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Energieeffiziente Straßenbeleuchtung in Regensburg

Innovative LED-Beleuchtung für die Altstadt und das übrige Stadtgebiet

Die Stadt Regensburg hat in den letzten Jahren (2009 bis dato) insgesamt 2055 Lampen auf innovative und energieeffiziente LED-Technik umgerüstet. Weitere 3536 Lampen werden in den nächsten Jahren bis 2021 noch modernisiert.

Außerdem wurden bei Neu- und Ausbaumaßnahmen (z.B. Neubau der Ostumgehung, Neubau der Arena Regensburg, Instandsetzung der Steinernen Brücke, Neugestaltung des Donaumarktes, Ausbau der Unteren und Oberen Regenstraße, Ausbau der Badstraße) oder bei Erschließungsprojekten (z.B. Bebauungsplangebiete ehem. Nibelungenkaserne, Burgweinting Nordwest, Candis, Rennplatz-Nord, Marina-Quartier, Chamer Straße-Nord) bereits Lampen mit LED-Technik installiert.

Insgesamt waren bis 31.03.2017 3129 LED-Leuchten im Einsatz.

Vorteile der neuen LED-Technik sind insbesondere neben einer Stromverbrauchs- und einer CO2-Emissionsreduktion auch eine längere Lebensdauer sowie eine geringere Lichtverschmutzung. Die bisherigen Betriebserfahrungen bestätigen die Erwartungen.

Projekte mit Vorbildcharakter

Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Regensburg auf energieeffiziente LED-Technik erfolgt in mehreren Abschnitten, die auch durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) finanziell unterstützt werden bzw. worden sind.

Durch eine EU Verordnung sind die Quecksilberdampf-Hochdrucklampen seit 2015 aus dem Handel genommen. Die Abschnitte 1-5 gründen auf das Verbot der als nicht effizient eingestuften Lampe.

Abschnitt 6. - hier werden Leuchten ausgetauscht, die seit 30 bis 40 Jahren im Einsatz sind und nicht mehr als effizient gelten (BMU-Förderung - Genehmigung ist bereits erteilt). Es sind mindestens 60% Energieeinsparung nachzuweisen. 

Abschnitt 1: Umrüstung von 228 Altstadtleuchten

  • Projekttitel: Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Regensburg auf energieeffiziente LED-Technik – Teil I
  • Projektbeschreibung: Umrüstung von 228 Altstadtleuchten mit dem Ziel den Stromverbrauch um ca. 55 Prozent zu reduzieren und die CO2-Emissionen um ca. 596,6 t in 20 Jahren zu verringern
  • Maßnahmenbeschluss: Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr, Umwelt- und Wohnungsfragen am 15.09.2009 und 08.06.2010
  • Projektkosten: ca. 290.000 €
  • Projektförderung: ca. 175.000 € aus Mitteln des BMU-Umweltinnovationspro-gramms
  • Projektlaufzeit: 29.10.2009 bis 30.11.2011
  • Förderkennzeichen: MBe1 - 001721
  • Beteiligte Partner: Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) / Umweltbundesamt (UBA) / Berliner Energieagentur (BEA)
  • Auftraggeber/Ausführung: Stadt Regensburg - Tiefbauamt
  • Auftragnehmer: Fa. Osram GmbH, München

Abschnitt 2: Umrüstung von 540 Pilzleuchten und 250 Altstadtleuchten

  • Projekttitel: Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Regensburg auf energieeffiziente LED-Technik – Teil II
  • Projektbeschreibung: Umrüstung von 540 Pilzleuchten und von 250 Altstadtleuchten mit dem Ziel den Stromverbrauch um ca. 70 % bzw. 60 % zu reduzieren und die CO2-Emissionen um ca. 1.591,9 t bzw. 672,6 t in 20 Jahren zu verringern
  • Maßnahmenbeschluss: Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr, Umwelt- und Wohnungsfragen am 27.03.2012
  • Projektkosten: ca. 435.000 €
  • Projektförderung: ca. 175.000 € aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative
  • BMU: www.bmu-klimaschutzinitiative.de 
  • PtJ: www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen 
  • Projektlaufzeit: 01.02.2012 bis 31.03.2013
  • Förderkennzeichen: 03KS1849
  • Beteiligte Partner: Projektträger Jülich - Forschungszentrum Jülich GmbH (PtJ)
  • Auftraggeber/Ausführung: Stadt Regensburg - Tiefbauamt
  • Auftragnehmer:  Fa. Siteco Beleuchtungstechnik GmbH, Nürnberg  und Fa. Osram GmbH, München

Abschnitt 3: Umrüstung von 200 Kofferleuchten

  • Projekttitel: Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Regensburg auf energieeffiziente LED-Technik – Teil III
  • Projektbeschreibung: Umrüstung von 200 Kofferleuchten mit dem Ziel den Stromverbrauch um ca. 80 % bzw. 60 % zu reduzieren und die CO2-Emissionen um ca. 94,4 t bzw. 504,7 t in 20 Jahren zu verringern
  • Maßnahmenbeschluss: Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr, Umwelt- und Wohnungsfragen am 15.05.2013
  • Projektkosten: voraussichtlich ca. 70.000 €
  • Projektförderung: voraussichtlich ca. 15.000 € aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative
  • BMU: www.bmu-klimaschutzinitiative.de 
  • PtJ: www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen 
  • Projektlaufzeit: voraussichtlich 01.08.2013 bis 31.10.2014
  • Förderkennzeichen: 03KS6079
  • Beteiligte Partner: Projektträger Jülich - Forschungszentrum Jülich GmbH (PtJ)
  • Auftraggeber/Ausführung: Stadt Regensburg - Tiefbauamt
  • Auftragnehmer: Fa. Thorn / Zumtobel

Abschnitt 4: Umrüstung von 780 Castorleuchten

Castorleuchten sind hochwertige Leuchten und somit zum umrüsten geeignet. Umgerüstet wurden hauptsächlich Quecksilberdampf Hochdrucklampen mit der Bestückung

HQL  50W

HQL  80W

HQL 125W

aber auch wenige Natriumdampf Hochdrucklampen mit 

HSE 50W

HSE 70 W

Gesamtanschlussleistung 64,511 KW.

