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Verleihung städtischer Auszeichnungen

-Es gilt das gesprochene Wort-

Laudationes von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Verleihung der Silbernen Bürgermedaille, der Albertus-Magnus-Medaille, des Städtepartnerschaftspreises, des Kulturpreises, der Kulturförderpreise sowie des Prof.-Josef-Engert-Preises am Samstag, 15. November 2008, 20 Uhr, Altes Rathaus, Reichssaal

 

Silbernen Bürgermedaille an
Bürgermeister a. D. und Stadtrat a. D. Alfred Hofmaier

Im Jahre 1913 beschloss der Magistrat der Stadt Regensburg, Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um das Wohl oder das Ansehen der Stadt verdient gemacht haben, mit einer Bürgermedaille auszuzeichnen.

In diesem Jahr hat der Stadtrat Herrn Walter Annuß und Herrn Alfred Hofmaier die Silberne Bürgermedaille verliehen.

Die Verleihung dieser Auszeichnung ist ein sichtbares Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung für die Leistungen, die beide zum Wohle der Stadt erbracht haben.

Leider ist es Herrn Annuß aufgrund einer bereits seit längerem geplanten Auslandsreise nicht möglich, am heutigen Festabend teilzunehmen, die Aushändigung dieser Auszeichnung wird daher zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Sehr geehrter Herr Hofmaier,
1972 wählten die Regensburger Bürgerinnen und Bürger Sie erstmals in den Stadtrat – diesem Gremium gehörten Sie 36 Jahre – also ein halbes Leben lang - an.

Von 1986 bis 1998 vertraten Sie darüber hinaus die Stadt Regensburg im Bezirkstag der Oberpfalz.

Für zwei Wahlperioden, von 1978 bis 1990, wurden Sie vom Stadtrat zum Bürgermeister der Stadt Regensburg gewählt und waren in dieser Zeit für den Jugend- und Sozialbereich verantwortlich.

Sie haben die Zeit dazu genutzt, vieles neu zu gestalten, so wurden beispielsweise der Seniorenbeirat, der Beirat für Menschen mit Behinderung und der Koordinierungskreis für die Ausländerbetreuung, der später zum Ausländerbeirat geworden ist, ins Leben gerufen.  

Bürgerinnen und Bürger, die bei Ihnen um Hilfe nachsuchten, wurden niemals abgewiesen. Sie lernten einen Bürgermeister kennen, der ihre Sorgen und Nöte, und mochten sie noch so klein sein, ernst nahm und sich auf jede erdenkliche Weise bemühte, für Abhilfe zu sorgen.

Sie waren immer bereit, politische Verantwortung zu übernehmen und sie mit Kompetenz, mit Fairness und mit Toleranz auszuüben.

Der respektvolle Umgang, den Sie über Parteigrenzen hinweg gepflegt haben, ist mit ein Grund, weshalb Sie während Ihrer jahrzehntelangen Zugehörigkeit zum Stadtrat über alle Fraktionen hinweg Anerkennung fanden.

Obwohl es in Ihrem Leben nicht nur Höhen, sondern zuweilen auch Tiefen gab, haben Sie sich Ihren unerschütterlichen Optimismus und Ihren Witz und Humor bewahrt.

Ihr ehrenamtliches Engagement beschränkt sich nicht auf die Arbeit im Regensburger Stadtrat. Für Ihr bürgerschaftliches Engagement gibt es eine lange Liste von Beispielen.

Sie haben sich große Verdienste um das Wohl der Allgemeinheit erworben und wurden dafür unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und der Kommunalen Verdienstmedaille in Silber ausgezeichnet.

In seiner Sitzung am 25. September 2008 hat der Stadtrat der Stadt Regensburg beschlossen, Ihnen die Silberne Bürgermedaille verliehen. Zu dieser Auszeichnung gratuliere ich Ihnen sehr herzlich.

 

Albertus-Magnus-Medaille an
Prof. Dr. phil Dr. jur. Ulrich Hommes

Die durch Stadtratsbeschluss vom 18. Mai 1949 geschaffene Albertus-Magnus-Medaille wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich als Wissenschaftler, Künstler oder Förderer der kulturellen Bestrebungen der Stadt besondere Verdienste erworben haben.

Die Stadt Regensburg ehrt in diesem Jahr Herrn Prof. Dr. phil. Dr. jur. Ulrich Hommes.

