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Amt für Ländliche Entwicklung

-Es gilt das gesprochene Wort-

Grußwort von Bürgermeisterin Petra Betz anlässlich der Verabschiedung des Präsidenten des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, Peter Czommer, und der Einführung des neuen Leiters am 30. April 2008 um 10 Uhr im Neuhaussaal


Anrede

Es ist mir eine Ehre, Sie anlässlich der Verabschiedung des Leiters des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, Herrn Präsident Peter Czommer sowie der Amtseinführung des neuen Leiters, Herrn Ltd. BD Thomas Gollwitzer in unserem herrlichen Neuhaussaal ganz herzlich willkommen zu heißen.

Sehr geehrter Herr Czommer, ich bin mir sicher, dass Sie, der Sie über so viele Jahre mit großem Engagement und mit Begeisterung das Amt für ländliche Entwicklung so erfolgreich geführt haben, mit ein wenig Wehmut Abschied nehmen.

Doch es gibt sicher auch ein lachendes Auge, und zwar deshalb, weil Ihr Abschied aus dem aktiven Berufsleben natürlich für Sie auch viele Chancen birgt, Neues zu erleben und zu entdecken, das Leben neu zu gestalten.

Sie sind ein Mann, der positiv denkt, der weiß, dass der heutige Tag nicht nur das Ende der beruflichen Laufbahn bedeutet, sondern zugleich den Anfang eines Lebens als Ruheständler.
Und wir wissen es nicht nur von Hermann Hesse:
„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“

Sie beide, Sie Herr Czommer und auch Sie, verehrter Herr Gollwitzer, stehen vor einem hoffentlich zauberhaften Anfang,
beim einen vor dem Anfang einer neuen Lebensphase,
beim anderen am Beginn eines neuen Abschnitts der beruflichen Laufbahn.

Ihnen beiden wünsche ich von ganzem Herzen dafür Glück und Kraft.

Das Ziel des Amtes für L ändliche Entwicklung war und ist es, die ländlichen Gemeinden und Regionen als eigenständige Lebensräume zu stärken. Ihre Aufgabe ist die Erhaltung eines Gleichgewichtes dieser Räume mit der Organisations-, Wirtschafts- und Finanzkraft der Verdichtungsräume. Dies ist auch im Sinne der Stadt Regensburg.
Das Verhältnis zwischen Stadt und Land hat sich insbesondere in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Wir haben gelernt, Synergien von Stadt und ländlichem Raum zu nutzen, die meiner Meinung nach viel zu häufig in den Hintergrund treten. Stadt und Land sind immer mehr verwoben. Eine scharfe Abgrenzung ist kaum noch zu finden, ein Kontinuum zwischen Agrarzonen, Vorstädten und städtischen Kernen formt hingegen das Bild.

Eine Großstadt wie Regensburg besitzt als Oberzentrum seit jeher eine weit reichende Versorgungsfunktion für die umliegenden Städte und Gemeinden und noch darüber hinaus. Regensburg hält kulturelle Angebote vor, genauso wie Bildungs- und Hochschuleinrichtungen, aber auch Arbeitsplätze für die ganze Region.

Gleichermaßen spielt aber auch der ländliche Raum eine wichtige Rolle für die Stadt, sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht, als auch als Naherholungsraum.

Die Attraktivität der Stadt Regensburg und deren wirtschaftliche Prosperität würden ohne die gleichermaßen hohe Attraktivität des ländlichen Raumes nicht in dieser Form bestehen. Die Anziehungskraft des ländlichen Raumes gehört zu den wesentlichen Faktoren, die die hohe Lebensqualität der Stadt, aber auch der Region Regensburg ausmachen.

Auch politische Synergien spielen eine Rolle, wenn zum Beispiel Stadt und Land gemeinsam ihre Interessen gegenüber dem Freistaat vertreten, die Einhaltung des Konnexitätsprinzips und entsprechend mehr finanzielle Unterstützung für Ostbayern einfordern. Bündnisse zwischen Stadt und Land sind das Gebot der Stunde. Das Teilraumgutachten Stadt-Umland Regensburg und das von Ihrem Haus geförderte und begleitete Strategie- und Handlungskonzept Landkreis Regensburg sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Tourismusprojekte wie der Ausbau des Radweges im Labertal, der ebenfalls vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz unterstützt wird, sind unmittelbare Ausflüsse dieser Stadt-Land-Kooperation.

