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Präsentation der Sonderpostwertzeichen „Altstadt Regensburg und Alte Stadt Nara – Yakushi-ji“

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Präsentation der Sonderpostwertzeichen „Altstadt Regensburg und Alte Stadt Nara – Yakushi-ji“ aus der Serie „Weltkulturerbe der UNESCO“ Gemeinschaftsausgabe Japan und Deutschland am 4. Februar 2011 um 11 Uhr im Kurfürstenzimmer

Anrede

ich freue mich sehr, Sie bei uns in Regensburg zur Präsentation der Sonderpostwertzeichen „Altstadt Regensburg und Alte Stadt Nara – Yakushi-ji“ begrüßen zu dürfen. Ich möchte Sie hier im Kurfürstenzimmer des Alten Rathauses herzlich willkommen heißen.

Im Historischen Reichssaal im Alten Rathaus tagte von 1663 bis 1806 der Immerwährende Reichstag, eine Versammlung von Gesandten deutscher und europäischer Regierungen, die gemeinsam Fragen der großen nationalen wie internationalen Politik erörterten. Dieser Raum, das Kurfürstenzimmer, stand dem einflussreichsten Reichsstand, den Kurfürsten, als Beratungszimmer zur Verfügung. Regensburg war immer ein Ort der Begegnung. Menschen aus aller Herren Länder, mit unterschiedlichsten Motivationen kamen hierher. Als eine der großen Fernhandelsstädte im Mittelalter kreuzten sich hier Routen aus allen Himmelsrichtungen. Gesandte aus den verschiedensten Ländern kamen nach Regensburg zum Immerwährenden Reichstag. Das Alte Rathaus mit Reichsaal und Kurfürstenzimmer zeugen von dieser Zeit, als unsere Stadt Gäste aus aller Herren Länder empfing.

Der Ort für den heutigen Empfang mit unseren Gästen aus Berlin und Japan könnte also nicht besser gewählt sein. Die Unesco würdigte Regensburg als „Stadt des europäischen Dialogs“.

Doch nicht nur wir kommen miteinander in Dialog. Auch der Grund für unser heutiges Beisammensein ist ein verbindender, ein Grenzen überschreitender. Denn Gemeinschaftsmarken sollen Völker miteinander verbinden und einander näher bringen. Wir feiern mit den beiden Briefmarken 150 Jahre Freundschafts- und Handelsvertrag zwischen Japan und Deutschland. Mit diesen Briefmarken wird gleichzeitig die Kultur unserer beiden Länder in die Welt getragen. Briefmarken sind weit mehr als reine „Postwertzeichen“. Sie sind Repräsentanten der Kultur und Geschichte eines Landes. Es ist eine große Ehre für Regensburg, dass unsere Stadt ausgewählt wurde, die deutsche Sonderbriefmarke zu zieren. Und das, obwohl wir erst vor fünf Jahren in die Welterbe-Liste der Unesco aufgenommen wurden.

Das Attribut „einzige authentisch erhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands“ machte die Regensburger Altstadt mit Stadtamhof am 13. Juli 2006 zum Welterbe der Unesco. Die Regensburgerinnen und Regensburger identifizieren sich stark mit ihrer Stadt. Die Würdigung durch die Unesco hat diese Identifikation noch verstärkt. Das Welterbe Regensburg besteht aus einem Ensemble von rund 1000 Baudenkmälern. Unter den Bauwerken Regensburgs nimmt der Dom St. Peter eine herausragende Stellung ein. Er ist die einzige gotische Kathedrale Bayerns und überragt das mittelalterliche Häusermeer der Altstadt. Er ist als Stellvertreter für die Altstadt Regensburg zum Briefmarkenmotiv ausgewählt worden.