Sehr geehrter Herr Professor,
als junger Gelehrter mit gerade 35 Jahren übernahmen Sie im Jahre 1967 an der Universität Regensburg einen Lehrstuhl für Philosophie.

Bereits unmittelbar nach Ihrem beruflichen Neubeginn in Regensburg sahen Sie es auch als Ihre Aufgabe und besondere Verpflichtung an, die Hochschulen für die Öffentlichkeit transparenter zu gestalten sowie die öffentlichen Medien mit dem Hochschulbereich zu verbinden.

Weit über Ihre Verpflichtungen als Hochschullehrer hinaus haben Sie sich diesem – selbst auferlegten – Aufgabenspektrum eindrucksvoll gewidmet.

Über 25 Jahre waren Sie Mitglied im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks, wo Sie bis zu Ihrem Ausscheiden im Jahre 2002 den Vorsitz im Hörfunkausschuss inne hatten.

Von 1980 bis 1995 gehörten Sie als Vertreter des Bayerischen Rundfunks dem Programmbeirat der ARD an und wurden einem breiten Publikum durch zahlreiche Sendungen in Hörfunk und Fernsehen bekannt.

Über Jahre hinweg wirkten Sie als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland im „Comité des Programmes“ des Europäischen Kultursenders ARTE.

Während Ihres Wirkens an der Universität Regensburg haben Sie ein umfassendes literarisches Werk, das sich im Kern mit dem Wesen des menschlichen Handelns beschäftigt, geschaffen. In zahlreichen Publikationen und Vorträgen haben Sie sich darüber hinaus kritisch mit wichtigen Begriffen, Theorien und Tendenzen unserer Zeit auseinandergesetzt.

Obwohl Sie die angeführten Aufgaben und Tätigkeiten jahrelang ausgefüllt haben, war es für Sie darüber hinaus eine Selbstverständlichkeit, sich der Kultur in Ihrer zweiten Heimat Regensburg zu widmen. Bis ins Jahr 2008 haben Sie in der Jury zur Verleihung des Kulturpreises der Stadt Regensburg mitgewirkt. Ihre Beiträge im Regensburger Almanach bleiben vielen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt in nachhaltiger Erinnerung.

Eindrucksvoll haben Sie aus der Sicht des stillen Beobachters heraus im Jahre 1989 Schaffen und Werk des Regensburger Glasmalers Prof. Josef Oberberger dargestellt.

Im Jahre 2005 erschien unter dem Titel „Disput über das Heil“ im Regensburger Almanach eine Momentaufnahme über das Wirken Joseph Ratzingers an der Universität Regensburg.
Viele weitere Beispiele könnte man noch nennen.

Sehr geehrter Herr Prof. Hommes, aufgrund der Verdienste um die Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger, die Sie sich über Jahrzehnte hinweg erworben haben, hat der Stadtrat der Stadt Regensburg in seiner Sitzung am 25. September 2008 beschlossen, Ihnen die Albertus-Magnus-Medaille zu verleihen.

Zu dieser besonderen Ehrung darf ich Ihnen herzlich gratulieren.

 

Städtepartnerschaftpreis an
Frau Friederike Hauska,
Frau Barbara Neumann-Grziwok und
Herrn Franz Feldmeier

Vor 10 Jahren hat der Stadtrat von Regensburg beschlossen, eine städtische Auszeichnung für besondere Verdienste um die Städtepartnerschaften zu schaffen.

Die Stadt Regensburg möchte damit Dank und Anerkennung für besonderes städtepartnerschaftliches Engagement zum Ausdruck bringen. Zugleich soll ein Ansporn gegeben werden, unsere Städtepartnerschaften lebendig zu halten.

In seiner Sitzung am 25. September 2008 hat der Stadtrat der Stadt Regensburg beschlossen,

  • Frau Friederike Hauska,
  • Herrn Oberstudiendirektor Franz Feldmeier, Schulleiter des Goethe- Gymnasiums Regensburg,
  • und Frau Oberstudiendirektorin i.P. Barbara Neumann-Grziwok, Schulleiterin des Privat-Gymnasiums Pindl Regensburg,

mit einem Städtepartnerschaftspreis der Stadt Regensburg auszuzeichnen.

Mit Ihrem herausragendem Engagement im Rahmen der Städtepartnerschaften schaffen Sie es, dass junge Menschen die Fähigkeiten erwerben, die in einer globalisierten Welt immer mehr an Bedeutung gewinnen und von Personalleitern vieler Unternehmen sehr gefragt sind:
Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenz.

