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Richtfestes für den Erweiterungsbau an der Grundschule Burgweinting

-Es gilt das gesprochene Wort-

Ansprache von Oberbürgermeisters Hans Schaidinger anlässlich des Richtfestes für den Erweiterungsbau an der Grundschule Burgweinting zum Aufbau eines gebundenen Ganztageszuges am Mittwoch, 4. Dezember 2013, um 13.30 Uhr

Anrede,

Heute können wir das Richtfest für den Erweiterungsbau an der Grundschule Burgweinting zum Aufbau eines gebundenen Ganztageszuges feiern.
Die Grundschule Burgweinting ist mit derzeit 18 Klassen die größte Grundschule von Regensburg.

Die Keimzelle der heutigen Grundschule entstand 1964/65 mit dem Neubau einer Volksschule mit Turnhalle für die damals noch selbständige Gemeinde am Rande des Stadtgebietes.
Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde Burgweinting am 01.01.1977 in die Stadt Regensburg eingemeindet.
Nach Ausweisung des Entwicklungsgebietes Burgweinting wuchs die Bevölkerung und mit ihr die Anzahl der schulpflichtigen Kinder von Jahr zu Jahr.
Ab 1990 wurde das Baugebiet Burgweinting Süd-West, dann Burgweinting Mitte und zuletzt Burgweinting Nord-West ausgewiesen.

Die Einwohnerzahl von Burgweinting wuchs ab 1990 von ursprünglich 1.500 bis zum heutigen Stand von 9.000 Einwohnern. Innerhalb von 23 Jahren wuchs die Bevölkerung damit um das 6-fache!!!
Burgweinting ist nicht nur der jüngste Stadtteil sondern auch der Stadtteil mit der höchsten Kinder- und Jugendlichenquote.
Die Kapazität der Schulanlage musste mit dem rasanten Bevölkerungswachstum Schritt halten.

Die ursprüngliche Volksschule Burgweinting von 1965 wurde deshalb bereits 4-mal erweitert.
Die heutige Erweiterung für den Ganztageszug ist damit die 5. Erweiterung.

Bauhistorie:

1964/1965 Neubau einer vierklassigen Volksschule mit Turnhalle für die damals noch eigenständige Gemeinde Burgweinting.

Ab 1991 wurde die Schule in kurzen Zeitabständen jeweils um 4 Klassenzimmer ( = kompletter Schulzug von der 1. bis zur 4. Klasse) erweitert.

1. Erweiterung 1991/1992
Anbau von 4 Klassenzimmern

2. Erweiterung 1994/1995
4 Klassenzimmer + Pausenhalle + Allwetterplatz

3. Erweiterung 1995/1996
4 Klassenzimmer + Erweiterung der Pausenhalle

4. Erweiterung 1999/2000
4 Klassenzimmer

5. Erweiterung 2013/2014
Ganztageszug

Neubau Turnhalle 2003/2004.

Sanierung TH 2004/2005

Mit der 3. Erweiterung 1995/1996 wurde gleichzeitig ein 2-gruppiger Kinderhort auf dem Schulgelände errichtet.

Derzeit besuchen rd. 440 Schülerinnen und Schüler in 18 Regelklassen die Grundschule Burgweinting.

Damit diese Schülerinnen und Schüler noch besser gefördert werden können errichten wir mit der 5. Erweiterung die erforderlichen Räume für einen gebundenen Ganztageszug.
Für diese Schulerweiterung wurde das Sonderprogramm „FAG plus 15“ beim Bayer. Staatsministerium für Unterricht und Kultus zum Zieljahr 2014/2015 beantragt – und mit Schreiben vom 14.05.2012 vom KM genehmigt.

Mit dem Sonderprogramm „FAG plus 15“ liegt der Fördersatz nicht nur um 15 % über der normalen Förderung, sondern es werden zusätzlich Räume nach dem pädagogischen Konzept anerkannt.

Folgende Räume werden für den Ganztageszug nach „FAG plus15“ gefördert:

  • Speisesaal 104 m²
  • Küche mit Nebenräumen 50 m²
  • Mehrzweckraum 89 m²
  • Lernwerkstatt 26 m²
  • Musikübungsraum 58 m²
  • Raum für Lehrer 28 m²

Das macht eine Gesamtfläche von 355 m².

