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Sportlerehrung 2012

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Sportlerehrung 2012 am 12. Dezember 2012, 19.30 Uhr, Altes Rathaus, Reichssaal

Zur Sportlerehrung 2012 darf ich Sie als Oberbürgermeister der Stadt Regensburg hier im Historischen Reichssaal des Alten Rathauses ganz herzlich willkommen heißen.

Wenn die diesjährige Veranstaltung auf das auffällige Datum, den 12.12.12, fällt, dann hat dies in erster Linie terminliche Gründe, es sollten ja alle Beteiligten an dieser Veranstaltung auch teilnehmen können.

Dieses Datum hat aber auch noch einen interessanten Nebeneffekt: Viele Brautpaare wählen oft ein originelles Datum für ihren Hochzeitstermin, damit sie sich auch in Zukunft diesen gut merken können. Meist sind es da die Ehemänner, die sich über eine solche Merkhilfe besonders freuen! Nicht, dass sie sich nicht des Wertes ihrer Partnerin bewusst wären, aber ein markantes Datum merkt man sich eben doch leichter.

Was hat das aber nun mit der Sportlerehrung 2012 zu tun, mit der stattlichen Anzahl von mehr als 200 Einzelsportlern und rund 30 Mannschaften, die ich heute für ihre Leistungen im zu Ende gehenden Jahr auszeichnen darf?

Wo sind in diesem gesellschaftlich so relevanten Bereich des öffentlichen Lebens - über 50.000 Regensburgerinnen und Regensburger sind in 130 Sport- und 38 Schützenvereinen aktiv, sozusagen ein Drittel aller Einwohner unserer Stadt – wo sind die Parallelen zu einer Ehe zu finden? Ganz einfach: Der eine kann nicht ohne den anderen. - Eine richtige Partnerschaft basiert immer auf einem Geben und Nehmen beider Seiten. Ist dies nur einseitig der Fall, der eine gibt, der andere nimmt, dann kann man nicht von einer wirklichen Partnerschaft sprechen.

Eine solche Partnerschaft auf Augenhöhe ist das Verhältnis von Stadt Regensburg auf der einen Seite und dem Spitzen- und Breitensport in Regensburg mit all seinen Akteurinnen und Akteuren auf der anderen Seite. Mit der jährlichen Sportlerehrung - die schon seit Beginn der 50er-Jahre Tradition hat und seit 1965 von der Stadt Regensburg durchführt wird - wird sozusagen auch immer an diese „Partnerschaft“ erinnert und diese damit aufs Neue gefestigt und bekräftigt.

Dass diese „Partnerschaft“ eine ganz Besondere ist, wird auch dadurch deutlich, dass Mitte der 80er-Jahre die jährliche Sportlerehrung von einer Turnhalle hier in den Historischen Reichssaal verlegt wurde, in den Saal, der gerne auch als „die Gute Stube der Stadt Regensburg“ bezeichnet wird.

Schauen wir nun heute Abend zusammen auf die vielen gemeinsamen Aktionen, auf die vielen Unterstützungen und Hilfestellungen füreinander in Punkto Sport in Regensburg.

Da sind zum einen für das Jahr 2012 2,2 Millionen Euro zu nennen, die von der Stadt Regensburg als direkte oder indirekte Leistung sowie zur Finanzierung städtischer Trainings- und Wettkampfstätten zur Verfügung gestellt wurden. Auch im kommenden Jahr sind dafür 2,2 Millionen Euro vorgesehen.

Die Stadt Regensburg unterhält 43 eigene Sporthallen und 39 Sportplätze – nicht vergessen werden darf da das Fußballstadion, das Eisstadion und drei Schwimmbäder.

Apropos Fußballstadion: Wir werden ein neues Fußballstadion bauen, mit Standort bei der Autobahnausfahrt Universität. Dazu sollen die Leistungen an einen Generalübernehmer vergeben werden, der das gesamte Projekt planen und umsetzen wird. Der mögliche Baubeginn soll im Frühjahr 2014 sein, so dass wir im Sommer 2015 zum Start der Fußballsaison 2015/16 im neuen Stadion uns die ersten Spiele ansehen können.

Vor zehn Jahren wurde mit der Gründung der Sozial- und Sportstiftung der Stadtwerke eine weitere Geldquelle eröffnet, die für die Vereine schon fast 400 000 Euro für Sozial- und Sport-Projekte ausgeschüttet hat.