Die Austauschmaßnahmen ermöglichen es, dass unsere jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht nur in Regensburg zu Hause sind, sondern auch in einer unserer Partnerstädte ein Stück Heimat gefunden haben.

Bei den ersten Kontakten mit Tempe in Arizona Mitte der siebziger Jahre hatte man seitens Regensburgs große Bedenken, ob sich bei dieser weiten Entfernung überhaupt eine echte Städtepartnerschaft entwickeln könne.
Wir wurden eines Besseren belehrt.

Dank des Freundeskreises Tempe – Regensburg und seiner hervorragenden Zusammenarbeit mit der Sister City Corporation in Tempe ist diese Städtepartnerschaft eine beispielslose Erfolgsgeschichte.

Sehr geehrte Frau Hauska, einen maßgeblichen Anteil daran haben Sie.
Sie waren über sehr lange Zeit hinweg die „gute Seele“ des Freundeskreises. Von 1993 bis 2005 haben Sie das Büro des Freundeskreises geleitet. Die gesamte Korrespondenz war in Ihren Händen – in guten Händen.

Dass Sie ein großartiges Organisationstalent haben müssen, steht fest, denn Sie haben bei sämtlichen Vereinsaktivitäten – unter anderem bei den Austauschmaßnahmen, den Diaabenden, den jährlichen Sommerfesten -  alle Fäden zusammen gehalten. Ohne Ihren unermüdlichen Einsatz wären interessante und attraktive Projektideen des Freundeskreises Tempe – Regensburg an Verwaltungs- und Organisationsfragen gescheitert.

Und auch heute noch profitieren die Vereinsmitglieder von Ihrem Erfahrungsschatz sowie Ihrer praktischen Unterstützung und Hilfe.

 

Sehr geehrter Herr Feldmeier,
bereits als Stellvertreter des früheren, langjährigen Vorsitzenden des Freundeskreises Tempe - Regensburg, Herrn Dr. Johann Vielberth, haben Sie sich mit großem Engagement dafür eingesetzt, die Kontakte und Begegnungsmaßnahmen zu intensivieren. Sie waren es, der den Lehreraustausch ins Leben gerufen hat.

Seit November 2005 fungieren Sie als 1. Vorsitzender des mehr als 400 Mitglieder umfassenden Freundeskreises. Ohne Ihr herausragendes Engagement wären die vorbildliche Pflege und der Ausbau der Beziehungen zu der Partnerstadt Tempe und der dortigen Sister City Corporation nicht möglich.

Ebenso setzen Sie sich in besonderer Weise für die Zusammenarbeit mit unserer jüngsten Partnerstadt ein. Nach der Begründung der Städtepartnerschaft mit Budavár, dem historischen Bezirk von Budapest, im Mai 2005, haben Sie sich im Dezember 2005 spontan bereit erklärt, eine Schulpartnerschaft mit dem Kostolányi Dezsö Gymnasium aufzubauen.

Ihnen ist es gelungen, Lehrer, Schüler und Eltern – sowohl auf ungarischer als auch deutscher Seite – für die neue Schulpartnerschaft zu begeistern und das Interesse an der Partnerstadt Budavár zu wecken.

 

Sehr geehrte Frau Neumann-Grziwok,
seit Mitte der neunziger Jahre sind Sie in der Vorstandschaft des Freundeskreises Tempe-Regensburg e.V. ehrenamtlich tätig und fungieren nun als 2. Vorsitzende.

Ihnen ist es eine Herzensangelegenheit, die amerikanischen Schüler und Lehrer in das schulische Leben des Privat-Gymnasiums Pindl in vollem Maße zu integrieren – dies ist Ihnen bislang hervorragend gelungen.

Ebenso liegt Ihnen die Partnerschaft mit der Stadt Pilsen in der Tschechischen Republik am Herzen. Ihre Schulpartnerschaft mit dem dortigen Sportgymnasium besteht bereits seit 1989. Vier Jahre später wurde die Städtepartnerschaft mit Pilsen begründet.

Seit fast 20 Jahren besteht nicht nur eine vertrauensvolle Freundschaft zwischen zwei Schulleiterinnen – ich grüße die Schulleiterin des Pilsner Sportgymnasiums, Frau Milena Mayerová - sondern auch eine rege und intensive Schulpartnerschaft, die nie an Dynamik verloren hat.