In der Vergangenheit hat es fünf Briefmarken mit Regensburger Motiven gegeben. Die erste Marke im Jahr 1978 zierte das Gebäude, in dem wir uns befinden, das Alte Rathaus. 17 Jahre vergingen, bis es zu Ehren von „750 Jahre Freie Reichsstadt Regensburg“ ein weiteres Motiv aus Regensburg gab. „Schutz und Trutz“ waren auf der Briefmarke zu sehen. Was die Regensburger unter uns wissen, ist unseren Gästen mit Sicherheit unbekannt: „Schutz und Trutz“ sind zwei Halbfiguren oberhalb des Treppenaufgangs zum Reichssaal, die die Wehrhaftigkeit der Stadt versinnbildlichen. Im Jahr 2000 kam dann eines der großen Wahrzeichen der Stadt zu der Ehre, als Markenmotiv ausgewählt zu werden. Die Steinerne Brücke gab es in der Reihe „Sehenswürdigkeiten“ als Postwertzeichen. Auf dem direkten Vorgänger der Sonderbriefmarke, die heute präsentiert wird, ist ein Chor zu sehen. Dieser steht mit dem Dom in direkter Verbindung. Am 13. Februar 2003 erschien im Briefmarkenblock „Berühmte Knabenchöre“ die Marke „Regensburger Domspatzen“.

Nun ist auch der Dom selbst, zu dessen Berühmtheit die Regensburger Domspatzen beigetragen haben, durch seine Auswahl als Motiv ausgezeichnet worden.

Vor knapp einem Jahr empfingen wir hier im Kurfürstenzimmer eine Delegation, bestehend aus Vertretern der Japanischen Postverwaltung und des Bundesministeriums der Finanzen. Die Gäste suchten nach einem Motiv, das mit den Tempelanlagen der alten Stadt Nara harmonieren würde. Die Begeisterung der Delegationsteilnehmer für die Fülle von Motiven in unserer Stadt war spürbar. Dass die Wahl letztendlich auf unsere Kathedrale, eines der Wahrzeichen der Stadt gefallen ist, freut mich sehr. Das Besondere ist in diesem Fall, dass der Dom keine einzelne Marke, sondern eine Gemeinschaftsausgabe mit Japan schmückt. So wie unser Dom das Welterbe Regensburg repräsentiert, so ist auf der japanischen Marke der Tempel Yakushi-ji zu sehen, der ein Teil des Welterbes der alten Stadt Nara ist. Das japanische Motiv und das deutsche Motiv ergeben zusammen ein spannendes Gesamtbild. Die Baukunst der westlichen und östlichen Welt harmoniert trotz oder gerade wegen ihrer Gegensätze. Beide Motive zeigen die Schönheit und Besonderheit ihres Landes.

Die Briefmarken tragen die Kultur- und Baugeschichte in das jeweils andere Land. Unser Dom wird Briefe in die ganze Welt schmücken, da seit 1. Januar 2011 das Auslandsporto einheitlich 75 Cent beträgt. In Deutschland können wir nun Briefe mit dem Tempel „Yakushi-ji“ versenden. Der langen Freundschaft zwischen Japan und Deutschland wird mit den Gemeinschaftsmarken ein Zeichen gesetzt.

Auch bei der Vorbereitung dieses Empfangs haben sich die guten Kontakte und Netzwerke bewährt: Ich möchte der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Regensburg für die Mithilfe bei der Vorbereitung dieser Veranstaltung danken. Unterstützt hat uns Bundestagsabgeordneter Ernst Hinsken in unserem Bemühen, wieder eine Briefmarke mit Regensburger Motiv zu erhalten. Ebenfalls danken möchte ich dem Staatlichen Bauamt, namentlich seinem Leiter, Herrn Weber. Das Staatliche Bauamt, als Verwalter des Doms, hat uns sofort den Weg dafür bereitet, den Dom als Motiv anbieten zu können. Für das Foto des Domes ist unser Stadtfotograf Peter Ferstl verantwortlich, der das Bauwerk wunderbar in Szene gesetzt hat.

Exzellenz,
sehr geehrter Herr Staatssekretär, nun möchte ich Sie herzlich dazu einladen, sich ins Gästebuch der Stadt einzutragen.