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Aushändigung von Auszeichnungen

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Aushändigung von Auszeichnungen am Dienstag, den 19. Januar 2010, um 14.30 Uhr im Kurfürstenzimmer des Alten Rathauses


Sehr geehrte Damen und Herren,

verdiente Mitbürger und Mitbürgerinnen für ihre geleisteten Dienste an der Allgemeinheit auszuzeichnen, ist stets eine wunderbare Aufgabe eines Oberbürgermeisters.

Heute habe ich die Ehre, Frau Johanna Thurn, Herrn Horst Happach, Herrn Dietrich Lehmann sowie Herrn Konrad Birkmeier hier im Kurfürstenzimmer des Alten Rathauses für ihr langjähriges Wirken zu danken.

Herzlich willkommen heißen darf ich zu dieser Feierstunde auch Frau Landtagsabgeordnete Margit Wild, Herrn BRK-Kreisgeschäftsstellenleiter Sepp Zenger, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Sparda Bank Regensburg, Herrn Franz Pell, den Vorsitzenden des Stadtverbandes der Kleingärtner, Herrn Peter Sperlich, Herrn Manfred Kautetzky, 2. Vorsitzender des Burschenvereins Brandlberg sowie Herrn Ernst Stösser, Leiter des Stadtgartenamtes sowie Herrn Rupert Meier, den Ehrenvorstand des BSC Regensburg, und Frau Martina Sixt, die Ortsvorsitzende der Bayerischen Finanzgewerkschaft.

Sehr geehrte Damen und Herren, jeder von Ihnen war mit Sicherheit bereits einmal Gast eines Vereinsfestes, eines Pfarrfestes, einer Weihnachtsfeier oder eines Ausfluges. Vielleicht haben Sie bei dieser Gelegenheit auch den Organisatoren, die einen großen Teil ihrer Freizeit zum Gelingen der Veranstaltung geopfert haben, gedankt.

Fröhlichkeit, Tanz, gutes Essen und ausgelassene Stimmung sind Zeichen einer gelungenen Arbeit – gepaart mit Entspannung vom Alltag. Das sind zweifellos die angenehmen Seiten des Ehrenamtes.

Aber es gibt auch andere Stunden!

Gerade in diesen Tagen wird uns in Haiti wieder auf schreckliche Art vor Augen geführt, wie hilflos der Mensch den Gewalten der Schöpfung gegenübersteht. Wenige Augenblicke reichen aus, um eine Millionenstadt in eine Trümmerlandschaft wie nach einem verheerenden Bombardement zu verwandeln.

Die internationale Hilfe läuft in solchen Situationen meist rasch an und neben finanziellen Zuwendungen werden auch unverzüglich professionelle Hilfskräfte aus zahlreichen Staaten in die Katastrophengebiete entsandt.

Hinter dem gigantischen Kraftaufwand, die Hilfe, die ja genau dort ankommen soll, wo sie am dringendsten gebraucht wird, zu organisieren und vor Ort zu koordinieren, stehen zahllose Stunden, die ehrenamtlich engagierte Menschen in vielen Vereinen und Verbänden leisten. Innerhalb kürzester Zeit müssen die notwendigsten Dinge, die ein Überleben Schwerverletzter erleichtern sowie den Ausbruch von Krankheiten und Seuchen verhindern sollen, richtig zusammengestellt werden.

Die Hilfspakete und –kartons werden hierbei nach einem strengen Plan gepackt, der den Helfern im Katastrophengebiet bekannt ist und auf den sie sich verlassen müssen. Kleinste Fehler könnten die Hilfe ins Leere laufen lassen.

Rund um die Uhr sind zurzeit ehrenamtliche Helfer im Einsatz und stellen die Lieferungen mit Medikamenten, medizinischem Gerät, Lebensmitteln usw. zusammen. Darüber hinaus werden mobile Krankenhäuser und Trinkwasseraufbereitungsanlagen auf die Reise gebracht.

Die Helfer prägt nur ein Gedanke: Beizutragen, dass soviel Menschenleben wie nur möglich gerettet werden können und die herrschende Not etwas gelindert werden möge. Diesem ehrenamtlichen Einsatz gebührt unser aller Respekt.