Gestern ist beispielsweise eine Austauschmaßnahme zu Ende gegangen, bei der Pilsner und Regensburger Schüler in beiden Städten über verschiedene Aspekte der Grenzregion „Bayerischer Wald Böhmerwald“ diskutiert haben, um nur ein Projekt zu benennen. Für diese außerordentliche  Förderung der Städtepartnerschaften mit Tempe und Pilsen danke ich Ihnen ganz herzlich.

Ich freue mich, dass ich Sie - Frau Hauska, Herr Feldmeier und Frau Neumann-Grziwok – für Ihr besonderes Engagement im Namen der Stadt Regensburg heute mit einem Städtepartnerschaftspreis auszeichnen darf.
Ich gratuliere Ihnen sehr herzlich  und darf Sie nun nach vorne bitten.

 


Kulturpreis
an das Vokalensemble Singer Pur

Sehr geehrte Mitglieder des Vokalensembles Singer Pur,
es ist mir eine große Freude, Ihnen heute in Anerkennung Ihres musikalischen Schaffens den Kulturpreis der Stadt Regensburg 2008 überreichen zu dürfen.
1991 gründeten ehemalige Regensburger Domspatzen und eine Sopranistin ein Vokalensemble, wie dies viele andere Domspatzen nach dem Abitur taten und auch heute noch tun. Singer Pur hat sich bis zum heutigen Tag eine internationale Karriere ersungen, die ihresgleichen sucht. Noch immer sind drei der sechs Sänger ehemalige Domspatzen: Klaus Wenk, Markus Zapp und Marcus Schmidl. Neu dazugekommen sind Claudia Susanne Reinhard, Manuel Warwitz und Reiner Schneider-Warterberg. Das A-Capella-Ensemble genießt internationales Ansehen und große Anerkennung. Aus diesem Grund ist Singer Pur von der Jury als würdiger Kandidat für den Kulturpreis der Stadt Regensburg 2008 vorgeschlagen worden.

Mit Singer Pur wird eines der führenden deutschsprachigen A-Capella-Ensembles ausgezeichnet. Es ist einer der „Leuchttürme“ der Regensburger Kulturszene. Das Ensemble ist ein herausragender Kulturbotschafter der Stadt Regensburg, das mit seinen Konzerten eine internationale Karriere vorweisen kann, die außergewöhnlich ist für eine Regensburger Gruppe.
CD Einspielungen dokumentieren die breite Vielfalt des Repertoires, das eine Zeitreise durch die Epochen der Musikgeschichte darstellt: vom Sting-Arrangement bis zum Renaissance Madrigal, vom Volkslied bis zum Jazz und von der mittelalterlichen Motette bis zu Kompositionen der Gegenwart.
Besonders stolz sein können die Sänger von Singer Pur darauf sein, dass zwei ihrer CD-Produktionen mit dem begehrten Echo-Klassik ausgezeichnet wurden: 2005 erhielten sie den Echo-Klassik für eine CD-Produktion mit zeitgenössischen Kompositionen, die ausschließlich für Singer Pur komponiert wurden und 2007 für eine CD-Produktion mit neu arrangierten Volksliedern.

Singer Pur musiziert auf höchstem internationalen Niveau, wie dies die Auszeichnung mit bedeutenden Preisen zeigen: 1. Preis des Deutschen Musikwettbewerbs (1994) und der Grand Prix für Vokalmusik beim internationalen Tampere-Musikfestival“ in Finnland (1995). Das Ensemble wird von der Fachpresse mit dem Prädikat eines derzeit führenden deutschsprachigen Vokalensembles betitelt. Besondere Merkmale: lupenreine Intonation und eine äußerst harmonische Kollektivleistung.

Ich bin gespannt darauf, Singer Pur im nächsten Mai in den Rathauskonzerten hier im Reichssaal hören dürfen.
Sehr geehrtes Vokalensemble Singer Pur, ich freue mich sehr, Ihnen heute den Kulturpreis der Stadt Regensburg 2008 verleihen zu dürfen. Aus vollster Überzeugung und in Übereinstimmung mit den Mitgliedern des Stadtrats, gratuliere ich Ihnen im Namen der Stadt von ganzem Herzen zu dieser Auszeichnung und darf Ihnen nun die Urkunde überreichen.