Nach einer Ausschreibung und Bemusterung stand der Umrüstsatz der Firma Lehner für die Castorleuchte.

Umgerüstet wurde mit 

CML 200 asymetrisch 15 W   343 Stück

CML 200 symetrisch   18 W    70 Stück

CML 235 asymetrisch  22 W    87 Stück

CML 235 symetrisch   36 W   200 Stück

Gesamtanschlussleistung 15,639 KW.

Die Anschlussleistung wurde um 48,872 KW reduziert somit auch um ca. 78 to CO2 pro Jahr.

Ausführungszeitraum: Oktober 2015 bis April 2016.

Einsparung Stromkosten pro Jahr 39.633,00 Euro.

Abschnitt 5: Umrüstung der Park- und Alleewege, Baulastträger Stadtgartenamt

Bestandsleuchte: AEG "die Flache" bestückt mit Quecksilberdampf Hochdrucklampen HQL 80 W.

Aus wirtschaftlichen und technischen Aspekten wurde eine Umrüstung ausgeschlossen. 

Nach Vorgabe von Amt 67 wurde die BEGA 88164 verwendet.

Es wurden 137 Leuchten in Parkwegen auf LED mit je 30 W umgerüstet. Einsparung 6.745 KW.

Neue beleuchtete Parkwege wurden in den Jahren 2015 und 2016 mit 57 BEGA 88164 ausgestattet, ebenfalls mit je 1 x LED 30 W.

Abschnitt 6: Ersetzen von Ansatzleuchten mit Leuchtstofflampen L 58 W/U

Hersteller Siemens, AEG und Philips.

Diese sind seit Beginn der Elektrifizierung der Straßenbeleuchtung verbaut worden und somit für eine Umrüstung mit einem Retrofit nicht geeignet.

3536 Stück sind im ganzen Stadtgebiet im Einsatz.

In mehreren Abschnitten sollen diese erneuert werden.

2016 folgte die Aufnahme der verschiedenen Straßengeometrie.

2016 wurde ein Förderprogramm beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) für 770 Leuchten beantragt, die Bewilligung wurde November 2016 erteilt. 

Anfang 2017 folgt eine Ausschreibung.

Mitte 2017 wird mit eigenem Personal der erste Teil umgebaut. 

Weitere Abschnitte werden in den folgenden Jahren sukzessive umgesetzt.

Hintergrund

Im Rahmen des Bundeswettbewerbes "Energieeffiziente Stadtbeleuchtung" hatte die Stadt Regensburg im Jahr 2009 in Zusammenarbeit mit der Fa. OSRAM Opto Semiconductors Regensburg und der Fa. Siemens Niederlassung Regensburg einen Beitrag zur energieeffizienten Erneuerung der Leuchtmittel in der historischen Altstadt mit LED-Technik eingereicht. Das Projekt wurde im Jahr 2009 mit einem 1. Preis prämiert.

Ziel des Konzeptes war es, für die Regensburger Altstadt eine innovative, altstadtgerechte, ökologisch und ökonomisch optimierte LED-Lichtlösung zu entwickeln. Diese musste den Ansprüchen einer modernen Lichtlösung ebenso gerecht werden, wie den Ansprüchen einer historischen, zum Weltkulturerbe zählenden Altstadt.

Zunächst wurde zusammen mit der Firma OSRAM Opto Semiconductors Regensburg, einem Weltmarktführer für LED- Technik, eine LED-Einsatzleuchte für die Altstadtleuchte als Prototyp entwickelt. Nach intensiver Forschungs- und Entwicklungsleistungen, wurde eine Lampenkörper mit LED- Technik hergestellt, der die differenzierten Beleuchtungsanforderungen einer mittelalterlichen Altstadt erfüllen kann. Diese Leuchten wurden zuerst in der Blauen-Lilien-Gasse getestet und anschließend in der Unteren Bachgasse eingeführt.

Über das preisgekrönte Vorhaben im Rahmen des Bundeswettbewerbes "Energieeffiziente Stadtbeleuchtung" wurde von den Projektbeteiligten ein umfangreicher Abschlussbericht verfasst (siehe rechte Spalte)

Regensburg hat somit zusammen mit dem Know-how der ortsansässigen Industrie Pionierarbeit geleistet, die sich andere Städte gerade bei der Beleuchtung historischer Altstadtbereiche zum Vorbild nehmen können und positive Signale zugunsten einer energieeffizienten Straßenbeleuchtung in Stadt und Land ausgelöst.

Umfrage mit deutlich positivem Votum

In die Bewertung der neuen innovativen LED-Technik wurden auch die Anwohner und Passanten eingebunden und eine Befragung durchgeführt. 90 Prozent der befragten Anwohner haben sich aufgrund der lichttechnischen Vorteile, der Energieeffizienz und CO2-Reduzierung für die Umsetzung des Projekts "Sanierung der Altstadtbeleuchtung" ausgesprochen.