Jahresthema 2026: Fingerspitzengefühl

Grafik – Sujet Jahresthema 2026 © Grafik: Nathalie Jodl

„Fingerspitzengefühl“ beschreibt ein großes Situationsbewusstsein und die Fähigkeit, angemessen und taktvoll zu reagieren. Themen und Situationen werden sensibel und emotional angegangen. Fingerspitzengefühl beinhaltet jedoch auch eine politische Komponente. Es ist ein sehr poetischer Begriff, der zum genauen Hinsehen animiert. 

Das Fingerspitzengefühl gilt als eine wichtige Fähigkeit im Umgang mit anderen, denn wer Fingerspitzengefühl besitzt, kann Menschen in ihren jeweiligen Bedürfnissen und Besonderheiten ansprechen und würdigen. Dabei stehen Feinfühligkeit, Einfühlungsvermögen und Sensibilität stark im Vordergrund. Man konnte das Thema auch wörtlich auffassen und sich mit der Fingerfertigkeit beispielsweise in der Musik oder der bildenden Kunst beschäftigen. Die „Holzhammermethode“ als das Gegenteil zum Fingerspitzengefühl war ein weiterer möglicher Aspekt der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema. 

Das sind nur einige wenige Beispiele, wie das Jahresthema 2026 interpretiert werden kann. Lokale Kulturakteure, Einrichtungen und Institutionen waren eingeladen, das Thema durch ihre Ideen, Projekte und Veranstaltungen mit Leben zu füllen. Als Ergebnis dieser künstlerischen Auseinandersetzung ist ein abwechslungsreiches Programm entstanden. Im Folgenden werden die aktuellen Termine aufgelistet.


Fotografie – Gruppenbild des Renner Ensembles © Jakob Schad

9. Regensburger Kompositionswettbewerb
Einsendeschluss: 01.05.2026 

Die neunte Auflage des in Regensburg stattfindenden Kompositionswettbewerbs beschäftigt sich mit dem Jahresthema „Fingerspitzengefühl“. Es sollen Werke/Arrangements entstehen, die sich auf bereits bestehende deutsche Volkslieder beziehen und deren Themenfelder von feinen Stimmungen, zarten Emotionen und menschlichen Begegnungen geprägt sind. Im Sinne des Jahresthemas sollen insbesondere zwischenmenschliche Beziehungen musikalisch ausgelotet werden: Nähe und Distanz, Verstehen und Missverstehen, Annäherung, Abschied, Sehnsucht oder Vertrautheit. Es kann sowohl ein neues Arrangement eines Volkslieds, eine neue Komposition unter Verwendung von Text- oder Melodiefragmenten eines Volkslieds als auch ein gänzlich neues Werk entstehen, das sich im Spannungsfeld von Sensibilität, Wahrnehmung und Nuance bewegt. 

Der Wettbewerb richtet sich an Komponistinnen und Komponisten jeden Alters, die neue Werke komponieren/arrangieren und nach Regensburg zur Uraufführung bringen. Neben dem Thema „Fingerspitzengefühl“ gelten als Vorgabe die Besetzung des Renner Ensembles sowie eine Gesamtwerklänge von maximal fünf Minuten.

KI-Bild – Bücherstapel mit Flammen und Kameramodell © KI-generiert

Kurzfilmworkshop zur Bücherverbrennung in Regensburg 1933
Workshops: 21.02. & 07.03.2026
Abschlussveranstaltung: 16.04.2026 

Die Young Writers laden am Samstag, den 21. Februar 2026 von 10 bis 16 Uhr zu einem kreativen Workshop ins W1 – Zentrum für junge Kultur ein. Jugendliche und junge Erwachsene beschäftigen sich dabei mit der Bücherverbrennung, die einst in Regensburg stattfand, und setzen das Thema in eigenen Kurzfilmen um. Unter der Leitung von Theresa Klinz, Elisabeth Pensenstadler und Florian Fischer erhalten die Teilnehmenden Einblicke in den kreativen Prozess des Videodrehs, vom ersten Konzept bis zur Videobearbeitung. Ergänzend geben geschichtliche Profis einen Überblick über die historischen Ereignisse und deren Bedeutung bis heute. 

Am Samstag, den 7. März 2026 von 9.30 bis 13 Uhr wird das Gelernte in den Räumlichkeiten der VHS Regensburg praktisch umgesetzt. Dabei entstehen eigene Videos, die am 16. April um 19 Uhr im Rahmen einer öffentlichen Abschlussveranstaltung im W1 gezeigt werden. 

Der Workshop richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene ab 12 Jahren mit und ohne Vorkenntnisse. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Anwesenheit an allen drei Terminen wird vorausgesetzt. Anmeldungen unter ZWQubnJleWFidHNvLXJlbGxldHN0ZmlyaGNzJG9mbmk=.