Sehr geehrte Frau Thurn,
im Jahre 1968 traten Sie dem Bayerischen Roten Kreuz bei und absolvierten noch im selben Jahr Ihre Schwesternhelferinnen-Ausbildung.

Obwohl Sie als selbständige Physiotherapeutin beruflich sehr eingebunden sind, finden Sie dennoch immer wieder die Zeit, das BRK zu unterstützen. Seit mehr als 25 Jahren begleiten Sie die alljährliche Fußwallfahrt nach Altötting und versorgen die kleineren und größeren Blessuren der Pilger.

Von 1981 bis 1985 waren Sie Leiterin der Frauenbereitschaft und aufgrund Ihres kameradschaftlichen Wesens bei Ihrem Helferinnenstab äußerst beliebt. Wegen Ihrer beruflichen Tätigkeit konnten Sie - sehr zu Ihrem Leidwesen - nicht mehr für diesen Aufgabenbereich kandidieren.

An Wochenenden stehen Sie jedoch nach wie vor mit großem persönlichem Engagement für Sanitätsdienste und Einsätze zur Verfügung. Einen Schwerpunkt Ihres ehrenamtlichen Einsatzes liegt in der Seniorengymnastik. Seit 1986 sind Sie in Hainsacker als Übungsleiterin verantwortlich für die wöchentlichen Gymnastikstunden für Senioren. Als hervorragende Kameradin, die für ihre Mitmenschen stets ein offenes Ohr hat, verkörpern Sie in persona das Rote Kreuz. Ihr Engagement ging und geht immer weit über das normale Maß hinaus.

Sehr geehrte Frau Thurn,
während Ihres vier Jahrzehnte währenden Einsatzes waren Sie zahllose Stunden für Ihre Mitmenschen da. Als Dank und in Würdigung Ihres unermüdlichen Einsatzes darf ich Ihnen das Ehrenkreuz am Bande für 40-jährige Dienstzeit beim Bayerischen Roten Kreuz aushändigen.


Sehr geehrter Herr Happach,
im Jahre 1984 traten Sie als voll ausgebildeter Rettungsschwimmer und Sanitäter in den aktiven Dienst beim Bayerischen Roten Kreuz ein.

Seit 1985 gehören Sie der Schnelleinsatzgruppe der Wasserwacht Regensburg an und beteiligten sich bis zum Jahr 2000 führend am Aufbau der Wachstationen am Sarchinger Weiher und am Schopperplatz an der Donau. Von 1995 bis 2000 hatten Sie die organisatorische Leitung bei Großeinsätzen des Kreisverbandes Regensburg inne.

Die regelmäßige Ausbildung von aktiven Kameradinnen und Kameraden im Sanitätsdienst gehörte ebenso zu Ihrem vielseitigen Aufgabenbereich. Im März 2000 wurden Sie zum Vorsitzenden der Ortsgruppe Regensburg gewählt und übernahmen gleichzeitig die Leitung der Schnelleinsatzgruppe der Wasserwacht Regensburg.

Im Jahre 2004 wurden Sie im Amt bestätigt und gleichzeitig zum Technischen Leiter der Kreiswasserwacht Regensburg gewählt. In dieser Tätigkeit sind Sie bis heute verantwortlich für den gesamten Wasserrettungsdienst im Kreis Regensburg. Gleichzeitig fungieren Sie äußerst kompetent als Fachberater Wasserrettung bei größeren Einsätzen und Katastrophen.

Mit Ihrer Mannschaft der Ortsgruppe Regensburg nehmen Sie mit hohem Engagement regelmäßig an Sonderveranstaltungen wie Stadtmarathon oder Bürgerfest teil. Darüber hinaus übernehmen Sie regelmäßig die Sicherung verschiedener Veranstaltungen. Beispielhaft erwähne ich die Rudermeisterschaften oder das jährliche Weihnachtsschwimmen, das ohne Ihre zuverlässige Hilfe schwerlich durchzuführen wäre.

