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Stadtrat vergibt Kulturpreis, drei Kulturförderpreise und den Universitätspreis

Der Regensburger Stadtrat hat in seiner Sitzung am 24. Mai 2017 den diesjährigen Kulturpreis, drei Kulturförderpreise und den Universitätspreis vergeben.

Mit dem Kulturpreis wird der Fotograf Michael Bry für sein Lebenswerk geehrt. Die Kulturförderpreise 2017 erhalten die Kostümbildnerin Annkathrin Selthofer, das ATELIER KUNST INKLUSIV sowie der Jazzgitarrist Andreas Dombert. Mit dem Universitätspreis 2017 wird Robin Puchert für seine Masterarbeit zum Thema „Energietransferphänomene zwischen Silber-Nanopartikeln und Materialien aus reduzierten Dimensionen“ ausgezeichnet. Die Preise werden im Juli bei einem Festakt in der Minoritenkirche ausgehändigt. 

Kulturpreis für Michael Bry – Kosmopolit mit Blick für das Besondere

Den mit 10 000 Euro dotierten Kulturpreis 2017 der Stadt Regensburg erhält der Regensburger Michael Bry. Der Fotograf wurde 1924 in Breslau geboren. Im Alter von 13 Jahren floh er mit seiner Familie vor dem Nationalsozialismus nach Chile. Dort besuchte er später die Kunstakademie Bellas Artes in Santiago. Die USA, Mexiko, Spanien und Portugal sind wichtige Stationen seines Lebens und künstlerischen Wirkens. Er zeigte seine Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen und gab vielbeachtete Fotobücher heraus.

Seit mehr als zehn Jahren lebt Michael Bry in Deutschland. In Regensburg fand er seinen Lebens- und Schaffensmittelpunkt und gilt seit über einem Jahrzehnt als wichtiges Element der örtlichen Künstlerszene. 2005 war eine große Werkschau von Michael Bry in der Ostdeutschen Galerie zu sehen. Das gesamte Negativarchiv des Künstlers wurde in die Sammlung des Museums aufgenommen. Seine Arbeiten wurden zudem im Diözesanmuseum, im DEZ, in der REWAG, im KunstvereinGRAZ, in der Regierung der Oberpfalz, in diversen Galerien sowie – zuletzt in diesem Jahr – in der Stadtbücherei gezeigt. Mit seinen heute 93 Jahren hat Michael Bry ein herausragendes Lebenswerk geschaffen. Er hat das kulturelle Leben der Stadt Regensburg durch sein künstlerisches Wirken, seine dokumentarische Arbeit und seine kluge Beobachtungsgabe maßgeblich bereichert.

Die Kulturförderpreisträger

Annkathrin Selthofer

Annkathrin Selthofer ist seit 2012 als freiberufliche Gewandmeisterin, Kostümbildnerin und Dozentin für Kostümgeschichte tätig. Stets aufs Neue entwirft und entwickelt sie mit Leidenschaft Kostümbilder und Designkonzepte für Bühne und Film sowie Kostüme und Kostümteile für Events, Modenschauen und Fotoshootings. Dabei schöpft sie aus ihrer umfangreichen Erfahrung, die sie auf nationalem und internationalem Parkett sammelte – durch ihre Engagements als Herrenschneiderin und Gewandmeisterin am Schauspielhaus Bochum, am Theater Hagen, an der Sydney Opera, dem Royal Opera House in London sowie als Kostümdirektorin am Theater Regensburg. Seit vielen Jahren bereichert Annkathrin Selthofer durch ihre auf internationaler Ebene geschärfte Kompetenz, ihre künstlerische Arbeit und ihre vielbeachteten Inszenierungen das Kulturleben der Stadt. 

ATELIER KUNST INKLUSIV

Das Projekt ATELIER KUNST INKLUSIV wurde als ein herausragendes künstlerisches Projekt für Menschen mit und ohne Behinderung ausgezeichnet. Das Projekt wurde im Jahr 2013 von der Katholischen Jugendfürsorge ins Leben gerufen. Menschen mit und ohne Behinderung sollen dabei einen Ort für ihr künstlerisches Schaffen finden, ihre künstlerischen Fähigkeiten entdecken und zum Ausdruck bringen können. Zahlreiche Ausstellungen, Aktionen und Programme wurden seit Beginn des Projekts umgesetzt.

Ganz bewusst wird das Atelier unter der Leitung von Renate Höning im Künstlerhaus Andreasstadel inmitten vieler weiterer Künstlerateliers des Förderhauses betrieben. Durch die Präsenz im Rahmen von gemeinsamen Ausstellungstätigkeiten sowie die kooperative Teilnahme an Kunstmessen, bei internationalen Symposien, durch den aktiven Austausch mit der Künstlerschaft im Andreasstadel und den Künstlerkollegen sowie den Galeristen der Stadt, wird eine ideale und produktive Atmosphäre geschaffen. Das ATELIER KUNST INKLUSIV trägt durch sein Wirken maßgeblich zur Förderung des Inklusionsgedankens bei und untermauert das erweiterte und offenere Kunst- und Kulturverständnis der Stadt Regensburg. 

Andreas Dombert

Seit über zwei Jahrzehnten ist Andreas Dombert in unterschiedlichen Musikrichtungen und Formationen als Gitarrist des zeitgenössischen Jazz tätig. Domberts musikalischer Weg begann mit dem Klavier, mit 18 Jahren nimmt er professionellen Gitarrenunterricht. Von 2000 bis 2004 studierte Andreas Dombert Jazzgitarre an der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg bei den bekannten Gitarristen Helmut Kagerer und Paulo Morello. Sein Hauptfach Jazz-Gitarre bestand er mit Auszeichnung. Mit Helmut Kagerer ging er noch während seines Studiums auf Tour und spielte eine CD ein, zudem war er Mitglied im Bundesjugendjazzorchester unter Peter Herbolzheimer.

Andreas Dombert konzertierte mit Weltstars der gegenwärtigen Jazz-Szene, er hat sich als Musiker mit seinem Spiel und seinen Kompositionen auch international einen Namen gemacht. Zahlreiche Lehraufträge und Dozententätigkeiten untermauern die Professionalität und pädagogische Bandbreite seiner Arbeit.

Die drei Kulturförderpreise sind mit jeweils 2500 Euro dotiert.

 

Universitätspreis für Robin Puchert:

Die Geheimnisse der Quantenkryptographie     

Den mit 1000 Euro dotierten Universitätspreis 2017 erhält Robin Puchert für seine im Oktober 2017 verfasste Masterarbeit zum Thema „Energietransferphänomene zwischen Silber-Nanopartikeln und Materialien aus reduzierten Dimensionen“. Puchert beschäftigte sich im Rahmen seiner Masterarbeit an der Naturwissenschaftlichen Fakultät II / Experimentelle und Angewandte Physik der Universität Regensburg mit einem neuartigen Konzept, das erstmalig die Herstellung von LEDs ermöglicht, die gezielt einzelne Lichtquanten auf einmal abstrahlen. Prof. Dr. John Lupton bezeichnete das Konzept in seiner Würdigung als „eine spektakuläre Vereinfachung in der Herstellung von LEDs“ mit großem Anwendungspotential.

Robin Puchert konnte mit den Ergebnissen seiner Masterarbeit einen wesentlichen standortrelevanten Beitrag zur fortschreitenden Entwicklung der Region Regensburg zu einem internationalen Zentrum der Licht- und Informationstechnologie leisten. Diese ausgezeichnete wissenschaftliche Leistung würdigt die Stadt mit dem Universitätspreis 2017.