Slacklining an städtischen Bäumen

Eine schöne Sache! Aber es muss sicher gestellt sein, dass die Bäume dadurch nicht geschädigt werden

 (C) Andreas Weber, Stadt Regensburg

Immer öfter sieht man in Gärten und Parks große und kleinere Menschen, die auf zwischen Bäumen gespannten Gurten balancieren, springen und alle möglichen Tricks ausprobieren und vorführen. Slacklining ist eine Trendsportart, bei der man auf einem Schlauchband oder Gurtband balanciert.

Befestigt wird die Slackline an zwei Fixpunkten (z.B. Bäume, Geländer, Felsen etc.) Falls Bäume als Fixpunkte verwendet werden, muss sichergestellt sein, dass die Bäume dadurch nicht geschädigt werden. Das kann sehr schnell der Fall sein. Die gespannten Gurte wirken mit einer Kraft von bis zu 3,5 Tonnen auf Rinde und Stamm. Dadurch und durch die Reibung wird die Rinde abgewetzt oder gequetscht, die darunter liegende wasserführende Wachstumsschicht wird ebenfalls gequetscht und kann so den Baum nicht mehr versorgen. Zu dünne Baumstämme werden überdehnt und bekommen Risse. Auch die Wurzeln können abgerissen werden. Die Schäden können zu Pilzbefall und Morschungen oder sogar zum Absterben der Bäume führen.

Deshalb bitte beachten:

  • Die Bäume müssen dick genug sein. Auf Höhe der Befestigung müssen sie mindestens 40 – 50 cm Stammdurchmesser bzw. einen Stammumfang von mindestens 130 cm haben.
  • Die Baumkrone muss genügend hoch beginnen. Es dürfen nur Bäume mit einem Kronenansatz von mindestens 3 m verwendet werden.
  • Keine Weichholzbaumarten wie z. B. Weide oder Pappel benutzen. Sie sind zu druckempfindlich.
  • Keine Nutzung von Bäumen, an denen vor allem im Stamm- oder Wurzelbereich irgendwelche Schäden zu erkennen sind (hohle oder offene Stämme, Morschungen, Pilze, abgeplatzte Rinde, dürre Äste …).
  • Nur Bäume mit borkiger dicker Rinde aussuchen (z. B. Eiche, Esche, Spitzahorn), keine Bäume mit glatter oder dünner Rinde (z. B. Buche, Birke).
  • Die Gurte dürfen nur mit einer Stammschutzmanschette, z. B. auch einer Isomatte oder einem dicken Stück altem Teppich am Baum angebracht werden. Nichts darf reiben!
  • Die Verankerungsschlinge darf sich nicht zuziehen und den Baum würgen. Keine Knoten, die Enden nur mit Karabinerhaken schließen.
  • Möglichst breite Gurte verwenden – mindestens 5 cm – und niemals Seile! Knoten oder Karabiner dürfen nicht auf die Borke oder den Stammschutz drücken.
  • Achtung Stolperfallen: bitte Rücksicht auf Andere nehmen.
  • Zum Schluss alles komplett abbauen und entfernen. Bitte den Ort sauber hinterlassen!

Jeder Slackliner übt seinen Sport in eigener Verantwortung aus. Bei Verletzungen von Beteiligten und Unbeteiligten keine Haftung!