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Internationaler Kongress Thermophiles

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger zum Internationalen Kongress Thermophiles am 10. September 2013 um 18 Uhr im Historischen Reichssaal des Alten Rathauses

Anrede,

Ich freue mich sehr, dass Sie unsere schöne Stadt als Tagungsort für Ihren Internationalen Kongress gewählt haben.

Auch wenn Sie natürlich nicht wegen des Sightseeings nach Regensburg gekommen sind - vielleicht haben Sie unsere Stadt ja trotz Ihres dicht gedrängten Tagungsplans schon ein bisschen in Augenschein nehmen können? Von unserer wunderschönen Altstadt, die seit 2006 zum Welterbe der UNESCO zählt, sind nämlich jedes Jahr drei Millionen Gäste begeistert!

Noch schöner aber, als Regensburg aus touristischer Sicht anzuschauen, ist es in Regensburg zu leben. Die Umfrage eines Fernsehsenders im vergangenen Jahr hat ergeben, dass Regensburg unter allen Städten in Deutschland die meisten glücklichen Einwohner hat.

Woran liegt das?

Regensburg ist nicht nur eine der schönsten Städte weltweit – Regensburg ist auch eine der erfolgreichsten Städte, zumindest in Deutschland.

Wir haben rund 152 000 Einwohner und etwa 140 000 Jobs. Viele Firmen in Regensburg sind als Global Players erfolgreich. Aus Regensburg kommen BMW-Autos und Autoteile, hochwertige Maschinen und Elektrotechnik, Biotechnologie und Sensoren.

Einen großen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg hat die Universität Regensburg. Mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften, die sich seit neuestem gemeinsam mit der Hochschule Amberg-Weiden Technische Hochschule nennen darf, bildet sie einen großen Teil der Akademiker aus, die unsere Wirtschaftsbetriebe brauchen. Auch im Bereich der Forschung hat sie sich einen Namen gemacht. Der Fachbereich der Mikrobiologie hat dazu sicherlich einen nicht unwesentlichen Teil dazu beigetragen.

Die Wissenschaftler, die heute in unserer Stadt forschen und lehren, setzen übrigens eine lange akademische Tradition fort. Schon vor vielen Jahrhunderten war Regensburg nämlich ein bedeutender Wissenschaftsstandort.

Bereits im Mittelalter erlebten die Mathematik, die Astronomie und die Medizin hier eine Blütezeit. Albertus Magnus – er war Naturwissenschaftler und Bischof von Regensburg – oder auch der Astronom Johannes Kepler haben hier gelehrt.

Bereits im Jahr 1478 brachte Herzog Albrecht IV. von Bayern gemeinsam mit dem Rat der Stadt Regensburg eine Petition beim Papst ein, mit der die Gründung einer Universität zu Regensburg erwirkt werden sollte.

Der Papst stimmte den Gründungsplänen zu, letztlich scheiterte das Vorhaben aber aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse.

Im Lauf der Jahrhunderte wurde der Gedanke immer wieder aufgegriffen, aber letztendlich wurde die Universität Regensburg, wie sie heute besteht, erst im Jahr 1965 gegründet.

Lassen Sie mich aber noch einmal zurück in längst vergangene Zeiten schauen:

Zur Bedeutung als Stadt der Wissenschaft kam eine sehr wichtige politische Rolle, die Regensburg im Mittelalter und danach für Deutschland und ganz Europa gespielt hat.

Von 1663 bis 1806 tagte nämlich hier, im Historischen Reichssaal, der Immerwährende Reichstag, der heuer sein 350-jähriges Bestehen feiern kann. Es steht übrigens – das nur als Randbemerkung - unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Der amtierende deutsche Kaiser kam hier in Regensburg zu politischen Beratungen mit seinen Fürsten aus Deutschland, Österreich und Böhmen zusammen. Diplomaten aus ganz Europa waren beim Immerwährenden Reichstag akkreditiert.

Das moderne Regensburg ist also nicht nur eine wunderschöne Stadt mit vielen Jobs und hoher Lebensqualität – in Regensburg kann man fast 2 000 Jahre Geschichte förmlich mit Händen greifen, denn auch die Römer haben unsere Stadt schon entscheidend geprägt.

Falls Sie die Gelegenheit haben, durch die Altstadt zu bummeln, dann werden Sie sicherlich nicht nur den intakt gebliebenen mittelalterlichen Kern unserer Stadt bewundern, sondern auch auf die Spuren des Römerlagers Castra Regina stoßen.

Wenn Sie aber Ihre momentanen wissenschaftlichen und fachlichen Verpflichtungen hier an die Universität fesseln, dann lade ich Sie herzlich ein: Kommen Sie doch noch einmal privat nach Regensburg!