Navigation und Service

Verleihung Margarethe-Runtinger-Preis

- Es gilt das gesprochene Wort - 

Rede von Oberbürgermeister Joachim Wolbergs anlässlich der Verleihung des Margarethe-Runtinger-Preises 2016 am 28. Oktober 2016 um 18 Uhr im Kurfürstenzimmer

______________________________

Sehr geehrte Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verbänden,
sehr geehrte Mitglieder der Jury,
sehr geehrte ehemalige Preisträger,
sehr geehrte Firmen des diesjährigen Wettbewerbs,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Medien. 

Herzlich willkommen zur 13. Verleihung des Margarethe-Runtinger-Preises im Jahr 2016 an die frauen- und familienfreundlichsten Unternehmen in Stadt und Landkreis.

Nichts ist motivierender und wirksamer als ein positives Vorbild, so dachten sich Oberbürgermeisterin Christa Meier und die Volkshochschule mit ihrem Projekt „Frau und Beruf“ vor 25 Jahren und lobten 1991 einen Preis für frauen- und familienfreundliche Unternehmen aus.

Die Realität hat der Idee Recht gegeben: 35 Preisträger belegen inzwischen deutlich, wie sehr sich Betriebe bei uns für Frauen und Familien engagieren.

Ein Rückblick zeigt: Es hat sich viel getan in den 25 Jahren, seit der Preis zum ersten Mal vergeben wurde.

In Firmen ist normal, wofür meine Vorvorgängerin Christa Meier die ersten Gewinner auszeichnete:  

  • Flexible Arbeitszeitmodelle
  • Home-Office-Arbeitsplätze
  • Berücksichtigung von familiären  Bedürfnissen.

Unvorstellbar waren Anfang der neunziger Jahre z.B. Kindergärten in Firmen, 1 000 Arbeitszeitmodelle bei 3 000 Mitarbeitern, Männer in Elternzeit, Ausbildung in Teilzeit. Doch Frauen in Führung sind nach wie vor selten und die Selbstverpflichtungen der Firmen haben hier nicht das gewünschte Ergebnis gebracht. Weil wir hier auch eine regionale Verantwortung sehen, führt die Stadt Regenburg im Verbund mit zwölf Regensburger Firmen das Regionale Bündnis „Mehr Frauen in Führungspositionen“ nach dem Auslaufen der Projektförderung weiter. 

Was uns Sorgen macht ist Alters- und Kinderarmut – beides „Frauenthemen“, die stark mit kontinuierlicher Erwerbstätigkeit verbunden sind. Viele Frauen arbeiten unter prekären Arbeitsbedingungen mit der bekannten Folge für die Rente. Die Jury unseres Wettbewerbs fragt deshalb immer genau nach, wie es mit Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten steht.

Heute haben wir nahezu Vollbeschäftigung und der demografische Wandel wird konkret. Schon jetzt fehlen Fachkräfte quer durch alle Branchen. Angesichts dessen sind auch die Firmen fantasievoller, flexibler, innovativer geworden, wenn es gilt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten.

Zwei in Regensburg stark vertretene Branchen trifft dies außerordentlich: den Gesundheits- und Pflegebereich sowie die Neuen Technologien. Firmen aus beiden Sektoren waren diesmal beim Wettbewerb stark vertreten.

Städte und Landkreise, die Länder und der Bund haben in den letzten Jahren viel bewegt, was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert hat. Ganztagesbetreuung von der Kinderkrippe bis zum Gymnasium ist Alltag geworden. Und junge Väter und Mütter wollen Beruf und Familie in guter Balance unter einen Hut bringen. Und wenn die Kinder größer sind, steht meist das Thema „Pflege“ auf der Tagesordnung. Weitergehende Impulse zur gleichberechtigten Aufteilung sind im politischen Gespräch.

Doch auch die Frauen müssen von sich aus am Ball bleiben: In ihre Fähigkeiten vertrauen, ihren Aufstieg anpacken und dies in der Firma kundtun, die Elternzeit nach der Geburt des Kindes gemeinsam mit ihrem Partner planen, Pflege auf mehrere Schultern verteilen.

Das Besondere am diesjährigen Wettbewerb war, dass die Jury bei allen Besuchen auf Chefinnen und Chefs, auf Personalverantwortliche und Mitarbeiter getroffen ist, die aus Überzeugung und Lebenserfahrung frauen- und familienfreundlich handeln. Die sich ganz bewusst dafür entscheiden, ihre Ressourcen und ihre Ideen in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu investieren. Personen sind wertvoll, gute Arbeit nur mit zufriedenen Mitarbeiterinnen, so beschreiben Firmen ihre Motivation.

Ein großes Dankeschön allen, die am Wettbewerb mitgewirkt haben. Den Mitgliedern der Jury, Frau Wolff, die den Wettbewerb organisiert hat und ganz besonders den Firmen.

Egal ob sie heute prämiert werden oder nicht: Sie leisten Hervorragendes und haben tolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Machen Sie weiter, machen Sie wieder mit, bewerben Sie sich um das Gütesiegel „Familie und Beruf“ des Landkreises.