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Verkehrsfreigabe erster Bauabschnitt der neuen Ostumgehung

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Verkehrsfreigabe des ersten Bauabschnittes der neuen Ostumgehung Regensburg zwischen der B 16 in Haslbach und der Donaustaufer Straße (St 2125) am 25. Oktober 2012 um 16.30 Uhr

Anrede

Ich freue mich sehr, dass ich heute, spät im Jahr, aber doch noch rechtzeitig vor dem Beginn des Winters, den 1. Bauabschnitt der neuen Ostumgehung Regensburg zwischen der B 16 hier in Haslbach und der Staatsstraße St 2125 - Donaustaufer Straße - im Süden für den Verkehr freigeben kann.

Ich sage es gleich vorweg: Wir sind noch nicht fertig mit der Ostumgehung. Noch fehlt das baulich und logistisch schwierigste Teilstück, der Anschluss der Ostumgehung an die Walhalla-Allee und damit an die Osttangente. Für die volle Funktionsfähigkeit der Ostumgehung ist dort ein Kreiselbauwerk unter der anzuhebenden Walhalla-Allee erforderlich. Hierfür ist mit einer weiteren zweijährigen Bauzeit unter Aufrechterhaltung des Verkehrs auf der Walhalla-Allee zu rechnen. Bis Ende 2014 soll dieser 2. Bauabschnitt und damit die komplette Ostumgehung fertiggestellt sein. Dann soll auch der neue Fuß- und Radwegsteg zwischen der Konradsiedlung und Brandlberg stehen.

Aber trotzdem bedeutet die Fertigstellung des 1. Bauabschnittes der Ostumgehung jetzt sehr viel für unsere Stadt und insbesondere für die Bewohner des Stadtnordens. Übergeben wir doch heute eine seit 1983 in der Fächennutzungsplanung angedachte und im Stadtgebiet immer freigehaltene Straßentrasse dem Verkehr, die nicht zuletzt die Wohngebiete des Stadtnordens, die Konradsiedlung, Wutzlhofen, Reinhausen und dann voraussichtlich ab Ende 2014 auch Sallern deutlich spürbar vom unerwünschten Durchgangsverkehr - und damit von Lärm und Abgasen - entlasten wird.

Stadtentwicklung/ Verkehrsentwicklung

Die neue Ostumgehung wird aber darüber hinaus auch eine erhebliche Wirkung für die Entwicklung des Stadtnordens, seiner Lebensqualität, seiner wirtschaftlichen Dynamik, seines Wohnumfeldes mit vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten sowie seiner Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten haben.

Mit der neuen Ostumgehung werden auch der Bestand und die gedeihliche Entwicklung der Gewerbe- und Industriegebiete im Norden und Osten der Stadt gewährleistet. Die hervorragende verkehrliche Verbindung dieser Gebiete untereinander und über den B16-Anschluss in die Region hinaus durch diese neue Straße erzeugt Entwicklungspotenziale bei Neuansiedlungen, Betriebserweiterungen und Betriebsoptimierungen.

Nicht vergessen werden sollte der positive Effekt, der von der Bündelung der Verkehrswege, also der neuen Ostumgehung mit der bestehenden Bahnlinie, ausgeht. Die Beeinträchtigungen von Mensch und Natur durch die neue Straßentrasse werden so minimiert.

Bereits Mitte der neunziger Jahre wurde die Trassenführung der neuen Ostumgehung unmittelbar östlich der Bahnstrecke nach Hof verbindlich festgelegt. 1997 wurde die Ostumgehung dann in den Verkehrsentwicklungsplan der Stadt aufgenommen – als eine von sechs besonders wichtigen Maßnahmen der Straßeninfrastruktur der Stadt Regensburg.

2005 bestätigte das Verkehrsgutachten „Großraum Regensburg“ erneut die große Wichtigkeit der Ostumgehung für die Verkehrsentwicklung in der Stadt Regensburg und im nördlichen Landkreis Regensburg.