Bereits bei der letzten Erweiterung 1999/2000 wurde durch die Anordnung der Klassenzimmer und Flure das Andocken eines weiteren Baukörpers im Bereich der südlichen Pausenhoffläche berücksichtigt.

Der Erweiterungsbau arrondiert das Schulgebäude nach Westen zur Garbenstraße hin.
Die innere Erschließung des vorhandenen Gebäudes wird fortgeführt. Im Erdgeschoss sind die Hauptfunktionen der Mittagsbetreuung - Speisesaal, Mehrzweckraum und Küche – untergebracht.
Im Obergeschoss entstehen die Räume für die Musikübung, für die Lernwerkstatt und ein Lehrerarbeitszimmer.

Der zweigeschossige Erweiterungsbau wurde in Stahlbeton errichtet. Die Außenwände werden mit 22 cm starken Mineralwolle gedämmt und mit hinter lüfteten Faserzementplatten verkleidet. Zur Dämmung gegen das Erdreich wurde unter der Bodenplatte ein Schaumglasschotterpaket eingebaut. Das Stahlbetonflachdach erhielt eine Schaumglaswärmedämmung und eine bituminöse Abdichtung.

Die großen Fassadenelemente im Erdgeschoss für Speisesaal und Mehrzweckraum sorgen für viel Tageslicht und öffnen sich zur Grün- und Pausenhoffläche.

Durch die optimale Dämmung der wärmeübertragenden Außenhülle verbessern wir den geforderten Energiestandard der Energieeinsparverordnung 2009 um 30 %.
Die dreifach verglaste Pfosten-Riegel-Fassade wird nach Osten, Süden und Westen mit einem Sonnenschutz ausgestattet.

Die erforderlichen Differenzierungsräume für den gebundenen Ganztagszug müssen durch Umstrukturierungen im Bestand geschaffen werden.
Hierzu ist es erforderlich, dass zwei Klassenräume im Schulhaus durch eine mobile Trennwand bzw. eine Zwischenwand baulich abgetrennt werden.

Zusätzlich müssen direkte Zugänge zwischen den Ganztagsklassen-zimmern und den Differenzierungs-räumen sowie ausreichend große Sichtverbindungen geschaffen werden.

Der Brandschutz im Bestand wird nach den Forderungen des Brandschutzkonzeptes ertüchtigt.

Kücheneinrichtung

Für die Mittagsversorgung wird eine Verteilerküche für 2 x 75 Essens-teilnehmer mit Koch-, Ausgabe- und Spülbereich sowie den erforderlichen Lagerräumen für eine Kalt- und Tiefkühlkostverpflegung errichtet.

Sanitärinstallation

Die Schulwaschtische und Toilettenanlagen werden mit Kaltwasser versorgt. Warmwasser wird zusätzlich in den Bereichen der Teeküche, der Küche und in den Putzräumen zur Verfügung gestellt.

Heizungsanlage

Die Wärmeversorgung für den Erweiterungsbau erfolgt über einen Heizraum im Erdgeschoss. Die Warmwasserbereitung und Wärmeerzeugung wird mit einem Gasbrennwertgerät sichergestellt.
Die Küche mit den Nebenräumen erhalten Heizkörper - in den übrigen Räumen im Neubau wird eine Fußbodenheizung installiert.

Lüftungsanlage

Die Arbeits- und Aufenthaltsbereiche werden mit einer Zu- und Abluftanlagen ausgestattet, die bedarfsabhängig betrieben werden. Zur Energieein-sparung wird ein Plattenwärmetauscher mit einer bis zu 80 %-igen Wärmerück-gewinnung eingesetzt.

Elektro

Die gesamte Elektrotechnik wird außer der Brandmeldeanlage und ELA-Anlage neu installiert. Die für den Neubau notwendigen Rauchmelder und Druckknopfmelder werden an die bestehende Brandmeldeanlage angeschlossen. Nebenuhren und Lautsprecher für Sammel- und Einzelruf werden an die bestehende ELA-Zentrale angebunden.