 

Kulturförderpreis an
Herrn Christian Stang

Sehr geehrter Herr Stang,
seit Ihrem 15. Lebensjahr beschäftigen Sie sich mit dem korrekten Gebrauch der deutschen Sprache. Es ist Ihnen gelungen, die Normen der deutschen Sprache leicht verständlich für jedermann darzulegen. Damit haben Sie sich um eines unserer wichtigsten, aber am wenigsten beachteten Kulturgüter, die deutsche Sprache, verdient gemacht.

Ihre Publikationen weisen Sie als Experten im Bereich der deutschen Grammatik und der deutschen Orthographie aus.

Die Deutsche Nationalbibliothek listet Ihre Veröffentlichungen auf, es sind stattliche 36 Titel. Ihre einschlägigen Publikationen bei verschiedenen renommierten Verlagen wie Langenscheidt, Humboldt oder Falken, verdeutlichen Ihre exzellenten sprachlichen, orthographischen und typographischen Kenntnisse. Aus Ihrer langen Publikationsliste möchte ich nur zwei herausragende Bereiche erwähnen: Seit 1999 sind Sie als Autor auf dem Gebiet der deutschen Sprache für den Brockhaus tätig, insbesondere in der Dudenredaktion. Diese langjährige Zusammenarbeit geht auf ein von Ihnen verfasstes Manuskript zurück, einen „Crashkursus über die neue Rechtschreibung in 30 Minuten“, das nach wie vor online abrufbar ist unter www.duden.de. Sie sind aber nicht nur seit vielen Jahren als Autor bei Duden oder Langenscheidt tätig, sondern auch als Lektor und Korrektor bei Brockhaus.

Unter den Magistern, Doktores und Professoren sind Sie mit Ihrem Realschulabschluss ein Solitär unter den Sprachexperten. Beeindruckend ist Ihre exzellente Ausdrucksweise.

Ich freue mich, Ihnen heute einen Kulturförderpreis der Stadt Regensburg überreichen zu können. Im Namen der Stadt gratuliere ich Ihnen zu dieser Auszeichnung von ganzem Herzen und darf Ihnen nun die Urkunde überreichen.

 

Kulturförderperis an
Herrn Matthias Eckert

Sehr geehrter Herr Eckert,
Ihre Karriere begann ganz traditionell: als „Spross“ einer Regensburger Farben-Dynastie absolvierten Sie nach dem Abitur zunächst eine Lehre als Kirchenmaler. Im Anschluss daran studierten Sie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Franz Bernhard Weißhaar und Prof. Nikolaus Lang. Mittlerweile haben Sie selbst einen Lehrauftrag an der Meisterschule für Kirchenmaler und Vergolder in München.

Ihre Arbeitsgebiete sind Malerei, Objekte und Installation. 1992 und 1993 wurden Sie mit dem Dannerpreis für Gestaltung und Handwerk ausgezeichnet. 2004 erhielten Sie eine Debütanten-Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Sie nehmen mit Ihrem Werk eine besondere Position ein, die große Beachtung verdient. Fernab von der den Kunstbetrieb vorherrschenden „Zitier“-Kunst bestimmen nicht der Zufall, sondern Klarheit, Genauigkeit und Einfachheit in konkreten Werken Ihr Schaffen. Das Ergebnis: ein unverwechselbares Raumerlebnis.

Ihre künstlerische Tätigkeit zeigten Sie auf zahlreichen Ausstellungen in Regensburg, München, Schwandorf und Landshut. Die Publikationen Ihrer Präsentationen zeigen Ihr besonderes Talent im kontinuierlichen Umgang mit der Farbe. Stringent setzten Sie Ihr Verständnis von konkreter Kunst fort, beispielsweise in den „Farbprogressionen“, wo Sie versuchen Farben zu ordnen, zu reduzieren und zu charakterisieren, um mit der Farbe eine Öffnung des Räumlichen anzustreben. Nachhaltigen Eindruck hinterließen Ihre 12 roten Stelen 2005 bei der Debütanten-Ausstellung im Kunst und Gewerbeverein.

Ich freue mich, sehr geehrter Herr Eckert, Ihnen heute einen Kulturförderpreis der Stadt Regensburg überreichen zu dürfen. Ich gratuliere Ihnen im Namen der Stadt von ganzem Herzen zu dieser Auszeichnung und darf Ihnen nun die Urkunde überreichen.

