Navigation und Service

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) am Freitag, 28. September 2012 um 19.30 Uhr im Historischen Reichssaal

Anrede

„Die Epidemiologie muss ständig auf der Suche nach fantasievollen und begabten Lehrern und Forschern sein, um eine neue Art von medizinischen Ökologen hervorzubringen, welche mit der zarten Sensibilität des wissenschaftlichen Künstlers und der groben Wahrnehmung des Bildhauers das Wechselspiel der Kräfte, die Krankheiten hervorrufen, erklären kann.“

Dieses Zitat stammt vom amerikanischen Epidemiologen Thomas Francis junior, der die verschiedenen Arten des Influenza-Virus aufzeigte und maßgeblich an der Entwicklung der Grippevirus-Impfungen beteiligt war.

Wissenschaftler wie Francis haben für Ihre Disziplin, der Epidemiologie, den Grundstein gelegt. Die Anzahl der „begabten Lehrer und Forscher“ ist seitdem enorm gestiegen. Dies wird auch in der Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Kongress deutlich.

Dass Sie sich Regensburg als Ort für Ihre hochkarätige Tagung gewählt haben, bedeutet für uns eine große Ehre. Im Namen unserer Stadt heiße ich Sie deshalb hier im Historischen Reichssaal herzlich willkommen!

Kongresse, Symposien und Tagungen für medizinische und gesundheitliche Fortbildung und fachlichen Austausch haben in der Tradition Regensburgs seit jeher eine bemerkenswerte Rolle gespielt.

Unsere Stadt kann stolz auf eine fast 2000-jährige Geschichte zurückblicken. Nicht nur ihre politische und wirtschaftliche Bedeutung im Mittelalter als Freie Reichsstadt ist hier zu erwähnen, sondern vor allem die Tatsache, dass Regensburg auch zu dieser Zeit schon ein wichtiges wissenschaftliches Zentrum war.

So entstand eine Aufgeschlossenheit für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Forschung. Hier versammelten sich Fürsten aus ganz Europa zum Immerwährenden Reichstag und gleichzeitig war Regensburg ein Punkt, an dem sich Fernhandelswege kreuzten – ein idealer Nährboden für Kunst und Kultur, aber auch für den geistigen Austausch! Denn gerade in dieser Zeit wuchs das Interesse für Astronomie, Mathematik und Medizin. In vielerlei Hinsicht gingen dabei aus Regensburg entscheidende Impulse aus. Auch heute hat die Stadt Regensburg im Bereich Medizin und Forschung wieder einen guten Namen.

Dies verdanken wir vor allem dem Umstand, dass wir Universitätsstadt sind und damit über ein namhaftes Universitätsklinikum verfügen. Es genießt weit über unsere Region hinaus einen bemerkenswerten Ruf im Bereich der Kompetenz und Qualität des Versorgungsangebotes. Dieser Ruf wirft natürlich auch ein besonders positives Bild auf die Medizinische Fakultät der Universität Regensburg. Auch wenn durch den jüngsten Organspende-Skandal die medizinische Fakultät nicht unbedingt positiv ins Sparfeuer der überregionalen Medien geraten ist, der hervorragenden Reputation des Uniklinikums tut dies keinen Abbruch.

Unsere Stadt genießt den Vorzug, zu einer der Regionen mit wachsenden Zukunftschancen in Deutschland zu zählen, was letztendlich auf der intensiven Zusammenarbeit von Forschung, Bildung und Wirtschaft beruht. Technischer Fortschritt, Forschung und Wissenschaft – das alles sind Aspekte die in unserer modernen Gesellschaft den Weg unseres Gesundheitswesens in die Zukunft entscheidend mitprägen. Moderne medizinische Praktiken und Medikamente sind dabei unerlässlich.

Ebenso wichtig ist es aber auch, dass immer eine Vertrauensbasis zwischen Medizin und Mensch herrscht. Deshalb muss im medizinischen Geschehen bei allem was geplant, erforscht oder angewandt wird stets der Mensch im Mittelpunkt stehen. Das gelungene Zusammenspiel zwischen Wissen, Hilfsmitteln und Einfühlungsvermögen ist ein Garant für den Erfolg Ihrer Bemühungen, sehr verehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Das Motto Ihrer Jahrestagung sieht die Epidemiologie als eine Brücke in die Zukunft. Ich hoffe, dass diese Brücke sowohl qualifizierte Lösungen für die Zukunft mit sich bringt, als auch die Beziehung zwischen Gesundheitsforschung und Mensch fördert und festigt.

Gerade in Regensburg, deren Stadtbild durch eine Brücke, nämlich die Steinerne Brücke so entscheidend geprägt wird. Sie wurde in der Zeit zwischen 1135 und 1146 erbaut und stellt heute ein Meisterwerk profaner romanischer Baukunst dar. Sie ebnete damals die Wege der Handelsleute in den Norden und noch immer spannt sie ihren Bogen über die Donau, den zweitgrößten Strom Mitteleuropas.

Als Oberbürgermeister dieser Stadt wünsche mir, dass eine Jahrestagung wie diese, den Anspruch und das Niveau der wissenschaftliche Tradition unserer Stadt fortsetzt und damit auch eine Brückenfunktion übernimmt. Auf diesem Weg kann der Ruf Regensburgs, als Stadt des Fortschritts, der Forschung und Lehre weit über unsere Stadtgrenzen hinausgetragen werden.

Ich hoffe sehr, dass Sie trotz des anspruchsvollen Tagungsprogramms ein wenig Zeit haben, das Flair Regensburgs kennenzulernen und in den Genuss unserer Gastfreundschaft zu kommen! Die Stadt an der Donau ist aufgrund ihrer Vielseitigkeit sehens- und erlebenswert!

Für Ihre Tagung wünsche ich Ihnen, verehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer den erhofften fachlichen Austausch Ihrer Ideen und Projekte. Ich hoffe, dass dieser Kongress Ihre Zusammenarbeit fördert und Motivation für Ihren Arbeitsalltag liefert!

Auf Wiedersehen in Regensburg.