Vortragsreihe zum Jahresthema 2017 geht weiter:

Am 12. Januar 2017 stehen die Regensburger Religionsgespräche im Mittepunkt.

Neupfarrkirche (C) Leonard Rudolph

Überregional steht im Jahr 2017 das große Jubiläum „500 Jahre Reformation“ an. Auch für Regensburg war die Reformation ein einschneidendes Ereignis. 25 Jahre nach der Veröffentlichung von Martin Luthers Thesen entschied sich die Reichsstadt Regensburg 1542 zur Annahme des lutherischen Bekenntnisses.

Ausgehend von diesem historischen Hintergrund steht auch das kulturelle Jahresthema für das Jahr 2017 unter dem Motto „Stadt und Glaube“. In Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat und dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg veranstaltet der Lehrstuhl für Neuere Geschichte (Frühe Neuzeit) der Universität Regensburg eine öffentliche Vortragsreihe anlässlich des Reformationsjubiläums 2017. Diese interdisziplinäre Reihe würdigt die herausragende historische Bedeutung der Reichsstadt Regensburg im Verlauf der Reformation im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

Regensburger Religionsgespräche (1540-41, 1546)

Prof. Dr. Irene Dingel, Direktorin des Instituts für Europäische Geschichte in Mainz, Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte, referiert in ihrem Vortrag mit dem Titel „Konfessionen im Gespräch? Die Regensburger Religionsgespräche (1540-41, 1546)“ am 12. Januar 2017 um 19 Uhr im Runtingersaal über die Religionsgespräche, die in diesem Zeitraum in Regensburg stattgefunden haben.

Zwei mal trafen sich in der Reichsstadt die Spitzen von Politik und Kirche, um über die Religionsfrage zu verhandeln, die sich durch die Neuerungen der Reformation so drängend wie nie zuvor stellte: 1541 und 1546. Es war kein geringerer als der Kaiser selbst, der als Initiator in Erscheinung trat und damit den theologischen Verhandlungen weltliche Autorität verlieh.

Während das Religionsgespräch von 1541 das altgläubige, römisch-kathollische Lager und die reformatorisch Gesinnten einander noch erstaunlich weit annäherte, stand das zweite Regensburger Religionsgespräch von 1546 bereits im Zeichen des bald darauf ausbrechenden Schmalkaldischen Kriegs. Der Vortrag von Prof. Dr. Dingel fragt dabei besonders auch nach den Auswirkungen der Religionsgespräche auf die Entstehung und Abgrenzung der Konfessionen im Heiligen Römischen Reich.

Die Vortragsreihe im Überblick

Weitere Vorträge der Reihe „Die Reichsstadt Regensburg und die Reformation im Heiligen Römischen Reich“ ermöglichen einen tieferen Einblick in den Ablauf und die vielfältigen Auswirkungen der Reformation auf die Reichsstadt Regensburg.

Am 9. Februar berichtet Prof. Dr. Kateljine Schiltz über die gesungene Reformation. Die Musik war in dieser Zeit ein zentrales Medium der reformatorischen Botschaft. Anhand von Hörbeispielen macht die Referentin unter anderem deutlich, welche Gattungen überliefert sind, auf welche Weise reformatorische Inhalte musikalisch vermittelt wurden und welche Komponisten zur Zeit der Reformation führend waren. Prof. Dr. Harriet Rudolph widmet sich am 27. April den Konfessionskonflikten auf den Regensburger Reichstagen vor dem Dreißigjährigen Krieg (1594-1613) und zeigt den Zuhörerinnen und Zuhörern dabei, wie die Atmosphäre zwischen den Reichsstädten durch gegenseitigen Vertrauensverlust, Verschwörungstheorien und konfessionelle Polemik seit dem Ende des 16. Jahrhunderts zunehmend vergiftet wurde, was zur Eskalation der Gewalt im Dreißigjährigen Krieg beitrug. In fünf weiteren Vorträgen beschäftigen sich die Referentinnen und Referenten unter anderem mit Kunst und religiöser Identität, den Auswirkungen der Reformation auf die Armenfürsorge und den Konflikten zwischen Protestanten und Katholiken im 19. Jahrhundert.

Die Vorträge finden im Runtingersaal (Keplerstraße 1, 93047 Regensburg) und in der Neupfarrkirche statt und beginnen jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.