Sehr geehrter Herr Happach,
als Zeichen des Dankes und der Anerkennung darf ich Ihnen für Ihre geleisteten Dienste das Ehrenkreuz am Bande für 25-jährige Dienstzeit beim Bayerischen Roten Kreuz aushändigen.


Sehr geehrter Herr Lehmann,
seit nunmehr 37 Jahren engagieren Sie sich im Kleingartenwesen und kümmern sich liebevoll um ein zusätzliches Stück Lebensqualität, das Kleingärten ihren Eigentümern verschaffen.

Sie sind seit 1972 ununterbrochen Pächter einer Parzelle in der Kleingartenanlage „Mühlweg“. Von 1978 bis 2008 waren Sie 1. Vorsitzender der Anlage und in dieser Funktion mit allen Angelegenheiten einer Vereinsführung betraut. Betrachtet man die jeweiligen Amtszeiten der gewählten Vorsitzenden seit Gründung der Anlage im Jahr 1974, dann führten Sie dieses Amt mit 30 Jahren am längsten aus.

Unter Ihrer Verantwortung erlebte der Verein eine wahre Blüte. Ihnen ist es gelungen, die Gemeinschaft in der mit 191 Parzellen größten und mitgliederstärksten Kleingartenanlage mit Ihrem Gestaltungswillen und Ihrem vielseitigen Ideenreichtum zu stärken. Hierzu zählte nicht nur die Organisation von gemeinsamen Festen, sondern auch die Tatsache, dass Sie sich stets für Ihre Anlage mit ihren Mitgliedern verantwortlich fühlten und deren Interessen geschickt und energisch nach außen hin vertraten. So konnten z.B. Verkleinerungen der Anlage verhindert bzw. durch bauliche Maßnahmen an der Südgrenze der Anlage der Erholungswert gesteigert werden.

Dass die Anlage einen hohen Beliebtheitsgrad aufweist, wird dadurch deutlich, dass es Ihnen stets innerhalb kürzester Zeit gelungen ist, für freigewordene Parzellen neue Gartenfreunde zu gewinnen und in die Gemeinschaft zu integrieren.

Sie erfüllten mit Ihrer Tätigkeit als verantwortlicher Vorsitzender ebenfalls eine wichtige soziale Komponente. Unter Ihrer Regie erhielten zahlreiche ausländische Mitbürger und Regensburger mit Migrationshintergrund Parzellen innerhalb der Anlage, wodurch ein wichtiger Beitrag zur Integration geleistet wurde. Auf Ihre Initiative hin wurde das Vereinsheim in der Anlage einer Totalrenovierung unterzogen, sodass die Gartenfreunde nun wieder einen zentralen Ort haben, wo sie sich nach getaner Arbeit treffen und austauschen können. Dies diente ebenfalls der Stärkung des Gemeinschaftssinnes.

Kleingärten sollen der Erholung in der Natur dienen und Stadtbewohnern den Anbau von Obst und Gemüse ermöglichen. Ihnen, sehr geehrter Herr Lehmann ist es zu verdanken, dass die Kleingartenanlage „Mühlweg“ zu einem Ort der Ruhe, einem Kleinod der Entspannung geworden ist.

Die Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten, die ich Ihnen jetzt aushändigen darf, sind die verdiente Würdigung Ihres besonderen Engagements.


Sehr geehrter Herr Birkmeier,
Sie sind seit mehr als 45 Jahren in den unterschiedlichsten Bereichen ehrenamtlich aktiv. Sie traten im Jahre 1963 dem Männer- und Burschenverein Brandlberg bei und übernahmen innerhalb kürzester Zeit Verantwortung. Zunächst mit den Aufgaben eines Fahnenträgers und Kassenprüfers betraut, wurden Sie bereits 1968 in die Vorstandschaft, der Sie bis heute angehören, gewählt. Hierbei fungierten Sie im Wechsel insbesondere als 1. Vorstand und Schriftführer. Letzteres Amt nehmen Sie bis dato wahr.

