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Verbandstag Bayerisches Schreinerhandwerk

Rede von Bürgermeister Gerhard Weber anlässlich des Verbandstags des Bayerischen Schreinerhandwerks 2012 in Regensburg am 10. Mai 2012


Anrede

Es freut mich sehr, dass ich den Verbandstag des Bayerischen Schreinerhandwerks in diesem Jahr wieder in Regensburg begrüßen darf.

Seit Sie, sehr geehrte Damen und Herren, das letzte Mal hier zu Gast waren, hat sich in Regensburg eine Menge getan. Nicht zuletzt wurde unsere Stadt 2006 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt.

Doch Regensburg baut nicht allein auf seine Schönheit und seine reiche Geschichte.

Unsere Stadt hat in den vergangenen Jahren ihren Ruf als attraktiver, wachstumsstarker und zukunftsreicher Wirtschaftsstandort gefestigt und weiter ausgebaut.

In nationalen und internationalen Rankings belegen wir regelmäßig Spitzenplätze. Entgegen dem bundesweiten Trend wächst Regensburg ungebremst. In unserer Stadt gibt es fast so viele Arbeitsplätze wie Einwohner. Pro Jahr wächst unsere Bevölkerung um 1500 Menschen.

Das verdankt die Stadt einem kerngesunden Mix aus Großunternehmen, mittelständischen Firmen und kleinen Betrieben, sowohl im Dienstleistungsbereich als auch gerade im Handwerk.

Für unsere neuen Bürgerinnen und Bürger brauchen wir ausreichend Wohnraum. Und wo Betriebe wachsen und neue entstehen, steigt auch der Bedarf an Gewerbeflächen und Betriebsgebäuden.

Davon profitiert das Baugewerbe und mit ihm auch das Schreinerhandwerk. Darauf lässt jedenfalls die Auftragsreichweite der hiesigen Betriebe schließen. Wie der Fachverband Schreinerhandwerk Bayern ermittelt hat, beträgt diese in der Oberpfalz 9,3 Wochen. So lange reicht der momentane Auftragsbestand in die Zukunft. Ein beachtlicher Wert, wie ich finde.

Damit ist die Oberpfalz Spitzenreiter in ganz Bayern. Und wir dürfen davon ausgehen, dass Regensburg mit seinem Umland wesentlich zu diesen guten Werten beiträgt, indem wir hier in großem Umfang investieren und bauen.

Entsprechend optimistisch bewerten die Betriebe in der Oberpfalz ihre Umsatzentwicklung. Nach Angaben Ihres Fachverbands gehen 61,9 Prozent der Betriebe von einer „sehr guten“ bzw. „guten“ Umsatzentwicklung aus.

An dieser erfreulichen Entwicklung ist jedoch eines kurios: Obwohl die Auftragslage nirgendwo in Bayern besser ist als in der Oberpfalz, sind die Oberpfälzer weniger optimistisch als der Rest von Bayern – mit Ausnahme der Niederbayern.

Ich persönlich bin allerdings recht zuversichtlich, zumindest was Regensburg angeht: Auch wenn die Weltkonjunktur immer mal wieder Anzeichen dafür zeigt, dass uns weniger rosige Zeiten ins Haus stehen, so hat Regensburg in den vergangenen Krisen unter Beweis gestellt, dass seine Wirtschaft auch in schwierigen Zeiten stabil bleibt. Daran hat das Handwerk einen ganz erheblichen Anteil. Mit modernen, innovativen Produkten und Dienstleistungen, mit herausragender Qualität und Beratung schaffen Sie die wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass Sie auch dann ihre Kundschaft finden, wenn die Gesamtlage schwieriger wird.

Gerade in Zeiten einer unsicheren Finanzentwicklung kann das Handwerk profitieren: Die Menschen investieren ihr Geld vermehrt in bleibende Werte, vor allem in Immobilien. Häuser werden neugebaut oder ausgebaut. Die Einrichtung wird erneuert. Statt auf Möbel und Küchen, Türen und Fenster von der Stange setzen viele Konsumenten wieder auf das Einzigartige, auf hohe Qualität und Langlebigkeit. Hier liegen große Chancen vor allem für die Schreinereibetriebe.

Überhaupt haben die ständig steigenden Öl- und Gaspreise zu einem stärkeren Bewusstsein für die Nachhaltigkeit geführt. Wir achten mehr auf den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen: Weg von der Wegwerf-Mentalität, hin zu langlebigen Produkten möglichst aus nachwachsenden Rohstoffen - vorzugsweise aus der Region. Der Baustoff Holz mit seiner neutralen CO2-Bilanz spielt dabei eine ganz zentrale Rolle.

Alles Schöne aus Holz - das ist es, was uns das Schreinerhandwerk vor Ort bieten kann. Unsere Schreiner sind als Holz-Abnehmer das wohl wichtigste Glied in der langen Wertschöpfungskette unseres heimischen nachwachsenden Rohstoffs. Sie leisten aber nicht nur einen erheblichen Beitrag zum lokalen Wirtschaftskreislauf, sondern auch zur Stabilität des Arbeitsmarktes: Sie bilden jungen Menschen aus und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Stärkung des Fachkräftesektors. Davon profitiert nicht allein Ihr Handwerkszweig – davon profitiert unsere gesamte Gesellschaft.

Wie attraktiv die Ausbildung im Schreiner-Handwerk ist, spiegelt sich in Umfragen unter Schulabgängern wider. Der Schreiner- und Tischlerberuf rangiert regelmäßig unter den zehn beliebtesten Ausbildungsberufen, jedenfalls bei den jungen Männern.

Auf solchen Erfolgen sollte sich das Handwerk insgesamt jedoch nicht ausruhen. Ohne ausreichende Ausbildungszahlen steuern wir auf einen erheblichen Fachkräftemangel zu. Ein Großteil der Verantwortung liegt natürlich bei den Betrieben. Aber auch der Staat und die Kommunen sind gefragt.

Die Stadt Regensburg investiert sehr gezielt in eine hochwertige Ausbildung junger Menschen – angefangen bei der frühkindlichen Erziehung bis hin zu gut ausgestatteten Berufsschulen und leistungsfähigen Hochschulen, nicht zuletzt im technischen Bereich.

Ihre Betriebe, meine sehr verehrten Damen und Herren, sind solide Bausteine für das Wohlergehen unserer gesamten Wirtschaft und Gedeihen unserer Kommunen.

In Regensburg sehen wir es als eine zentrale Aufgabe der Verwaltung an, weiterhin günstige Rahmenbedingungen für das Handwerk zu erhalten und sie weiter zu verbessern.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns, dem Handwerk und der Verwaltung, eine weiterhin gute und erfolgreiche Zusammenarbeit!

Wie ich Ihrem dreitägigen Programm entnehmen kann, nehmen Sie sich neben den fachlichen Themen auch Zeit, um die vielen Sehenswürdigkeiten, das unnachahmliche Flair und die herzliche Gastfreundschaft unserer Stadt zu genießen. Ich wünsche Ihnen viele unvergessliche Eindrücke von Regensburg – und Ihrem Verbandstag viel Erfolg.

Ich würde mich sehr freuen, sie möglichst bald wieder in Regensburg begrüßen zu dürfen.