Navigation und Service

Verleihung der Ehrenbürgerwürde

- Es gilt das gesprochene Wort -

Ansprache von Oberbürgermeister a. D. Hans Schaidinger anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde am 15. November 2014 im Reichssaal des Alten Rathauses

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, verehrte festliche Versammlung!

Wenn ich heute auf mehr als 35 Jahre Berufsleben zurückschaue, empfinde ich vor allem Freude darüber, dass ich die meiste Zeit davon dieser wunderbaren Stadt dienen konnte; die Hälfte davon durfte ich – mit dem Vertrauen einer Mehrheit der Wählerinnen und Wähler – versuchen, dem Auftrag und den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden, Regensburgs Chancen und Möglichkeiten zu mehren und so die Stadt in eine gute Zukunft zu führen. Ich habe mein Bestes gegeben, und ich denke, dass wir gemeinsam viel erreicht haben.

Dass ich einmal mit der mir heute verliehenen Würde eines Ehrenbürgers unserer Stadt ausgezeichnet würde, hätte ich mir in den letzten 18 Jahren nicht einmal erträumt. Umso mehr sage ich aus vollem Herzen Danke dafür.

Zunächst Ihnen, Herr Oberbürgermeister, für den Vorschlag dieser Auszeichnung gegenüber dem Stadtrat und natürlich auch für die Laudatio, mit der Sie meine Amtszeit und meine Arbeit für diese Stadt beschrieben haben.

Dann dem Stadtrat; ich habe viele Stadtratsentscheidungen erlebt und habe mich daher nicht nur über diese Auszeichnung an sich, sondern gerade auch über den einstimmigen Beschluss sehr gefreut.

Besonders möchte ich nochmals allen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen Unterstützern und Freunden unserer Stadt in Nah und Fern herzlich danken; alle zusammen dürfen wir mit berechtigtem Stolz sagen: Regensburg steht sehr gut da!

Das biblische Wort: „Suchet der Stadt Bestes!“ habe ich immer als grundlegenden Auftrag verstanden; der Maßstab für diese Arbeit ist das Wohl Aller - nicht nur derjenigen - die ihre Interessen in einer Debatte am deutlichsten artikulieren. Dafür findet man nicht überall Verständnis.

Und wenn ich die wirtschaftliche Prosperität in dieser Stadt und die wirtschaftlichen Erfolge für die Stadt in meinen politischen Überlegungen und in meiner praktischen Politik immer obenan gestellt habe – eine Überzeugung, die ich meinem Studium und damit der Universität Regensburg verdanke – habe ich letztlich immer zwei für mich ganz grundlegende Aspekte von Kommunalpolitik verfolgt:

  • Menschen müssen Arbeit haben und dafür muss sich unsere Wirtschaft auch morgen und übermorgen in einem weltweiten Wettbewerb behaupten können, und
  • nur auf dieser Basis waren und sind wir in der Lage, mehr als andere Städte in Kultur, in Baukultur, in Innovation, in Bildung und Erziehung und in Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger zu investieren.

Regensburg hat mit dieser Strategie Erfolg gehabt. Die Anerkennung dafür muss man sich erarbeiten, Neid bekommt man geschenkt.

Grundlage für diesen Weg, den Regensburg gegangen ist, ist letztlich eine Errungenschaft, die es so nur in Deutschland gibt und die wir letztlich genauso schätzen und würdigen sollten, wie wir uns derzeit über andere Errungenschaften in unserem Land zu Recht freuen: Die verfassungsrechtliche Garantie der kommunalen Selbstverwaltung. Sie ist letztlich die Triebfeder für zwar manchmal anstrengendes, aber lohnendes lokales Handeln, vor allem über die unmittelbare Daseinsfürsorge hinaus.

Es macht große Freude, nach dem Ende der eigenen Amtszeit in der Zeitung zu lesen, wie sehr heute Entscheidungen, die nicht einfach durchzusetzen waren, heute nicht nur allgemein akzeptiert, sondern manchmal sogar euphorisch gefeiert werden. Vom Marinaquartier über das Haus der Musik bis zu innovativen Umweltstandards. Solche Lektüre wünsche ich mir noch oft!

Natürlich freue ich mich auch über die heutige Ehrung, für die ich noch einmal herzlich danke. Sie ist schon deswegen besonders schön, weil man sie als Lebender bekommt und damit im Gegensatz zu einer Straßenbenennung noch etwas davon hat.
Es macht auch Freude, zu sehen, dass die Nachfolger aus dem Vollen schöpfen können. Ich wünsche unserer Stadt, dem Oberbürgermeister und dem Stadtrat, dass das noch möglichst lange so bleiben wird.

Denn zu den kommunalpolitischen Gegebenheiten in einer Stadt gehört immer wieder auch das Gestalten in Zeiten, die Martina Navratilova einmal so beschrieben hat: „Es kommt nicht darauf an, wie gut du bist, wenn alles gut läuft; es kommt darauf an, wie gut du bist, wenn es nicht gut läuft!“

Ich wünsche dieser Stadt, dass es noch sehr lange gut läuft!