GmbH setzt ein umfassendes Angebot zur E-Bike-Mobilität um. E-Lastenrad, E-Bike-Sharing, solare Ladesäule, Lieferdienste, Werkstatt mit Ökostrom, Zusammenarbeit mit der Bahn und Abfallreduzierung. Darüber hinaus wird die Fahrrad-Kultur über soziale Medien verbreitet. Ich möchte Herrn Ulrich Schmack heute die Urkunde überreichen.

(Überreichung Urkunde)

Eine weitere Urkunde geht an die Brauerei Bischofshof. Das Projekt ist gemeinsam mit der Kreuzschule im alten Stadion und der REWAG entstanden. An der Energiezentrale (REWAG) wurde ein Bienenlehrpfad und Bienenstöcke etabliert. Darüber hinaus hat die Brauerei in allen Abteilungen einen Abfallbeauftragten, der die Mitarbeiter schult und Bewusstsein schafft. Die Brauerei ist engagiert bei ZeroWaste Regensburg.

Hierfür bitte ich Frau Susanne Horn zu mir.

(Überreichung Urkunde)

Sie werden nun gespannt sein, wer heute die letzte Anerkennungsurkunde erhält.

Ich freue mich besonders, das Theater Regensburg ehren zu dürfen. Der kaufmännische Vorstand bewirbt sich um den Umweltpreis mit einer Berechnung der Treibhausemissionen für den Betrieb. Betrachtet wird die Spielzeit 2018/19 und dabei der Fuhrpark, Gas, Wärme, Wasser, Abwasser, Abfall, Druckerzeugnisse, Kältemittel. Die Theaterkarte beinhaltet ein RVV-Ticket. Diese Ersterfassung ist ein Einstieg zu einem nachhaltigen Theaterbetrieb.

Herr Dr. Matthias Schloderer, bitte kommen Sie zu mir nach vorne.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich gratuliere an dieser Stelle nochmals allen Preisträgerinnen und Preisträgern sowie den jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die gemeinsam mit Ihnen den von Ihnen vorgegeben bzw. angeregten Weg beschreiten!

Außerdem bedanke ich mich bei ihnen allen – persönlich und im Namen der Stadt– für Ihren unermüdlichen und kreativen Einsatz. Mit Ihrem Engagement für die Umwelt, die Natur und das Klima in Regensburg machen Sie deutlich, das gelebter Umweltschutz sehr wohl machbar und mit wirtschaftlichem Handeln vereinbar ist.

Ich freue mich aber, wenn wir noch gemeinsam zwei abschließenden Liedern lauschen und diesen feierlichen Anlass entspannt ausklingen lassen.

Im Anschluss daran bitte ich alle Preisträgerinnen und Preisträger zum gemeinsamen Foto an die Treppe.

Anschließend sehen wir uns beim Stehempfang wieder.

Vielen Dank Ihnen für Ihr Kommen und für Ihr Engagement.

Haben Sie noch einen schönen Abend und passen Sie auf sich auf.