Eine Besonderheit in der Partnerschaft‚ Stadt Regensburg und dem Sport‘ darf an dieser Stelle nicht vergessen werden: Wir sind die einzige Kommune in der Bundesrepublik, bei der die Übungsleiter nicht - wie überall anders - mit einer Pauschale bezahlt werden, sondern nach den erbrachten Leistungen: Im Jahre 2012 wurden insgesamt 866 Übungsleiter gefördert, die rund 133.000 Übungsstunden geleitet haben.

Doch es sind nicht nur Jahr für Jahr große finanzielle Summen, die von der Stadt Regensburg für ihre Sportlerinnen und Sportler aufgebracht werden, und die zeigen, wie sehr Sie alle uns am Herzen liegen.

Mit dem Sportentwicklungsplan, der im Jahre 2008 aus der Taufe gehoben wurde und der das Ergebnis von mehreren Bürgerbefragungen, dem Austausch mit den Sportvereinen und einer ausführlichen Bestandsaufnahme der städtischen Sporteinrichtungen durch das Sportamt der Stadt Regensburg war, konnten schon zahlreiche Projekte in Angriff genommen werden.

Sportaktivitäten zu fördern, Vereine in ihrem Engagement zu unterstützen, ausreichende Sportinfrastruktur bereitzustellen und generationsübergreifend zu sportlicher Betätigung zu motivieren, das sind die vier großen Ziele, die sich der Sportentwicklungsplan im Jahre 2008 gesetzt hat.

Die Sportförderung ist in Regensburg auf einem guten Weg. Ein Großteil der Maßnahmen wurde bereits verwirklicht oder steht kurz vor der Vollendung, so konnten z.B. zwei neue Turnhallen der Grundschule Prüfening vor Kurzem eröffnet werden und die neue Dreifachturnhalle des Albertus-Magnus-Gymnasiums ist in Planung.

Es gibt im Sportentwicklungsplan aber nicht nur Aktionen, sondern auch viele Handlungsempfehlungen, die bereits umgesetzt wurden:

  • Großveranstaltungen wie der Regensburg-Triathlon und der Arber-Rad-Marathon erhalten aus der Sportförderung auch finanzielle Unterstützung. Wir sind auch weiterhin bestrebt, diese Unterstützung auszubauen.
  • Dass es 2013 - nach einjähriger Pause - wieder einen Regensburg Marathon geben wird, erfüllt nicht nur die Handlungsempfehlung des Sportentwicklungsplanes. Es festigt auch den Ruf Regensburgs als Sport-Stadt weit über die Stadtgrenzen hinaus. Ich freue mich für alle, die an diesem Großereignis mitwirken.
  • Mit dem Ironman konnte 2010 eine überregionale Sportveranstaltung in Regensburg angesiedelt werden. Dass der Ironman für das Jahr 2013 aus Termingründen abgesagt werden musste, tut mir besonders für die Athletinnen und Athleten leid, für die dieses Ereignis immer ein ganz besonderes im Sportjahr war, in das sie viel Arbeit und Training gesteckt haben.

Aber auch im kommenden Sportjahr 2013 wird es wieder viele hochkarätige Veranstaltungen geben:

  • Zum 40. Mal findet im Januar das Internationale Bambini-Eishockeyturnier statt.
  • Im Mai/Juni dürfen wir uns nicht nur auf die Leichtathletik Gala freuen sondern auch wieder auf den Regensburg-Marathon.
  • Im Juli steht der Arber-Rad-Marathon an und
  • im August dann der Regensburg-Triathlon.

Aber nicht nur Veranstaltungen stehen 2013 an, sondern auch Bauprojekte, die im kommenden oder darauffolgenden Jahr abgeschlossen werden sollen:

Aus den Leichtathletik-Anlagen am Weinweg soll ein Leichtathletik-Zentrum werden, 2013 startet die Sanierung, 2014 soll auch eine Leichtathletik-Halle dazukommen.

Aus den Bundeswehr-Sportanlagen in der Guerickestraße wird die „Bezirkssportanlage Ost“. Die Baugenehmigung ist beantragt. Dort soll nicht nur für die Leichtathletik eine neue Sportstätte geschaffen werden sondern auch für Fußball, Tennis und den Schulsport. Ziel ist, im Laufe des Jahres 2013 die Anlage in Betrieb zu nehmen.

