Fairtrade trifft Design (11/2025)

Gutes Gewissen und guter Geschmack müssen einander nicht ausschließen.

Dass Schokolade in den letzten Monaten einen rasanten Preisanstieg erlebt hat, stellen wir alle bei unseren Einkäufen im Supermarkt fest. Kakao-Produkte werden allein aufgrund der geografischen Lage von Kakaoanbaugebieten entlang des Äquators im Zuge des Klimawandels immer teurer. Und wenn dann auch noch Aspekte wie die faire Entlohnung von Plantagenbauern hinzukommt, treibt es den Schokoladen-Preis entsprechend in die Höhe.

Wie kann man also die Kunden dazu motivieren, teure Fairtade-Schokolade zu kaufen, um einen Beitrag zu einem gerechteren Welthandel zu leisten? Diese Frage haben wir Lehrer uns aus der Abteilung Einzelhandel gestellt und mit den Azubis diskutiert.

Und die Antwort auf die Frage lautet: indem das Ambiente entsprechend aufgehübscht und angehoben wird. Wenn die Räumlichkeiten und die Produktpräsentation aufgewertet werden, dann erfährt auch das Produkt selbst eine Wertsteigerung.

Aus diesem Grund sind wir in diesem Jahr das Thema „Fair Trade“ intensiv angegangen und haben die neue, noch sehr trostlose Kaffeeküche des neuen Schulgebäudes einem Makeover unterzogen.

Die Schokolade wird künftig an einem selbst designten Warenträger präsentiert, der Kakao erlebbar macht. Getrocknete Kakaofrüchte und -bohnen dienen nicht nur der Dekoration, sondern können auch angefasst und beschnuppert werden. Mit Hilfe von Fotos wird die Anbausituation auf den Plantagen vor Ort erklärt und erläutert. Hinzu kommen die vielen heilenden und positiven Aspekte der Kakaofrucht selbst, die dem Betrachter vor Augen geführt werden. Nicht umsonst gilt Kakao bekanntlich als Superfood.

Damit der neue Warenträger seine Wirkung entfalten kann, galt es als nächsten Schritt, den „Verkaufsraum“ in Szene zu setzen. Die Wände wurden mit Moos- und Holzpaneelen bestückt. Eine beschreibbare Wand wurde mit Hilfe von Tafelfolie geschaffen und kreativ gestaltet. Formschöne Barhocker laden zum Verweilen ein. Absolutes Highlight ist ein Raumtrenner, den wir bei einer Geschäftsaufgabe eines Möbelhauses günstig ergattern konnten: einen mannshohen Bambuswald, der für die entsprechende thematische Abrundung sorgt.

Es wurde Zeit, dass unsere Fairtrade-Produkte endlich einen gebührenden und wertigen Rahmen in unserer Schule erhalten haben. Vielen Dank an unsere kreativen Azubis aus dem Einzelhandel für all ihre Ideen und Inspirationen. Und ein herzliches Dankeschön an alle mithelfenden Kolleginnen und Kollegen für die Umsetzung.

 

Edda Schleef, Andreas Bierl, Corinna Mößbauer, Florian Schäffer, Tobias Hien, Thomas Roidl

Karma Küche nachher © BSZMR
Karma Küche vorher © BSZMR