Olesia Saienko
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Kulturamt Stadt Regensburg- Programm: CreArt 3.0
- Ukraine
- Zeitraum: Mai 2024
- Residence-Partner: Paul Dittmann
Die Arbeiten der ukrainischen Fotografin und visuellen Künstlerin Olesia Saienko (*1995 in Luzk) untersuchen die Schnittstelle zwischen persönlicher Geschichte und kollektiver Erinnerung. Basierend auf Archivmaterialien und familiären Erzählungen thematisiert ihre Kunst die Traumata des sowjetischen Regimes und dessen anhaltende Auswirkungen auf die heutige Generation. Saienko absolvierte ihr Psychologiestudium an der National University of Culture and Arts in Kiew. Danach spezialisierte sie sich auf Fotografie und stellte ihre Arbeiten sowohl in der Ukraine als auch international aus. Ihre Praxis befasst sich mit Themen wie historische Auslöschung, generationelle Erinnerung und der Widerstandsfähigkeit kultureller Identität.
Saienkos fotografischer Ansatz kombiniert oft Archivbilder mit modernen Porträts und schafft so fesselnde visuelle Erzählungen, die Vergangenheit und Gegenwart verbinden. Durch Techniken wie das Überlagern von Archivfotos mit durchscheinendem Papier symbolisiert sie die verblassende, aber dennoch anhaltende Präsenz historischer Erinnerungen in der heutigen Welt.
Während ihres Aufenthaltes in Regensburg präsentierte Saienko die Ausstellung On the Repressed in der Galerie "neunkubikmeter". Diese beleuchtet die unbekannten Geschichten von Opfern des sowjetischen Regimes, darunter auch die Geschichte von Saienkos Ururgroßvater Petro Rykhlinskyi, der 1941 unter falschen Anschuldigungen hingerichtet wurde. Durch die Paarung von Archivfotos repressierter Personen aus der Ukraine, Litauen und Polen mit Porträts ihrer Nachkommen schafft Saienko bewegende Diptychen, die die anhaltende Tragweite dieser Tragödien betonen. Die Ausstellung erinnert eindringlich an die Notwendigkeit, die Erinnerung an die Vergangenheit zu bewahren und deren Fragilität in den Blick zu nehmen.
