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Christkindlmarkt 2012

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger zur Eröffnung des Regensburger Christkindlmarktes, am Freitag, 30. November 2012, um 18 Uhr auf dem Neupfarrplatz

Anrede,

von den vielen besonderen Anlässen im Jahr ist uns dieser einer der liebsten: Wenn unser Neupfarrplatz eingetaucht wird ins warme Licht der Weihnachtsbeleuchtung. Wenn die schön geschmückten Buden unseres Christkindlmarktes öffnen. Und wenn sich der Platz mit Menschen füllt, die das Zusammensein und die Vorfreude auf Weihnachten genießen. Dann stehen uns schöne Wochen bevor und ein langes, ereignisreiches Jahr neigt sich seinem Ende zu.

Was mich heuer ganz besonders freut: Rechtzeitig zur Adventszeit präsentiert sich die Neupfarrkirche in frischem Glanz. Dem Kirchenbauverein sage ich einen ganz herzlichen Dank dafür, dass die Arbeiten an der Fassade jetzt abgeschlossen sind. So kommt unsere Neupfarrkirche wieder in ihrer ganzen Pracht und ohne Gerüst zur Geltung – und als Wahrzeichen für unseren Christkindlmarkt.

Wir lassen es uns daher nicht nehmen, die Kirche als leuchtenden Mittelpunkt unseres Christkindlmarktes besonders in Szene zu setzen.

Und das ist auch das Stichwort.

Bitte: Licht an!

32 verschiedene Strahler tauchen die Kirche ab heute jeden Abend bis zum Heiligen Abend in ein besonderes Licht. Ein wunderschöner Anblick, wie ich finde! Wer die Möglichkeit eines Christkindlmarktbesuches hat, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen.

Diese Einladung, verbunden mit einem herzlichen Grüß Gott, geht an alle Hörerinnen und Hörer von Charivari, die auch heuer in liebgewonnener Tradition an ihren Radiogeräten mit dabei sind, wenn wir unseren Christkindlmarkt eröffnen.

Wenn in wenigen Minuten die Stimmen der Domspatzen zu hören sind, wenn die Posaunen ertönen und Kinder des St. Vincent Heims weihnachtliche Gedichte vortragen.

Was sich aber leider nicht über das Radio oder das Internet übertragen lässt, das ist der Lichterglanz und der herrliche Duft von Glühwein und Gewürzen, der durch den Christkindlmarkt zieht; das sind die roten Bäckchen der Kinder und die Vorfreude auf das Fest, die uns ihre Augen verraten.

Und auch so manchem Erwachsenen unter uns sieht man die gute Laune und die Vorfreude an. Womöglich tut die eine oder andere Tasse Glühwein das ihre dazu. Jedenfalls ist es jedes Jahr aufs Neue eine Freude mitanzusehen, welche Anziehungskraft unserer Markt hat, und zwar auch für Gäste aus der Region und von weit her.

Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre hat einmal gesagt:

„Weihnachten - Ein Fest der Freude. Leider wird dabei zu wenig gelacht.“

Dabei wird in unserer Gesellschaft viel gelacht – oft jedoch aus Höflichkeit oder gar aus Verlegenheit. Viel seltener sind die Gelegenheiten, in denen wir vor Freude lachen – und aus vollem Herzen.

Dieses Lachen, diese Freude am Leben, am Hier und Jetzt, sollten wir jedoch nicht verlernen. Da können wir uns ein Scheibchen abschneiden von den Kleinen mit ihrer kindlichen Vorfreude, die noch unverstellt ist von den Sorgen und Nöten des Alltags.

Und ja, es gibt auch Menschen, die in diesen Tagen tatsächlich wenig zu lachen haben. Denen das Leben übel mitgespielt hat. Die krank sind oder einsam. Die mit ihrem Geld kaum über die Runden kommen und auf unsere Unterstützung angewiesen sind. Sei es in Form von Spenden, sei es durch unsere Zuwendung und Fürsorge.

Diese Menschen dürfen wir nicht vergessen. Erst recht nicht an Weihnachten. Aber was noch viel wichtiger ist: Diese Menschen brauchen uns auch, wenn das Fest der Liebe vorüber ist.

Deswegen möchte ich allen Besucherinnen und Besuchern unseres Christkindlmarktes noch ein Zitat des Schriftstellers Charles Dickens mit auf den Weg geben, der einmal formuliert hat:

„Ich werde Weihnachten in meinem Herzen ehren und versuchen, es das ganze Jahr hindurch aufzuheben.“

In diesem Sinne: Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine wunderschöne, stimmungsvolle Adventszeit, viel Freude auf dem Regensburger Christkindlmarkt – und im ganzen nächsten Jahr viele schöne Erinnerungen daran.