Fotografie – Portrait Daniela Dröscher © Heike Steinweg

Auftaktveranstaltung zu „Regensburg liest ein Buch 2026“
23.02.2026, 19 Uhr
Degginger, Wahlenstraße 17 

Körperbild, Geld, unerfüllte Erwartungen vom Leben, Generationskonflikte … in “Lügen über meine Mutter” stecken viele Themen, die nur mit viel Fingerspitzengefühl ehrlich besprochen werden können. In Daniela Dröschers autofiktionalem Roman erweist die Protagonistin Ela genau das: Ihre kindliche Perspektive auf das Leben ihrer Familie ist noch so unvoreingenommen, dass die Leserinnen und Leser selbst in die Rolle der Gesellschaftskritikerinnen und -kritiker schlüpfen müssen. Wäre diese Familiendynamik heute noch so denkbar oder ist sie bloß noch eine Persiflage der Vergangenheit? 

Mit einem Gespräch mit der renommierten Autorin und einer szenischen Lesung von Studierenden des Akademietheaters Regensburg startet das dreiwöchige Lesefestival “Regensburg liest ein Buch 2026”. 

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: ZWQudHNlaWwtZ3J1YnNuZWdlciRvZm5p 

Weitere Informationen und eine Übersicht aller Veranstaltungen gibt es unter:

Grafik – Sujet der Internationalen Kurzfilmwoche 2026 © kitzmann.wiesinger grafik.mediendesign

32. Internationale Kurzfilmwoche: Sektion „Fingerspitzengefühl“
05.-15.03.2026
verschiedene Orte 

Das kulturelle Jahresthema „Fingerspitzengefühl“ nimmt die Kurzfilmwoche zum Anlass, die Kunst des Filmemachens selbst als Handwerk sowie als soziale Praktik zu beleuchten: 

Eine Werkschau des Münchner Regie-Duos Mila Zhluktenko und Daniel Asadi Faezi zeigt, wie dokumentarisches Erzählen zu einem tastenden, verantwortungsvollen Umgang mit Menschen und ihren Geschichten führt (07.03., 17 Uhr, Filmgalerie). 

Mit dem Analog-Special Scopitones – Vorläufer des Musikvideos – wird das haptische Moment des Kinos auf besondere Weise erfahrbar. Die analog vorgeführten und kommentierten 16mm-Clips aus den 1960er Jahren reaktivieren ein beinahe vergessenes Medium aus der Frühgeschichte des Musikfernsehens. Für diese Veranstaltung wird im Gewölbekeller des Kunstateliers Obere Bachgasse 18 ein neuer Kulturort in der Altstadt erschlossen (08. & 09.03, 19 Uhr, Gewölbekeller). 

Im Filmprogramm Taking The Screen wird das Kino wiederum als Raum von Zugang, Macht und Sichtbarkeit verstanden, in dem sich vorwiegend außereuropäische Perspektiven Bilder bewusst aneignen (05.03., 21 Uhr, Filmgalerie & 08.03., 20.30 Uhr, W1). 

Eine weitere Ebene eröffnet die Begleitausstellung „Out Of The Blue“ der Künstlerin Antonia Gruber, deren analoge Polaroid-Arbeiten dem bewegten Bild eine entschleunigte, haptische Bildsprache zur Seite stellen (Vernissage 06.03., 18 Uhr, W1).

Fotografie – Fotografie – Chor St. Anton auf einer Bühne © Jörg Lipka

30 Jahre Orgel – 1. Konzert im Jubiläumsjahr: Maurice Duruflé: „Requiem“
15.03.2026, 16 Uhr
Stadtpfarrkirche St. Anton Regensburg, Furtmayrstraße 22 

Maurice Duruflés Requiem in d-Moll op. 9 ist eine intime, zugleich kraftvolle Vertonung der lateinischen Totenmesse. In einer sparsamen, kontemplativen Klangwelt verbindet Duruflé gregorianische Melodien mit impressionistischen Farbnuancen, getragen von klarer Stimmführung und virtuosem Orgelspiel. Das Werk besticht durch seine schlichte Schönheit, durchbrochen von eruptiven Einschüben. 

Der Chor St. Anton Regensburg, der durch seine rege Konzerttätigkeit seit vielen Jahren im Musikleben Regensburgs zu einer festen Größe geworden ist, führt Duruflés Requiem in der Fassung für Solisten, Chor und Orgel auf. Außerdem ist Prof. Markus Rupprecht mit einer Orgelimprovisation zu hören. 

Das Jubiläum „30 Jahre Jann-Orgel“ wird mit drei vielfältigen Orgelkonzerten begangen, die weiteren Termine sind am 26. Juli und 27. September. Eintritt frei.

