Michaela Lautenschlager

Porträt der Künstlerin Michaela Lautenschlager © Nikoe Fotografie
  • Programm: CreArt
  • Aufenthalt in: Aveiro (Portugal)
  • Zeitraum: November 2024

Michaela Lautenschlager (*1988) schloss nach ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin ein Studium in Kommunikationsdesign (BA) und Informationsdesign (MA) in Würzburg ab. 2020 erhielt sie eine Gold-Auszeichnung des IIID Awards. 2022 wurde ihr das Prof. Dr. Julius Neumüller Stipendium verliehen. Sie ist Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler*innen Niederbayern/Oberpfalz.

In ihren meist kinetischen Installationen gilt ihr Interesse vorrangig dem Erlebbarmachen von komplexen Zusammenhängen, Naturphänomenen und Datensätzen. Durch Transformation von Informationen in eindrückliche, künstlerisch abstrahierte Erlebnisse, findet sie Zugang zu Themenstellungen. Was Michaelas Arbeiten eint, ist die Suche nach einer Repräsentation von Unsichtbarem. Die Mittel sind vielfältig, zwischen Grafik und raumfüllender Installation; die Werke sind jedoch immer von einem stark digital geprägten Prozess bestimmt.
Dabei entstehen neue Perspektiven und greifbare Übersetzungen. Sei es direkt, wie die übergroße Darstellung mikroskopisch kleiner Schmetterlingsflügelschüppchen oder indirekt durch das Sichtbarmachen verborgener Analyse-Prozesse eines KI-Modells.

Ein Jahr nach ihrem Aufenthalt in Aveiro zeigt Michaela beim Prisma Festival 2025 ihre Arbeit "Tiles of Time". Sie erforscht die Harmonie zwischen Vergänglichkeit und Erneuerung. Die Fliesen, als Erinnerungsträger der Stadt, bewahren Spuren verblassender Schönheit — verwittert, rissig, und doch erhalten. Haikus hallen durch das Werk, erklären die Fragilität zum Wert und verankern die Betrachtenden in flüchtigen Momenten. Durch den Einsatz von Augmented Reality als zeitgenössische künstlerische Restaurierungstechnik wird das Digitale zu einer Form von Kintsugi: Risse werden gefüllt mit Neuinterpretationen aus gesammelten Daten. Das Werk feiert den Zerfall ebenso wie die Transformation, indem es alte Oberflächen mit leisen futuristischen Gesten überlagert.