Zeitlicher Ablauf

Nach Erteilung des vorzeitigen Bau-beginns durch die Regierung d. Opf. konnte im Frühjahr 2013 die Leistungsverzeichnisse zur Angebotseinholung ausgegeben werden.

Die Bauarbeiten wurden im Mai 2013 begonnen. Mit der Fertigstellung ist Mitte des Jahres 2014 zu rechnen. Nach der vorgeschriebenen Auslüftzeit und den erforderlichen Freimessungen können die Räume dann möbliert werden und stehen zum Schuljahr 2014/15 für die schulische Nutzung zur Verfügung.

Finanzielle Auswirkungen

Die Kosten der baulichen Maßnahmen (Erweiterungsbau und Umbau im Bestand) belaufen sich auf insgesamt 2,2 Mio. €.

Für die Außenanlagen werden zu-sätzlich 100.000 € und für die Einrichtung (lose Möblierung) weitere 285.000 € benötigt.

Für den gebundenen Ganztageszug investiert die Stadt damit ca. 2,6 Mio. €.

Danksagung

Dass die vergangenen und kommenden Monate nicht völlig lautlos über die Bühne gehen können, ist klar.

Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulleitung und nicht zuletzt der Hausmeister werden bis zum Abschluss der Arbeiten mit der ein oder anderen Beeinträchtigung leben müssen.
Aber mit ein wenig Gelassenheit und Geduld und vor allem mit dem Blick auf das Ergebnis, lässt sich bestimmt manche Störung leichter verkraften.

Ich danke deshalb schon jetzt allen für Ihr Verständnis und freue mich auf den Moment, wenn die neuen Räume mit Leben erfüllt werden. Wenn zum ersten mal die Schülerinnen und Schüler im hellen Speisesaal ihr Mittagessen ein-nehmen können.

Für die Zustimmung zur Planung und Bereitstellung der Mittel danke ich den Stadträten und der Regierung der Oberpfalz.

Das Richtfest ist in erster Linie ein Fest der Bauschaffenden und so möchte ich die Gelegenheit auch dazu benutzen, mich bei allen am Projekt Beteiligten persönlich für die hervorragende Arbeit zu bedanken.

Ich danke besonders dem Architekturbüro Gutthann Architekten & Ingenieure aus Donaustauf, das für die Planung verantwortlich zeichnet und die Bauabwicklung betreut.

Ich danke dem Ingenieurbüro Augustin, Regensburg für die Tragwerksplanung, sowie den Ingenieurbüro Martin + Paulus und dem Ingenieurbüro Anthofer die den gesamten technischen Bereich projektieren.

Von den ausführenden Firmen hat die Baufirma Haberstroh aus Siegenburg die Rohbauarbeiten übernommen und termingerecht fertiggestellt. Die Flachdacharbeiten wurden von der Fa. Haberl aus Cham ausgeführt.

Mit dem Einbau der Pfosten-Riegelfassade konnte die Fa. Hanke aus Nittendorf noch rechtzeitig vor Beginn der kalten Jahreszeit den Erweiterungsbau winterdicht abschließen.

Inzwischen haben die Firmen Weickl, Tegernheim (Heizung/Sanitär) und Elektro-Czichon, Alteglofsheim mit dem technischen Ausbau begonnen.

Von der Fa. PTG Systemböden wurde bereits der Estrich verlegt und von der Fa. Wasem aus Seiboldsdorf wurden die Trockenbauwände erstellt.

Alle Firmen sichern eine termingerechte Abwicklung zu, dafür herzlichen Dank.

An diesem Projekt und seinem guten Gelingen wirken auch eine Vielzahl von Ämtern und Dienststellen mit.

Ihnen allen, ganz besondere dem Amt für Hochbau und Gebäudeservice, das für die gesamte Projektleitung und Koordination verantwortlich ist meine Anerkennung.

In diesem Sinne wünsche ich den Bauschaffenden weiterhin ein gutes Gelingen sowie einen zügigen und unfallfreien Verlauf der weiteren Bauarbeiten.

Vielen Dank