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LOhrBär-Verlag

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Herr Dieter Lohr
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Aktuelles

Der Preis des Bayerischen Kultusministeriums für einen Bayerischen Kleinverlag geht im Jahr 2016 an den LOhrBär-Verlag!
Klick zur Pressemeldung des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst vom 26.09.2016
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Klick zur Messe »Andere Bücher braucht das Land 2016« am 26. und 27. November 2016 im Literaturhaus München
Klick zur Münchner Bücherschau 2016 vom 10. bis 27. November 2016 im Gasteig in München

Unser aktuelles Hörbuch:

Sigi Sommer: Sommersprossen

Lesung mit Musik

Sprecher: Rüdiger Hacker
Am Saxophon: Gabriele Wahlbrink

3 CDs, ca. 206 Minuten, 19,90 €

Ich hatte, seit ich etwa mit 10 Jahren eine ‘Eins’ im Aufsatz bekam, den festen Entschluss gefasst, Schriftsteller zu werden und nie mehr im Leben mit dem Schreiben aufzuhören.“

Und so hat er es dann im Großen und Ganzen auch gehalten. Wer den Namen Sigi Sommer hört, denkt zunächst einmal an die legendären Kolumnen, die ab den späten 1940er Jahren in der »Süddeutschen Zeitung« und der »Abendzeitung« erschienen. An seine Lokalspitzen und an Blasius den Spaziergänger, der mit feiner Beobachtungsgabe, spitzer Feder und hintersinnigem Humor allerlei Merkwürdiges, Wunderliches, Skurriles aber auch Bewegendes von den Bewohnern seiner Heimatstadt München berichtet.

Aber Sigi Sommer steht für mehr.

Neben einigen seiner brillantesten Blasius-Geschichten stellt »Sommersprossen« auch zwei weniger bekannte Seiten des großen Münchner Originals vor: Erzählungen über seine Jugend während des Ersten Weltkriegs und der 20er Jahre sowie seine Zeit als Soldat und die Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg.

Rüdiger Hacker trifft in seiner Lesung den Ton der jeweiligen Texte bis aufs i-Tüpfelchen, mal augenzwinkernd, mal ironisch, mal spöttisch, aber auch einfühlsam und nachdenklich. Gabriele Wahlbrink rundet mit dem Saxophon und Musikstücken der jeweiligen Zeit die Stimmungsbilder perfekt ab.

Am 21. November 1949 erschien der erste Artikel in Sigi Sommers Kolumne »Blasius der Spaziergänger« – über 3500 sollten es werden, und 37 Jahre lang sollten sie erscheinen. Bis 1987 hielt Blasius allfreitäglich in der Münchner »Abendzeitung« Rückschau auf die Ereignisse der Woche – nach Münchner Art: grantelnd, augenzwinkernd, tratzend, stichelnd, aber nicht verletzend.

Die Figur des Blasius machte Sigi Sommer schon zu Lebzeiten zu einer Legende, sein Name wird ‒ und das ohne Übertreibung ‒ in einem Atemzug mit dem Weiß Ferdl, Liesl Karlstadt oder Karl Valentin genannt. Er war aber nicht „nur“ ein freches und humorvolles Lästermaul und ein Groß­meister der Wortneuschöpfungen, Sprach­spiele und immer neuer und überraschender Me­taphern und Vergleiche, sondern auch ein ungemein scharfsichtiger und feinfühliger Chronist, ein Zeitaufschreiber, der die Jahr­zehnte seines Lebens von allen Seiten beleuch­tet, auch den dunklen und schwer einsichtigen. Er dokumentiert den zeitgeschichtlichen Wandel und zeichnet ein vielfarbiges und lebendiges Sittenbild des 20. Jahrhunderts bis in die 80er Jahre hinein.

Seinen Roman »Und keiner weint mir nach« aus dem Jahr 1953 über die Bewohner einer Giesinger Mietskaserne vergleicht Wolfgang Koeppen mit J. D. Salingers zwei Jahre zuvor erschienenem »Fänger im Roggen«, Bertolt Brecht bezeichnete ihn gar als den „besten Roman, der nach dem Krieg in Deutschland geschrieben wurde“.

