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Regensburg in der Antike

Regensburg gehört zu den ältesten Städten in Deutschland. Die Siedlungsspuren lassen sich bis in die Zeit um 5000 vor Christus datieren.

Gründung

Regensburg gehört zu den ältesten Städten in Deutschland. Und es kann als einzige Stadt sein Alter mit einer originalen Gründungsinschrift nachweisen. „Imperator Caesar Marcus Aurelius Antoninus Augustus (…) hat eine Umwehrung mit Toren und Türmen für die 3. Italische Legion (…) machen lassen“, heißt es auf einer vor gut hundert Jahren zufällig gefundenen Steintafel. Damit sind die näheren Umstände der Stadtgründung klar: Der römische Kaiser Mark Aurel ließ im Jahr 179 hier, an der Donau, an der Grenze seines Reichs zu den Germanen, in einem befestigten Truppenstützpunkt eine Legion Soldaten stationieren. Die genaue Lage des Orts war da, wo der kleine Seitenfluss Regen in die Donau mündet; deshalb bekam er den Namen „Castra Regina“, übersetzt „Festung am Regen“ oder „Burg am Regen“ oder eben „Regensburg“.

Römische Gründungsurkunde von Regensburg (C) Peter Ferstl, Stadt Regensburg

Die Gründungsurkunde Regensburgs befindet sich heute im Historischen Museum der Stadt

Vorgeschichte

Im größeren Umkreis von Regensburg reichen Siedlungsspuren allerdings sehr viel weiter zurück. Funde lassen sich bis in die Zeit um 5000 vor Christus datieren. Kein Wunder, schließlich war das Donautal schon immer attraktiv, mit mildem Klima, mit fruchtbaren Böden, mit alten Verkehrswegen. Die Bewohner unmittelbar vor den Römern lassen sich sogar recht gut identifizieren: Es waren Kelten, wie sie in weiten Teilen Süddeutschlands lebten. Anders als anderswo gab es im Raum Regensburg aber aller Wahrscheinlichkeit nach keinen geschlossenen Ort, sondern eher verstreute Kleinsiedlungen.

Das erste römische Lager

Und auch die Römer waren eigentlich schon vor dem Jahr 179 anwesend – allerdings nicht direkt in Regensburg, sondern im Vorort Kumpfmühl, der erst in neueren Zeiten ein Teil der Stadt wurde. Dort bestand schon etwa hundert Jahre vorher ein kleinerer Militärstützpunkt, der die Donaugrenze überwachen sollte. Als er von feindlichen Germanen vom Volksstamm der Markomannen zerstört wurde, reagierten die Römer mit einer massiven Aufstockung ihrer Truppen: Das war die Geburtsstunde von „Castra Regina“.

Das zweite römische Lager

Das neue Lager hatte beträchtliche Ausmaße: eine steinerne Befestigungsmauer von 542 mal 453 Meter, eine Besatzung von sechstausend Soldaten, Gebäude mit unterschiedlicher Ausstattung, von den Baracken für die Soldaten bis zum Hauptquartier des Kommandanten. Jenseits der Mauern befanden sich zudem Wohnstätten von Zivilisten, die für die Soldaten arbeiteten, im weiteren Umfeld ein vorgeschobener Beobachtungsposten im Bereich des heutigen Stadtteils Prüfening sowie diverse landwirtschaftliche Güter zur Versorgung der Menschen. Zeugnisse des römischen Lebens existieren in großer Menge bis heute; die interessantesten davon befinden sich in einer eigenen Abteilung im Historischen Museum der Stadt Regensburg.

Modell vom Bau der Porta Praetoria (C) Peter Ferstl, Stadt Regensburg

Der Bau der Porta Praetoria - im Modell.

Das Ende des römischen Regensburg

Dieses Leben blieb allerdings nicht lange friedlich. Ab der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts machte sich die beginnende Völkerwanderung bemerkbar. Überfälle feindlicher Germanen von nördlich der Donaugrenze häuften sich; dreimal wurde das Lager zerstört, aber jedes Mal wieder aufgebaut. Allerdings änderte sich sein Charakter: Die Truppenstärke wurde reduziert, und in die freiwerdenden Gebäude zogen die Zivilisten, die wegen der unsicheren Zeiten den Schutz der Mauern suchten. Aus dem Militärlager wurde langsam so etwas wie eine Stadt. Um die Mitte des 4. Jahrhunderts brach schließlich die römische Infrastruktur zusammen, und die in Castra Regina Ansässigen blieben sich selbst überlassen.

Quelle: Matthias Freitag, stark gekürzt nach der „Kleinen Regensburger Stadtgeschichte“ vom selben Autor.