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Berliner Ensemble Radiks gastiert im BSZ (1/2017)

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„Fake oder War doch nur Spaß“ - Theateraufführung am 16.01.2017

Die mobile Theaterproduktion Radiks sorgte zu Beginn des neuen Kalenderjahres im BSZ für Unterhaltung der besonderen Art. Schüler der Ausbildungsberufe für Büromanagement und Industriekaufleute kamen in den Genuss, sich von einem jungen, spritzigen Theater aus Berlin in den Bann ziehen zu lassen. Das Klischee, Theater sei antiquiert und verstaubt, wurde an diesem Vormittag eindrucksvoll im umgebauten Konferenzraum aus dem Weg geräumt.
Das Theaterstück setzte sich auf Augenhöhe der Jugendlichen mit den Themen Cybermobbing und Datenmissbrauch im Internet auseinander. Der Autor Karl Koch hatte dafür mehrere Jahre an Schulen recherchiert. Entstanden ist ein Stück, das sehr vielschichtig agiert und neben Datenmissbrauch auch die Themen Illusion, virtuell geschaffene Wirklichkeit und Scheinfreundschaften behandelt.
Die beiden Akteure Romana Schneider und Tim Engemann schlüpften während ihrer Vorstellung in unterschiedliche Rollen, die man ihnen jederzeit abnahm. In Gestik, Gebaren und Wortwahl traf Herr Engemann als Andi genau den Typ des 18-jährigen Draufgängers und Verführers, der die Welt als seine Spielwiese und Menschen als Spielzeug betrachtet. Auch Frau Schneider brillierte in der Rolle der Lea. Die Schüler waren sichtlich betroffen, dass eine so gut aussehende, junge und toughe Frau mit einer tollen Gesangsstimme (starke Rap-Einlage!) plötzlich verbal und medial von der Öffentlichkeit attackiert wird. Man konnte ihre Empfindungen förmlich mitspüren. Wie sich Freude und Euphorie nach und nach verwandeln. In Enttäuschung. In Wut. In Trauer. Bis hin zur totalen Verzweiflung.
Dass es sich bei Mobbing-Aktionen dieser Art um Straftaten handelt, wurde im Anschluss an das Stück geschildert. Herr Engemann und Frau Schneider standen in einer abschließenden Diskussionsrunde den Schülern Rede und Antwort.
Auch unsere schulinterne Sozialpädagogin, Frau Judith Maier nutzte die Gelegenheit, um sich den Schülern vorzustellen und darauf hinzuweisen, dass die Kontaktaufnahme zu ihr immer diskret erfolge und sie unter Schweigepflicht stünde. Frau Maier machte eindringlich klar: Wer Mobbing mitbekommt und meldet, der ist keine Petze. Sondern ganz im Gegenteil: der zeigt Schneid und Zivilcourage!

Organisation und Projektverantwortung: OStR Edda Schleef
Teilnehmende Klassen: BÜBM 10A, BÜBM 10H, IBIK 10A, IBIK 11B