Diese neuen Sportstätten dienen dann nicht nur dem Spitzensport, sondern auch dem Breitensport, der in Regensburg sehr groß geschrieben wird. Veranstaltungen wie Nepallauf, das Hans-Starzinger-Tischtennis-Turnier, der Altstadtlauf, die Nordic Walking Tour, der Jedermann- Zehnkampf oder der Regensburger Leukämielauf stehen für die vielfältigen Aktivitäten der Regensburger Bürgerinnen und Bürger und vieler Gäste, die auch von weither kommen.

Und genau an dieser Stelle komme ich wieder darauf zurück, was den Sport in Regensburg und die Stadt Regensburg zu gleichberechtigten Partnern macht.

Der 15. Regensburger Leukämielauf 2013 gibt nämlich nicht nur den Sportlern viel - von einer kleinen Laufveranstaltung hat er sich zum größten Benefizlauf ganz Bayerns mit mehr als 3 200 Läufern und Walkern entwickelt - sondern auch den Menschen in unserer Region, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Mit dem Erlös des Laufes können Projekte der Leukämiehilfe Ostbayern angestoßen und krebskranke Menschen unterstützt werden.

Der Sport - egal ob Spitzen- oder Breitensport – hat eine wichtige Bedeutung für unsere Stadt. Die Sportlerinnen und Sportler tragen diese Bedeutung aber auch nach draußen.

Sie sind Botschafter der Stadt Regensburg:

  • Drei Athleten waren bei den Olympischen Spielen in London dabei,
  • eine Sportlerin, Annke Conradi, bei den Paralympics in London.
  • Das Regensburger Baseball-Team, die Buchbinder Legionäre, haben die 4. Deutsche Baseball-Meisterschaft gewonnen, die dritte in Folge.
  • Regensburg war 2012 Austragungsort eines Qualifikationsturniers zur World Baseball Classic 2013, bei dem die Nationalteams aus Deutschland, Kanada, Großbritannien sowie aus Tschechien um den Einzug in die Hauptrunde spielten.

Ein Ereignis, das nicht vergessen werden darf und kann, weil die übergroße Freude - nicht nur der Mannschaft sondern der ganzen Stadt - unvergesslich ist, war der Aufstieg des SSV Jahn Regensburg im Mai 2012 in die 2. Fußball-Bundesliga. „Eine Stadt, ein Team, ein Traum“, so wurde es damals formuliert, uns allen sind die Siegesfeiern noch gut in Erinnerung. Mit allen Erfolgen repräsentiert der Sport in und außerhalb Regensburgs würdig seine Heimatstadt.

Die Sportlerinnen und Sportler bringen aber auch Menschen unterschiedlichsten Alters zusammen.

In Vereinen sind Menschen generationsübergreifend aktiv, überwinden vermeintliche Grenzen, und können voneinander lernen.

Sie tragen maßgeblich zur Integration bei.

Unterschiedliche Hautfarbe, Herkunft und Sprache spielen im Sport keine Rolle. Das gemeinsame Ziel verbindet, lässt einander näher kommen und kennenlernen.

Sie tragen zur Inklusion bei.

Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am alltäglichen Leben, auch im Bereich Freizeit, kann und wird in Sportvereinen auch bei uns in Regensburg praktiziert. Stellvertretend möchte ich da die SG BeNi Regensburg e.V. nennen, die vor 27 Jahren als Sportgemeinschaft Behinderter und Nichtbehinderter an der Universität Regensburg gegründet wurde.

Sportlerinnen und Sportler sind aber auch meist gute Pädagogen. Sie geben Kindern und Jugendlichen nicht nur die Möglichkeit, gesünder erwachsen zu werden, sondern auch Teamgeist zu lernen, sich einzusetzen für ein Ziel und auch mit Niederlagen klarzukommen.

Sie verkörpern Bürgerschaftliches Engagement.

50 000 Regensburgerinnen und Regensburg „sporteln“ im Verein - Was wäre der Sport ohne die vielen Ehrenamtlichen? Vereinsvorstände, Abteilungsleiter, Übungsleiter und Trainer, Betreuer, Kampfrichter und Platzwarte und all die anderen vielen Helferinnen und Helfer?

Der Sport in Regensburg und die Stadt Regensburg, kann man wahrhaft eine glückliche Partnerschaft nennen, die heute am 12.12.12 gerne an das gemeinsam Geleistete zurückdenkt und die Erfolge der Vergangenheit als Motivation für die Zukunft nimmt!

Bei der Papstwahl 2005 formulierte es eine große deutsche Boulevardzeitung so: „Wir sind Papst!“ Bei der Sportlerehrung 2012 möchte ich es so sagen: „Wir in Regensburg sind Sport!“