50 Jahre an der vhs
Roberto Mazzotta bringt seit 1976 den Regensburgern Italienisch bei
„Die italienische Sprache ist wie Musik. Italienisch wird nicht nur mit dem Mund gesprochen, sondern mit dem ganzen Körper: Füße, Hände, Gesichtsausdruck“, sagt Roberto Mazzotta. Seit 50 Jahren unterrichtet der gebürtige Apulier in Regensburg Italienisch. Dafür wurde er jetzt von der vhs Regensburg gewürdigt.
Nina Dollinger-Krome, Leiterin des Amtes für Weiterbildung, und vhs-Leiter Gustav Wabra überreichten Roberto Mazzotta eine Ehrenurkunde für langjähriges und verdienstvolles Engagement in der Erwachsenenbildung. Die Ehrennadel des Bayerischen Volkshochschulverbandes in Gold wurde ihm bereits nach 25 Jahren überreicht. Das 50-jährige Jubiläum von Roberto Mazzotta an der vhs nahmen Dollinger-Krome und Wabra zum Anlass, seine Verdienste nochmals zu würdigen. „Herr Mazzotta unterrichtet mit so viel Leidenschaft und das seit 50 Jahren. Er ist untrennbar mit der Geschichte der vhs Regensburg verbunden“, sagt Amtsleiterin Dollinger-Krome. Gustav Wabra ergänzt: „Sie haben nicht nur die vhs geprägt, sondern auch Generationen an Regensburgerinnen und Regensburgern Italienisch beigebracht. Sie haben jedem Ihrer Schülerinnen und Schüler etwas mitgegeben: die Liebe zur italienischen Sprache.“
Roberto Mazzotta kam im März 1969 mit dem Zug aus Lecce nach Regensburg. Erst war er Schneider, dann Elektriker. Hauptberuflich arbeitet er bis heute als Ingenieur für technische Berechnungen und gibt seit 1976 Kurse an der vhs.
„Ich kann mich noch gut an meine erste Unterrichtsstunde erinnern. Es waren 30 Teilnehmer jeden Alters dabei. Es war sehr aufregend für mich, aber ich war auch voller Sorge, ob die Teilnehmer zur nächsten Stunde wiederkommen würden“, sagt Roberto Mazzotta. Die Sorge war unberechtigt, denn seitdem ist der Kursleiter ununterbrochen an der vhs tätig. In seiner Zeit als Dozent hat sich viel verändert. Die Unterrichtsqualität habe enorm zugenommen: durch bessere Didaktik dank neuer Methoden, besseres Material, mehr Einsatz moderner Medien und differenzierte Kursformate. Das bedeute aber auch, dass die Teilnehmer anspruchsvoller geworden seien. Die Herausforderung bestehe darin, flexibel zu sein und den Unterricht zu individualisieren. „Jeder Lernende muss das Gefühl haben, einen direkten Draht zum Dozenten zu haben.“
Im Laufe der ersten Jahre seien immer wieder neue Teilnehmer zu ihm gekommen, die ihm Grüße von ihren Schwestern oder Brüdern überbracht hätten, welche bereits Kurse bei ihm besucht hätten. Später seien es Grüße von Müttern und Vätern gewesen. Dann hätten auch Oma und Opa Grüße ausrichten lassen. Vor etwa einem Jahr sei schließlich eine neue Teilnehmerin in seinen Kurs gekommen und habe ihm gesagt, sie solle ihm ganz liebe Grüße von ihrer Urgroßmutter ausrichten. Diese habe in den 70er Jahren einige Semester bei ihm gelernt und ihn ihrer Urenkelin empfohlen. „Das freut mich einerseits sehr, aber andererseits wird mir bewusst, dass ich nicht mehr so jung bin“, sagt Roberto Mazzotta. „Ich hoffe, gesund zu bleiben und weiterhin an der vhs unterrichten zu dürfen. Ich habe es immer als ein Privileg betrachtet, meine Muttersprache an interessierte Menschen weitergeben zu dürfen. Meine Motivation ist heute genauso hoch wie vor 50 Jahren.“
1. April 2026
v. l. n. r: Gustav Wabra (Leiter der Volkshochschule), Roberto Mazzotta (Dozent), Nina Dollinger-Krome (Leiterin Amt für Weiterbildung)
©
Stadt Regensburg, Christian Kaister