Aber auch wirtschaftlich profitieren Regensburg und die Städte und Gemeinden in Ostbayern voneinander, wie die gegründeten Cluster in den Bereichen Sensorik und Biotechnologie oder das angedachte Kompetenznetzwerk Gesundheit in der Region eindrucksvoll bestätigen. Darüber hinaus profitiert Regensburg von der dynamischen Landwirtschaft in der Umgebung, während die ländlichen Gebiete durch städtische Nachfrage und Investitionen ihrerseits gewinnen.

Sehr geehrter Herr Czommer, während Ihrer langjährigen (37 Jahre) Dienstzeit am Amt für Ländliche Entwicklung in Regensburg war es immer Ihr Bestreben, dem ländlichen Raum in der Oberpfalz und im Landkreis Kelheim wirtschaftliche, soziale und auch kulturelle Impulse zu geben, um die Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen in Stadt und Land zu sichern.

Sie haben sich immer als Partner der Menschen und Kommunen im ländlichen Raum verstanden, mit Herzblut das (bürgerschaftliche) Engagement der Menschen vor Ort in den Projekten der Ländlichen Entwicklung vorangetrieben und persönlich die erste Kommunale Allianz Ostbayerns im Landkreis Amberg-Sulzbach aus der Taufe gehoben. Diesem übergemeindlichen Zusammenschluss folgten in Ihrer Amtszeit zahlreiche weitere, zwei davon grenzübergreifend zu unseren tschechischen Partnergemeinden.
Sie haben mit Ihrer Arbeit viel dazu beigetragen, dass die Verwaltung mit ihrer bürgerorientierten Dialogplanung, der Bodenordnung und ihrem Sachverstand für die integrierte ländliche Entwicklung zum gefragten Partner für den ländlichen Raum Ostbayerns avanciert ist.

Ihr Nachfolger kennt die Strukturen, die Probleme und die Chancen unserer Region ebenfalls sehr gut. Sind Sie, Herr Gollwitzer, doch nicht nur gebürtiger Regensburger, sondern in Ihrer beruflichen Laufbahn auch dem Regensburger Amt für Ländliche Entwicklung besonders verbunden.
Ihr beruflicher Werdegang hat Sie zwar zweimal für mehrere Jahre nach München geführt, aber seit neun Jahren sind Sie wieder – und wie es scheint nun endgültig – an Ihren Heimatort zurückgekehrt.

Es warten große und schwierige Aufgaben auf Sie, auch und gerade im Hinblick auf die Herausforderungen, vor die uns in Stadt und Land der demografische Wandel ebenso stellen wird wie der Wettbewerb auf europäischer Ebene. Sie können dabei auf ein solides Fundament aufbauen, das Ihnen Ihr Vorgänger im Amt hinterlässt.

Und ich wünsche für Regensburg und den ländlichen Raum, dass beide Seiten sich ihrer Synergien, ihrer gegenseitigen Abhängigkeiten und des Potenzials, das in der Zusammenarbeit steckt, bewusst bleiben und auch in der Zukunft die enge Zusammenarbeit als Chance betrachten und nutzen.

Ich danke Ihnen, sehr geehrter Herr Czommer, auch im Namen von Oberbürgermeister Hans Schaidinger für Ihre verdienstvolle Arbeit für das Amt für L ändliche Entwicklung der Oberpfalz und insbesondere für den Raum Regensburg.
Wir alle wünschen Ihnen für Ihren neuen Lebensabschnitt von Herzen Glück und Gesundheit, Jahre, die Sie mit dem gewohnten Tatendrang genießen können.

Wir freuen uns darüber, dass Sie Regensburg auch im Ruhestand treu bleiben werden.

Ihnen, sehr geehrter Herr Gollwitzer, wünsche ich Mut und Kraft für die Führung Ihrer Amtsgeschäfte.