Fotografie – Tanzgruppe auf der Bühne © Gerhard W. H. Schmidt

subsTanz Tanztheater: Kinderrechte? – Menschenrechte!
28.03.2026, 15.30 & 17.30 Uhr
Theater an der Uni, Albertus-Magnus-Straße 4 

Fingerspitzengefühl braucht es in unserem täglichen Miteinander, damit das Miteinander von verschiedenen Meinungen, Gruppen, Ideen und Menschen gelingen kann. Grundlage für das Zusammenleben sind nicht nur Menschenrechte, sondern auch Kinderrechte. Denn Kinder sind besondere Menschen mit besonderen Bedürfnissen: Sie brauchen Schutz, Raum, Aufmerksamkeit, Rechte. Im diesjährigen subsTanz-Projekt werden diese künstlerisch mit Leben gefüllt und auf der Bühne des Uni-Theaters präsentiert. 

Unter der professionellen Leitung von Julia Leidhold (Tanz) und Bettina Schönenberg (Schauspiel) entsteht gemeinsam mit 18 Kindern im Alter von 8 bis 14 Jahren Szene für Szene ein besonderes Theatererlebnis. Ausgangspunkt sind die „Lieblingsrechte“ der Kinder, aber darüber hinaus beschäftigen sich die jungen Künstlerinnen und Künstler mit der Kindheit in vielen Facetten, sie stellen Fragen, suchen gemeinsam Antworten und überlegen, was die Rechte für sie konkret bedeuten. Annkathrin Selthofer (Kostüm und Bühne) lässt die Kinder sowohl in ihrer Individualität als auch als Gruppe sichtbar werden. Unterstützt und gefördert von der Waisenhausstiftung Stadtamhof und dem Kulturamt der Stadt Regensburg. 

Die Vorstellungen sind kostenfrei, Tickets werden jedoch benötigt und können per E-Mail unter ZWQubGlhbWUkem5hVHNidXM= bestellt werden, Restkarten gibt es vor Ort.


Stadt Regensburg, Peter Ferstl
Fotografie – Portrait Oliver Machander © Stadt Regensburg, Peter Ferstl

Führung „Mit Fingerspitzengefühl und Holzhammermethoden“
03.05. & 13.09.2026, jeweils um 14 Uhr
Treffpunkt: Stadtamhof, Am Brückenbasar (auf der Nordseite der Steinernen Brücke) 

Unterschiedliche historische Ereignisse wurden einst in Regensburg mit Fingerspitzengefühl oder aber mit der Holzhammermethode gelöst. Der bekannte Oberpfälzer Märchenerzähler Oliver Machander sowie die Gästeführerin und Historikerin Ulrike Unger laden Alt und Jung ein, bei einem unterhaltsamen und geschichtsträchtigen Spaziergang durch die Altstadt von Regensburg mit dabei zu sein. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren bei dieser Führung einerseits von außergewöhnlichen Persönlichkeiten, die in Regensburg ihr Fingerspitzengefühl bewiesen haben, sowie andererseits von Berühmtheiten, denen von ihren Zeitgenossen mit der Holzhammermethode übel mitgespielt wurde. Die historischen Ausführungen werden mit Märchen und Anekdoten bereichert – melancholisch, heiter, nachdenklich, appetitlich oder schaurig. 

Die Teilnahme ist kostenlos. Wegen eingeschränkter Personenzahl ist eine Anmeldung per E-Mail an ZWQuYmV3JHJlZG5haGNhbS1yZXZpbG8= oder telefonisch unter 0941 / 59 89 540 erforderlich.

Zeitgenössischer Kupferstich – Portrait Georg Heinrich Paritius © Georg Heinrich Paritius, Ausschnitt aus einem zeitgenössischen Kupferstich von Wolfgang Philipp Kilian (Repro: Georg Maierhofer)

Georg Heinrich Paritius – Der Regensburger Schreibmeister im Lichte einer digitalisierten Welt
23.09.2026, 19 Uhr
Großer Runtingersaal, Keplerstraße 1 

Der Kalligraf Johann Georg Maierhofer stellt das Regensburger Schreibmeisterbuch des Georg Heinrich Paritius (1675-1725) vor. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erfahren, warum sie sich kein X für ein U vormachen lassen sollen oder wie man Fraktur miteinander redet, und bekommen Einblicke in die Bedeutung der Handschrift für das persönliche Wohlbefinden. 

Eine Veranstaltung des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg in Kooperation mit dem Amt für kulturelles Erbe der Stadt Regensburg.

Weitere Informationen

Kontakt

Hana Bejlková
Kulturamt
Haidplatz 8
Zimmer: 202
93047 Regensburg

(0941) 507-2412
(0941) 507-5419
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