Ein besonderer Höhepunkt während Ihrer Amtszeit als 1. Vorsitzender war im Jahre 1977 die Errichtung der Marienkapelle Brandlberg. Alljährlich am vierten Adventsonntag vollzieht sich an diesem Kleinod christlichen Glaubens eine mittlerweile bis weit über die Grenzen Regensburgs hinaus bekannte vorweihnachtliche Zeremonie: Die im Jahre 1993 von Ihnen initiierte - etwas andere - Waldweihnacht wird seitdem unter Ihrer Regie vom Männer- und Burschenverein Brandl-berg organisiert und unter großer Teilnahme der Bevölkerung aufgeführt.

Seit vielen Jahren treffen sich aus dem Verein heraus rüstige Senioren und radeln oder wandern in die nähere oder etwas entfernter gelegene Umgebung von Regensburg. Als festen wöchentlichen Termin haben sie dazu den Mittwoch auserkoren und diesen Tag zum „Rentnerfeiertag“ gekürt. Im Jahre 1995 verliehen Sie dem lockeren Bündnis einen vereinsähnlichen Charakter; seit Ihrem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2008 führen Sie ihn als Vorstand.

Das Motto der Wandervereinigung ist - „Zeit“: „Zeit füreinander“. Bei allen Aktivitäten steht das Miteinander, das gemeinsame Erlebnis, im Vordergrund. Sie verstehen es, die Mitglieder immer wieder für den heiß ersehnten Mittwoch zu begeistern. Mittlerweile sind die unternehmungsfreudigen Senioren auch in der Pilgerstadt Altötting wohl bekannt, Nachdem Sie 1995 die Idee einbrachten, jährlich eine Radwallfahrt nach Altötting durchzuführen, läuteten die Glocken der Gnadenkapelle in Altötting bereits 14-mal für die Brandlberger Fahrradpilger.

Sie sind Mitbegründer des im Jahre 1979 ins Leben gerufenen Vereins der Regensburger Fußwallfahrer e.V. . Im Gründungsjahr zum 1. Schriftführer gewählt, übten Sie dieses Amt bis zum Jahre 1985 aus. Als Mitglied des Pilgerausschusses sind Sie seit 1997 im mitfahrenden Bürowagen immer fester Ansprechpartner für die vielen tausend Pilger während der dreitägigen Fußwallfahrt.

Dem im Jahre 1949 als zweiten im Stadtnorden gegründeten Fußballverein BSC Regensburg e.V. schlossen Sie sich 1961 als Jugendlicher an. Nachdem im Erwachsenenbereich kein Jugendleiter für den Verein gefunden werden konnte, übten Sie diese verantwortungsvolle Aufgabe aus, bis Sie aus beruflichen Gründen an der Weiterführung des Amtes gehindert wurden. Als Schriftführer fungieren Sie mit kurzen Unterbrechungen seit 1970.

Als Schiedsrichter in der Schiedsrichtergruppe Regensburg haben Sie die Farben Ihres Heimatvereins 30 Jahre würdig vertreten.

Sie beschränken Ihr Engagement aber nicht nur auf den privat-gesellschaftlichen Sektor, auch im Berufsleben übernahmen Sie konsequent Verantwortung. Seit 1961 Mitglied der Bayerischen Finanzgewerkschaft, sind Sie seit 1984 im Vorstand des bfg-Ortsverbandes aktiv. Von 1984 bis 1995 waren Sie stellvertretender Ortsvorsitzender, von 1996 bis heute nehmen Sie das Aufgabengebiet eines Schatzmeisters wahr.

Von 1982 bis 1990 setzten Sie sich als Personalrat des Finanzamtes Regensburg für Ihre Kolleginnen und Kollegen ein und sind diesen auch noch im Ruhestand eng verbunden. Seit über 25 Jahren sind Sie Vertrauensmann der Sparda-Bank Regensburg. Im Mai 1983 wurden Sie von der Bank förmlich bestellt. Sie sind durch Ihre vielverzweigten Einsätze und Kontakte sowie durch Ihr gesellschaftliches Engagement für die Sparda-Bank Regensburg als vertrauensbildender Verbindungsmann von großer Bedeutung.

Die Auszeichnung mit dem Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern ist eine angemessene Würdigung Ihres breitgefächerten und langen ehrenamtlichen Engagements.