Planfeststellung/Bürgerbegehren

Vom tatsächlichen Planungsbeginn Anfang 2006 bis zum Spatenstich der Ostumgehung am 19. März 2010 dauerte es gerade mal 4 Jahre. Innerhalb dieses Zeitraumes nahm das Planfeststellungsverfahren selbst etwas mehr als 2 Jahre in Anspruch - und zwar vom Dezember 2006 bis zum Planfeststellungsbescheid im Februar 2009. Im Planfeststellungsverfahren konnten alle Belange der Bürger, Anlieger und Grundstückseigentümer so erfolgreich behandelt und abgewogen werden, dass es im Anschluss an den Bescheid zu keiner Klage gegen die Maßnahme kam. Der Planfeststellungsbeschluss wurde am 21.04.2009 rechtskräftig.

Das im September 2009 angestrengte Bürgerbegehren verzögerte dann den Baubeginn um ca. 3 bis 4 Monate bis zum Februar 2010. Jedoch widersprach eine überwältigende Mehrheit von 80 Prozent der stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger dem Bürgerbegehren. Sie stimmten den Planungen der Stadt zu. Sicherlich war dieses hervorragende Ergebnis auch Folge der zahlreichen Bürgerbeteiligungs- und Informationsveranstaltungen, die die Stadtverwaltung ab 2006 durchgeführt hat.

Zuwendungen

Wichtig für die Durchführung der Maßnahme war noch, dass der Freistaat Bayern im Herbst 2009 eine 75%-Förderung auf alle zuwendungsfähigen Kosten der neuen Ostumgehung zusagte. Bezogen auf die ursprünglich berechneten und immer noch aktuellen Gesamtkosten der Ostumgehung bis 2014 von rd. 67,35 Mio €, davon rd. 55 Mio € zuwendungsfähig, bedeutet dies einen Förderzuschuss von rd. 41 Mio € für die Stadt Regensburg.

Durchgeführte Baumaßnahmen

Seit Anfang 2010 wurde die Ostumgehung nördlich der Donaustaufer Straße, im Bereich des Walhalla Kalkwerkes, an der Grünthaler Straße, nördlich der Brandlberger Brücke und im Gewerbegebiet Haslbach gebaut.

Hier in Haslbach wurde die neue Ostumgehung an das bestehende örtliche Straßensystem, an die Bundesstraße B16 und an die Kreisstraße R 6 angeschlossen. Durch die neue Brücke über die Hofer Straße – auf der wir hier stehen – und durch die neue Brücke über die Bahnlinie konnte hier der alte Bahnübergang Wutzlhofen durch eine höhenfreie Kreuzung ersetzt werden. Sobald wir die neue Trasse dem Verkehr übergeben haben, werden wir den alten Bahnübergang schließen.

Die Weiterführung der Ostumgehung bis zur Grünthaler Straße bzw. bis zur Brandlberger Brücke erforderte einen Straßenneubau von ca. 2 km Länge, den Bau einer neuen, höhenfreien Geh- und Radwegunterführung anstelle des Bahnübergangs an der Baltenstraße und die Verlängerung der Brandlberger Brücke. Zwei rd. 1,5 km lange Schallschutzanlagen an der Bahnlinie bzw. entlang der neuen Straße wurden errichtet. An der Bahnlinie beträgt deren Schutzhöhe 2,5 m, an der Straße 7,0 m.

Für die Entlastung des Kanalnetzes der Konradsiedlung bei Starkregen wurde ein neuer großer Sammelkanal unter der neuen Ostumgehung gebaut. Das gefährliche Oberflächenwasser vom Brandlberg wird jetzt östlich der neuen Straße abgefangen und in ein neues Rückhalte- und Versickerbecken eingeleitet.

Der Bau der Ostumgehung durch das ehemalige Gelände des Walhalla Kalkwerkes erforderte neben den eigentlichen Straßenbauarbeiten erhebliche Abbruch- und Freimachungsarbeiten sowie Ersatzmaßnahmen für das Walhalla Kalkwerk (neuer LKW-Stellplatz, neue Werkstatt, neues Bürogebäude, Gleisanpassungen etc.).

Der Ausbau der Donaustaufer Straße erfolgte im Anschluss daran inklusive des erforderlichen Kanalumbaues in diesem Bereich und einschließlich der hier erforderlichen Anpassungs- und Schallschutzmaßnahmen an den bestehenden Anwesen.

