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Verleihung Margarethe-Runtinger-Preis 2013

Rede von Herrn Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Verleihung des Margarethe-Runtinger-Preises an die Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, das Autohaus Neutraubling GmbH und die Ludwig Steuerberatungs-GmbH am 16. Oktober 2013 im Kurfürstenzimmer des Alten Rathauses

-Es gilt das gesprochene Wort-

Sehr geehrte Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verbänden,
sehr geehrte Mitglieder der Jury,
sehr geehrte ehemalige Preisträgerinnen,
sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen Wettbewerbs,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Medien

Herzlich willkommen zur 12. Verleihung des Margarethe-Runtinger-Preises im Jahr 2013 an die frauen- und familienfreundlichsten Unternehmen in Stadt und Landkreis.

Nichts ist motivierender und wirksamer als ein positives Vorbild, so dachten Stadtspitze und Volkshochschule mit ihrem Projekt „Regionalzentrum Frau und Beruf“ und lobten 1991 einen Preis für frauen- und familienfreundliche Unternehmen aus.

Die Realität hat der Idee Recht gegeben: 32 Preisträgerinnen und immer wieder auch Gewinner des bayerischen Preises für Chancengleichheit im Betrieb aus Regensburg belegen inzwischen deutlich, wie sehr man sich in unserer Region für Familien, Frauen und Firmen engagiert.

Wenn es sich um dieses Thema dreht, dann sind drei Akteure gefragt: Frauen und Familien, Politik und Wirtschaft.

In den Firmen ist vieles normal geworden, wofür wir die ersten Gewinner auszeichneten:

  • Flexible Arbeitszeitmodelle
  • Home-Office-Arbeitsplätze
  • Berücksichtigung von familiären Bedürfnissen.

Doch Frauen in technischen Berufen und Führungspositionen sind nach wie vor eine Seltenheit und Selbstverpflichtungen der Firmen haben hier nicht das gewünschte Ergebnis gebracht.

Wir haben nahezu Vollbeschäftigung und der demografische Wandel wird konkret. Schon jetzt fehlen Fachkräfte quer durch alle Branchen. Angesichts dessen sind auch die Firmen fantasievoller, flexibler, innovativer geworden, wenn es gilt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Gut qualifizierte Frauen – auch als Quereinsteigerinnen – sind hier gefragt.

Auch wenn die Lage auf dem Arbeitsmarkt derzeit günstig für Frauen ist, die Frauenerwerbstätigkeit steigt, so schützt dies Frauen nicht vor Altersarmut. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung vom Frühjahr 2013 halbierte sich der Anteil der Frauen mit einer Arbeitszeit zwischen 35 und 39 Stunden in den letzten zwanzig Jahren. Viele Frauen arbeiten unter prekären Arbeitsbedingungen mit der bekannten Folge für die Rente. Die Jury unseres Wettbewerbs hat deshalb diesmal genau nachgefragt, wie es mit den Minijobs aussieht.

Bund, Länder und Gemeinden haben in den letzten Jahren viel bewegt, was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert hat. Ganztagesbetreuung von der Kinderkrippe bis zum Gymnasium ist ausgebaut worden oder in Planung. Eltern können fast immer frei entscheiden, welche Form der Kinderbetreuung sie wählen.

Doch auch die Frauen müssen am Ball bleiben: In ihre Fähigkeiten vertrauen, ihren Aufstieg anpacken und dies in der Firma kundtun, die Elternzeit nach der Geburt des Kindes gemeinsam mit ihrem Partner planen. Zusätzlich zur öffentlichen Kinderbetreuung braucht es auch meist ein privates Netzwerk.

Der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen verhindern häufig die kontinuierliche Erwerbstätigkeit von Frauen. Erst wenn sich die Einkommen junger Frauen verbessern, was mit der geschlechtsspezifischen Berufswahl zusammenhängt, können Partner frei entscheiden, wer wie lang Elternzeit nimmt.

Gefragt sind heute Politiker und Firmen, die in die Zukunft denken und handeln. Frauen aktiv unterstützen, im Job zu bleiben und vorwärts zu kommen und Männer ermutigen, sich um ihre Familie zu kümmern.

Weil wir hier auch eine regionale politische Verantwortung sehen, beteiligt sich die Stadt Regenburg im Verbund mit zwölf Regensburger Firmen mit dem Programm „ff – frauen führen“ als eine von 10 bundesdeutschen Kommunen am Programm „Mehr Frauen in Führungspositionen – Regionale Bündnisse für Chancengleichheit“.

Einige dieser Firmen sind unter den Bewerbungen um den Margarethe-Runtinger-Preis 2013. Aus insgesamt zwölf engagierten und preiswürdigen Bewerbungen hat die Jury drei Preisträgerinnen ausgewählt.

Das besondere des diesjährigen Wettbewerbs war, dass die Jury bei allen Besuchen auf Chefs, Chefinnen und Personalverantwortliche getroffen ist, die aus Überzeugung und Lebenserfahrung frauen- und familienfreundlich handeln. Darum passt auch die musikalische Umrahmung durch die Liebeslieder der Herren vom Quartett aus dem Renner -Ensemble sehr gut. Herzlichen Dank für die stimmungsvolle Gestaltung.

Ein großes Dankeschön allen, die am Wettbewerb mitgewirkt haben, ganz besonders den Firmen. Egal ob sie heute prämiert werden oder nicht: Sie leisten Hervorragendes und haben engagierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

Preisträger Margarethe-Runtinger-Preis 2013Nicole Zitzl, Daniela Bauderer und Dr. Nicolas Maier-Scheubeck (Maschinenfabrik Reinhausen), Elisabeth Ludwig (Ludwig Steuerberatungsgesellschaft mbH), Anton Stingl (Autohaus Neutraubling GmbH) und Oberbürgermeister Hans Schaidinger (v.l.n.r.) © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Nicole Zitzl, Daniela Bauderer und Dr. Nicolas Maier-Scheubeck (Maschinenfabrik Reinhausen), Elisabeth Ludwig (Ludwig Steuerberatungsgesellschaft mbH), Anton Stingl (Autohaus Neutraubling GmbH) und Oberbürgermeister Hans Schaidinger (v.l.n.r.)