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75 Jahre Schullandheim Niederbayern/Oberpfalz

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Bürgermeister Gerhard Weber anlässlich des Festakts „75 Jahre Schullandheim Niederbayern/Oberpfalz“ am 25. Oktober 2013 um 14 Uhr im Reichssaal im Alten Rathaus

- Anrede -

Ich freue mich sehr, Sie alle heute im historischen Reichssaal zu Regensburg willkommen heißen zu dürfen.

Bereits zum 75. Mal jährt sich in diesem Jahr das Bestehen des Schullandheimwerks Niederbayern-Oberpfalz. Genau hier, im Reichssaal, fanden in den Jahren 1938 und 1939 auch die Gründungsversammlung und die erste große Mitgliederversammlung des Vereins statt.

Daher ist es besonders erfreulich, dass Sie auch heute wieder so zahlreich an genau diesem Ort zusammengekommen sind, um das 75-jährige Bestehen des Schullandheimwerks zu feiern.

Für viele Kinder und Jugendliche ist der Aufenthalt im Schullandheim einer der Höhepunkte im Verlauf des Schuljahres oder sogar der gesamten Schulzeit. Vielleicht erinnern sich ja auch einige von Ihnen an Ihre eigene Zeit als Schülerin oder Schüler zurück: Sind es nicht vor allem die Ausflüge, Wanderungen und besonders die Klassenfahrten, die Ihnen neben dem gewöhnlichen Schulalltag im Gedächtnis geblieben sind?

Ich für meinen Teil kann dies bejahen. Der Aufenthalt im Schullandheim

ist wohl für jeden Schüler und jede Schülerin ungeachtet der besuchten Schulform und Klassenstufe eine ganz besonders unvergessliche Erfahrung.

Davon zeugen auch die vielen Schülerberichte, die die begeisterten Jungen und Mädchen nach ihrer Rückkehr über die Fahrten verfasst haben und von denen einige auf der Internetseite des Schullandheimwerks gesammelt sind. Dort finden sich Sätze wie „Wir finden, dass unsere Klassengemeinschaft um einiges besser zusammengewachsen ist“, „Eine erlebnisreiche, informative und unvergessliche Woche

mit guter Verpflegung und tollem Zusammenhalt geht zu Ende“ oder auch „Ich würde am liebsten noch ein paar Tage länger bleiben!“

Diese lobenden Worte lassen bereits erahnen, dass hinter dem Aufenthalt im Schullandheim viel mehr steckt als nur ein herkömmlicher Ausflug. Er stärkt den Klassenverbund und sorgt für ein ausgewogeneres Klima zwischen den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften.

Durch Gemeinschaftsspiele, Streifzüge durch die Natur und Gruppenarbeiten lernen die Jungen und Mädchen sich eben nicht nur untereinander besser kennen, sondern entdecken häufig auch an ihren Lehrerinnen und Lehrern ganz neue Seiten: Der sonst gefürchtete Mathe-Lehrer wirkt auf einmal doch nicht mehr so streng und die Klassenleiterin, die für ihre ernste Art bekannt ist, zeigt nun ihre ausgelassene Seite.

Dennoch ist ein Aufenthalt im Schullandheim nicht mit Ferienerholung und Urlaub zu verwechseln. Neben aller Heiterkeit und allem Vergnügen steht auch der Aspekt des Lernens im Mittelpunkt.

Erklärtes Ziel des Vereins ist es so beispielsweise auch, bestimmte Formen des Wissenserwerbs zu fördern, die speziell an den „Lernraum Schullandheim“ angepasst sind. Hierzu gehört unter anderem fächerübergreifender Unterricht, der abseits der Schulgebäude in der freien Natur oft besser umgesetzt werden kann. Außerdem ermöglicht das Schullandheimwerk die sachkundige Vermittlung von Wissen in wichtigen Bereichen wie der Sozial- oder Gesundheitserziehung. Was im Klassenzimmer abstrakt und kompliziert erscheint, können die Schülerinnen und Schüler nun experimentell erfahren und hautnah erleben.

Dabei müssen sie nicht zwangsläufig Zeit in Räumen verbringen, die den Klassenzimmern in ihren Heimatschulen ähneln. In Werkstätten, Kaminzimmern und Schulküchen lassen sich die bereits angesprochenen fächerübergreifenden Lerninhalte besonders gut verwirklichen. Auch die weitläufig angelegten Außenanlagen versprechen den Gästen spannende Erlebnisse und Abenteuer.

Es ist also die Verbindung beider Seiten, die den Aufenthalt im Schullandheim so wertvoll macht: Spiel und Spaß gehen dort mit Ernst und Arbeit einher, ohne sich gegenseitig auszuschließen.

Auch an den Wochenenden und in den Schulferien stehen die Gebäudekomplexe in Riedenburg, Gleißenberg, St. Englmar und Habischried keineswegs leer: Während dieser Zeiten werden die Schullandheime ebenfalls von außerschulischen Gruppen genutzt, die zum Beispiel in der Jugendarbeit oder der Erwachsenenbildung tätig sind. So veranstalten Musikgruppen und Sportvereine aus ganz Bayern dort Probenwochenenden und Workshops. Außerdem finden in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen der Lehreraus- und -fortbildung in den Schullandheimen statt.

Die Schullandheime in der Region sind also ganzjährig genutzte Stätten der Begegnung, des Beisammenseins und der Weiterbildung, die nicht ausschließlich der jungen Generation als Inspiration dienen. Vorwiegend aber sind sie Orte, die unzähligen Schülerinnen und Schülern neuen Schwung und Motivation für den Schulalltag geben.

An dieser Stelle möchte ich all jenen meinen verbindlichsten Dank aussprechen, die den reibungslosen Ablauf der Aufenthalte sicherstellen. Das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung und der hauswirtschaftlichen Angestellten des Schullandheimwerks ist ebenso vorbildlich wie die Beteiligung der Lehrkräfte, die während dieser Tage nicht nur Bildungsinhalte vermitteln, sondern auch erzieherische Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen übernehmen.

Ich hoffe, dass sich die Zusammenarbeit zwischen dem Schullandheimwerk Niederbayern-Oberpfalz e.V. und den Schulen in der Region weiterhin so positiv fortsetzt, wie es bisher der Fall war, und dass auch in Zukunft viele Schulklassen eine unvergessliche Zeit in den Schullandheimen verbringen können!