Bis dato haben wir für all diese Baumaßnahmen 35 Mio € investiert und damit mehr als die Hälfte der erwarteten Gesamtsumme der Kosten aufgebracht.

Lassen Sie mich noch einmal drei Nebeneffekte der neuen Ostumgehung, die zusätzlich zur Entlastung der Wohngebiete, zur Schaffung sicherer Übergänge über die Gleise und zur Verbindung der Gewerbegebiete im Osten und Norden der Stadt Regensburg untereinander und an die B16 geschaffen werden, nennen:

1. Das Gewerbegebiet Haslbach ist jetzt für alle Bürger der Stadt endlich sehr gut erreichbar und kann sich optimal weiter entwickeln.

2. Die Bewohner der Konradsiedlung konnten endlich vor dem lästigen Bahnlärm der Strecke nach Hof geschützt werden.

3. Es wurden jetzt sogar streckenmäßig mehr Rad- und Gehwege neu geschaffen als Fahrbahnstrecke ausgebaut. Das Radwegnetz im Nordosten der Stadt gewinnt erheblich an Attraktivität.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich die Grüngestaltungs- und Ausgleichsmaßnahmen, die bereits bis jetzt durchgeführt wurden:

  • 590 Bäume, davon 50 Obstbäume wurden gepflanzt,
  • 8 Hektar Pflanz- und Rasenfläche wurden geschaffen,
  • an den Lärmschutzwänden wurden 520 Rankgehölze gepflanzt.

Danksagung

Meine sehr geehrten Damen und Herren, viele haben engagiert daran mitgewirkt, dass wir heute einen wesentlichen Teil der Ostumgehung dem Verkehr übergeben können und dass wir die endgültige Fertigstellung der Ostumgehung im Jahr 2014 mit demselben Engagement und mit demselben Elan wie bisher verwirklichen können.

Stellvertretend für die vielen Ingenieurbüros und Baufirmen, die an der Maßnahme beteiligt waren, nenne ich die Ingenieurbüros

  • Sehlhoff GmbH, Vilsbiburg, zuständig für die Gesamtplanung
  • SRP Schneider & Partner GmbH, Kronach, zuständig für die Bauwerksplanungen die Straßen-, Kanal- und Brückenbaufirmen
  • Fahrner GmbH
  • Brendel Bau GmbH
  • Strate Bau GmbH
  • Guggenberger GmbH
  • Ferdinand Tausendpfund GmbH
  • Mayerhofer GmbH
  • Berger Bau GmbH

die ausführenden Firmen beim Schallschutz

  • Pro Bau GmbH
  • he-b GmbH

die Gartenbaufirmen

  • Rudolf-Schrader GmbH
  • Ga La Bau Herfurth GmbH

die Abbruchfirma

  • Rösl GmbH

Allen bei diesen Büros und Firmen für die Maßnahme tätigen Mitarbeitern gelten mein besonderer Dank und meine Anerkennung.

Ich bedanke mich bei allen Ministerien und Dienststellen des Freistaates Bayern, die das Planfeststellungsverfahren und das Zuwendungsverfahren durchgeführt haben.

Ich bedanke mich fernerhin bei allen städtischen Referaten und Ämtern, die die Planung und den Bau der neuen Ostumgehung befördert haben.

Mein Dank gilt auch allen Grundeigentümern im Bereich der Neubautrasse, die bereit waren, im Interesse des Gemeinwohls die erforderlichen Grundstücksflächen für den Bau der Ostumgehung zu veräußern.

Und schließlich bedanke ich mich bei allen Anwohnerinnen und Anwohnern für Ihre Geduld und Nachsicht bei unvermeidbaren Behinderungen und Störungen durch die Bauarbeiten.

Ich wünsche jetzt allen Benutzern der Ostumgehung gute und unfallfreie Fahrt und allen Regensburgerinnen und Regensburgern wünsche ich, dass sich die erwarteten positiven Effekte der neuen Straßentrasse sehr bald zeigen mögen und dass damit die künftige Durchführung der weiterhin erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen der Stadt Regensburg erleichtert wird.