Richtfest für Energiezentrale und PrinzLeoInfoBase
Meilenstein für das klimaneutrale Innovationsquartier
Mit dem Richtfest der Energiezentrale und der PrinzLeoInfoBase erreicht das Innovationsquartier auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne einen weiteren bedeutenden Baufortschritt. Der Rohbau ist abgeschlossen – das erste zentrale Gebäude des neuen Quartiers wächst sichtbar in die Höhe.
„Mit dem heutigen Tag feiern wir einen wichtigen Meilenstein: Der Rohbau ist abgeschlossen – und damit nimmt das erste Bauwerk dieses neuen Quartiers deutlich Gestalt an“, betonte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer beim Richtfest.
Vom Kasernenareal zum Zukunftsquartier
Das Areal der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne wurde bis 2009 militärisch genutzt. 2019 fasste der Stadtrat den Beschluss, hier ein Innovationsquartier für grünes, soziales und innovatives Leben und Arbeiten zu entwickeln. „Was über Jahrzehnte militärisch genutzt wurde, wandelt sich nun zu einem modernen, grünen und innovativen Quartier. Ein echtes Zukunftsprojekt für Regensburg“, so die Oberbürgermeisterin. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Energie: Die Stadt Regensburg plant, errichtet und betreibt hier eine solarbasierte und CO₂-neutrale Wärmeversorgung.
Energiezentrale als technisches Herzstück
Die Energiezentrale übernimmt eine Schlüsselrolle in der Versorgung des Quartiers. Das Energiekonzept kombiniert Umweltwärme aus Geothermie, Luft und künftig auch Abwasser mit Photovoltaik. Im ersten Entwicklungsabschnitt werden unter den Gebäuden der Baufelder MU2 und MU8, dem Mobility Hub SO2 und der Grundschule insgesamt 240 Erdsonden in rund 70 Metern Tiefe installiert. Ergänzend wird Außenluft als Wärmequelle genutzt – selbst bei Temperaturen bis etwa minus 20 Grad Celsius. Die dafür notwendigen Luftwärmepumpen befinden sich auf dem Dach der Energiezentrale und sind durch eine Attika von unten nicht sichtbar. In einem weiteren Entwicklungsabschnitt wird zudem Wärme aus dem Kanalhauptsammler im Planungsgebiet gewonnen. Großflächige Photovoltaikanlagen auf den Dächern sowie PV-Module an der Fassade des Mobility Hubs erzeugen den benötigten Betriebsstrom
Intelligentes LowEx-Nahwärmesystem
Die Wärmepumpen heben die gewonnene Umweltwärme auf ein Nahwärmetemperaturniveau von 40 Grad Celsius an. Für die Warmwasserversorgung wird die Temperatur in den Gebäuden mittels Booster-Wärmepumpen auf 65 Grad Celsius erhöht. Versorgt werden unter anderem die Wohnungen des ersten Bauabschnitts der Stadtbau-GmbH sowie die geplante 5-zügige Grundschule mit Hort und Doppel- bzw. Dreifachsporthalle. Auch die E-Ladesäulen im Mobility Hub werden in das Energiekonzept integriert. Überschüssige Energie wird in Batterie- und Warmwasserspeichern zwischengespeichert oder ins öffentliche Netz eingespeist. Perspektivisch ist die Einbindung einer regionalen Wasserstofferzeugungsanlage als Langzeitspeicher vorgesehen. Für seltene Phasen einer sogenannten Dunkelflaute sorgt ein Blockheizkraftwerk mit Biogas für Versorgungssicherheit. „Unser Ziel ist klar definiert: ein vollständig CO₂-neutrales Quartier – versorgt mit 100 Prozent erneuerbarer Energie“, erklärte die Oberbürgermeisterin.
PrinzLeoInfoBase: Ort für Information und Dialog
Direkt angrenzend entsteht die PrinzLeoInfoBase – ein witterungsunabhängiges Schulungszentrum für Bewohnerinnen und Bewohner. Sie vermittelt anschaulich die Funktionsweise erneuerbarer Energieerzeugung und dient zugleich als Raum für Bildung, Dialog und Öffentlichkeitsarbeit. Das Erdgeschoss ist barrierefrei gestaltet – mit Sanitärraum, Behindertenstellplatz und Hörschleifen. Dach- und Fassadenflächen werden – soweit technisch möglich – begrünt.
Investition in die Zukunft
Die Gesamtkosten für Energiezentrale und PrinzLeoInfoBase liegen bei rund 21 Millionen Euro (exklusive Photovoltaikanlagen). Gefördert wird das Projekt im Rahmen der „Bundesförderung für effiziente Wärmenetze“ durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit 40 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Auch Mittel der Städtebauförderung fließen ein. Mit dem Richtfest wird ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einem klimaneutralen Modellquartier mit überregionaler Strahlkraft sichtbar.