 

Kulturförderpreis an
den Zusammenschluss "Tanzstelle R"

Werte Frau Karabelas,
sehr geehrte Mitglieder der Tanzstelle R,
Als regionales Netzwerk für modernen und zeitgenössischen Tanz und Performance in Regensburg haben Sie sich in relativ kurzer Zeit und ohne fremde Hilfe in der nicht ganz einfachen Regensburger Tanzszene etabliert. Gegründet 2003 von professionellen, frei arbeitenden TänzerInnen, ChoreographInnen und TanzpädagogInnen, besteht die „Tanzstelle R“ derzeit aus sechs Leitungsmitgliedern, die solo sowie in verschiedenen Ensembles und Formationen künstlerisch in Regensburg tätig sind: Eva Eger, Elisabeth Herrmann, Alexandra Karabelas, Berenica Kmiec, Wolfgang Maas und Kilta Rainprechter.

Ihr Ziel ist es einerseits, den Bühnentanz und die tänzerische Bildung vor Ort zu fördern und andererseits sind Sie zentrale Anlaufstelle für freie Künstler und Veranstalter in der Sparte Tanz. Ein ganz wesentlicher Aspekt Ihrer Arbeit ist dabei der Einsatz für die Jugend, wie z.B. das Programm Tanz und Schule zeigt.

Hut ab vor Ihrem großen Engagement. Sie tragen als unentgeltlich arbeitender Zusammenschluss die Kosten für Produktion und Aufführung weitgehend nahezu selbst. Bei den Regensburger Tanztagen sind Sie seit langem mit eigenen Vorstellungen im Rahmen des Abends „Tanzregion“ vertreten. Seit 2005 veranstalten Sie jeweils im Frühjahr im Theater an der Universität das regionale Tanzfestival „Schleudertraum“. Beide Veranstaltungen finden großen Zuspruch beim Publikum.

Das, was die „Tanzstelle R“ so wichtig macht, ist das Netzwerk, die Zusammenarbeit mit anderen Veranstaltern und Aktiven in der Regensburger Kulturszene. Es ist erfreulich, dass sich um das Aushängeschild der Regensburger Performancekultur, die Tanztage in der Alten Mälzerei, ein so lebendiger und alle auf dem Gebiet des Tanzes Aktiven vereinender Zusammenschluss möglich ist, der sich hohe Ziele gesteckt hat.

Aus vollster Überzeugung und in Übereinstimmung mit den Mitgliedern des Stadtrats, habe ich die große Ehre, Ihnen diesen Preis heute überreichen zu dürfen. Ich gratuliere Ihnen im Namen der Stadt von ganzem Herzen zu dieser Auszeichnung und darf Ihnen nun die Urkunde überreichen.

 

Professor-Josef-Engert-Preis
an Frau Dr. Katharina Benak

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Dr. Katharina Benak,
der Rektor der Universität hat Sie für den diesjährigen Josef-Engert-Preis vorgeschlagen. In Ihrer Doktorarbeit über das Schloß Sünching, ein Kleinod der Rokokokunst in Bayern, gelang Ihnen die Deutung dieses Landschlosses aus dem 18. Jahrhundert als Gesamtkunstwerk, das die Gattungen Architektur, Stukatur und Freskomalerei gleichermaßen berücksichtigt. Die von Ihnen im Familienarchiv des Schlosses entdeckte Serie von Zeichnungen von François de Cuvilliés d.Ä. erlaubt die definitive Zuordnung der bisher nur angenommenen Autorschaft Cuvilliés. Damit liegt Schloß Sünching auf der Ebene der Münchner Hofkunst. Sie zeigen in Ihrer Arbeit, dass der Bauherr, Reichsgraf Joseph Graf von Seinsheim, der am Münchner Hof unter Kurfürst Max III. als „Minister“ amtierte, die Elite der Münchner Hofkünstler für Bau und Ausstattung seines Jagdschlosses verpflichten konnte.

Aber auch die Bestimmung des ikonographischen Programms im Festsaal rückt Schloss Sünching an das Qualitätsniveau des höfischen Münchner Rokoko. In Ihrer ausführlichen monographischen Untersuchung analysieren Sie Baugeschichte, architektonische Form sowie Einsatz und Bedeutung verschiedener bildkünstlerischer Medien der repräsentativen Ausstattung.

Für Ihre herausragende Dissertation mit dem Titel „Schloss Sünching – ein Gesamtkunstwerk des höfischen bayerischen Rokoko“ überreichen wir Ihnen mit Freude und in großer Anerkennung den diesjährigen Josef-Engert-Preis der Stadt Regensburg.
Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für Ihre Zukunft.