„An einem Tag im grauen Mond Dezember 1984“ löste Sigi Sommer seinen legendären Stammtisch im Münchner Augustiner-Keller auf, seinem verlängerten Wohnzimmer, in dem sich über Jahr-zehnte hinweg eine wohlausgesuchte Gesellschaft aus Zeitungskollegen, Sportgrößen, Stars aus dem Show- und Filmgeschäft, Politikern und allerlei sonstigem Promi-Volk zur Tafelrunde traf; die letzte Blasius-Kolumne erschien am 2. Januar 1987. Am 25. Januar 1996 starb er in einem Münchner Pflegeheim.

Über uns

Der LOhrBär-Verlag publiziert seit 2004 Hörbücher von literarischen Texten über­wiegend bayerischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Wir betrachten das Medium Hörbuch nicht einfach als akustische Version des geschriebenen Buchs, sondern verstehen es als eigen­stän­diges Kunstwerk, das seine eigenen Akzente setzt. Wir konzentrieren auf genuin Hörbuchspezifisches, das in gedruckter Form nicht zu leisten wäre.

So wird beim LOhrBär ein besonderer Wert auf Hörspiele und O-Ton-Features gelegt, die in Buch­form nicht denkbar wären. Hörspiele wie »Die blaue Donau« von Ludwig Bemelmans, »3165« von Bernhard Setzwein oder »Die Rumplhanni« von Lena Christ sind darüber hinaus im Dialekt gehalten, der gesprochen ein weit­aus lebendigeres Erlebnis ist als in Schriftform.

Auch die literarischen Lesungen werden – wie unsere beiden Anthologien mit böhmischer und mährischer Literatur – szenisch und hörspielmäßig ‘aufbereitet’ und stets mit Musik um­rahmt. Die Musiker sind in der Regel Oberpfälzer ‘Hochkaräter’ (wie Sepp Frank, Lukas Klotz oder die »Negerländer«), die Musik ist fast durchweg eigens für die jeweiligen Hör­bücher komponiert und unterstreicht (oder kontrastiert bewusst) die jeweiligen Stimmungen, so dass auch ein klang­liches Gesamtbild entsteht, das in dieser Form als Buch nicht möglich wäre.

Wenngleich auch überregional bekannte Namen im Verlags­pro­gramm auf­tauchen (etwa Eva Demski, Joachim Ringelnatz, Bohumil Hrabal, Otfried Preußler), so werden vor­wiegend bayerische literarische Perlen gepflegt, deren Namen zwar oftmals weithin bekannt sind, deren Werke allerdings we­niger verbreitet sind (und gelesen werden), als sie es verdienen – Marie­luise Fleißer, Georg Britting, Eugen Oker.

Allerdings wird beim LOhrBär-Verlag auch der literarische ‘Nachwuchs’ gepflegt. Autorin­nen und Autoren wie Angela Kreuz, Matthias Kneip oder Mike Reisinger stehen zwar nicht auf den Shortlists für hochdotierte Literaturpreise, schrei­ben aber nichtsdesto­weniger groß­artige Literatur und stellen einen anspruchsvollen, selbstbewuss­ten und attraktiven Teil des Verlags­programms dar.

Jedes einzelne Hörbuch ist mit viel Liebe zum Text und zum Detail gemacht. Entsprechend ist das Programm nicht dergestalt, dass man auf Anhieb den Überblick verliert. Die Hör­bücher des LOhrBär-Verlags sind handverlesen und individuell ge­staltet. Die Fachpresse und das Publikum wissen das durchaus zu würdigen: Bereits mehrfach wurden LOhrBär-Hör­bücher auf der Bestenliste des Hessischen Rundfunks und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gelistet, das Feature »Der Fahrrad­speichen­fabrik­komplex« von Angela Kreuz und Dieter Lohr wurde 2010 für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert.

2016 wird der LOhrBär-Verlag mit dem Preis des Bayerischen Kultusministeriums für einen Bayerischen Kleinverlag ausgezeichnet.