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Eröffnung Welterbetag 2010

-Es gilt das gesprochene Wort-

Grußwort von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Eröffnung des Welterbetags 2010 am Sonntag, 6. Juni 2010, 11 Uhr, in der Minoritenkirche

Anrede,

vor vier Jahren wurde die Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof in die Liste des Welterbes eingetragen, worauf wir alle sehr stolz sein können. Welterbe zu sein bedeutet aber nicht nur, dass der Stadt dadurch eine große Ehre zu Teil wird, sondern dass mit dem Titel auch die Verpflichtung verbunden ist, das Erbe für die kommenden Generationen zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Heute soll aber die Ehre im Vordergrund stehen, denn wir alle haben uns hier versammelt, um gemeinsam den Welterbetag zu feiern, der heute in allen UNESCO-Welterbestätten in Deutschland stattfindet.

Auf Initiative der Deutschen UNESCO Kommission wurde 2005 zum ersten Mal in Deutschland der Welterbetag ausgerufen. Er findet seitdem jedes Jahr am ersten Sonntag im Juni statt. In jedem Jahr richtet eine andere deutsche Welterbestätte den Welterbetag aus, heuer ist es der Industriekomplex Zeche Zollverein in Essen, der aktuellen Kulturhauptstadt Europas. Der Welterbetag soll vor allem ein Forum der Kommunikation und Begegnung mit den Menschen vor Ort sein, für die „ihre“ Welterbestätte ein wichtiger identitätsstiftender kultureller und historischer Bezugspunkt ist.

Bereits zum dritten Mal feiern wir in Regensburg nun diesen Tag. Stand im letzten Jahr das Thema „Handel und Austausch“ im Mittelpunkt, so dreht sich heuer alles um die „Menschen im Welterbe – früher und heute“. Warum wurde nun dieses Thema heuer ausgewählt?

Insgesamt 984 Einzeldenkmäler stehen in der Altstadt von Regensburg noch in ihrem über die Jahrhunderte gewachsenen städtebaulichen Zusammenhang. Das außergewöhnliche Spektrum an Kulturdenkmälern reicht von einfachen Handwerkerhäusern, repräsentativen Patrizierburgen, einer Vielzahl an Kirchen und Klöstern, der Steinernen Brücke und dem Dom als Wahrzeichen der Stadt. Da Regensburg als einzig erhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands diesen reichen Schatz an bedeutenden Bauwerken über die Jahrhunderte bewahrt hat, hat die UNESCO Regensburg zum Erbe der Menschheit ausgezeichnet.

Was nun aber Regensburg so besonders und reizvoll macht, - und das sollte am Welterbetag herausgestellt werden - ist aber nicht nur das bedeutende baukulturelle Erbe, sondern auch die Menschen, die dort leben und über die Jahrhunderte dort gelebt haben. Denn Regensburg hat im Laufe seiner Geschichte bedeutende und außergewöhnliche Persönlichkeiten in seinen Bann gezogen, die die Stadt maßgeblich prägten und zu überregionalen, oft sogar internationalem Ansehen verhalfen. Dieses Vermächtnis soll an diesem Welterbetag im Mittelpunkt stehen.

Beispielhaft werden dabei sechs bedeutende Persönlichkeiten herausgegriffen, deren Leben und Wirken viele eindrucksvolle Spuren in Regensburg hinterlassen haben:

  • der römische Kaiser Mark Aurel, der Gründer Regensburgs, ohne den es also die Stadt überhaupt nicht gäbe
  • der jüdisch-deutsche Schriftgelehrte Rabbi Jehuda he-Chasid, der im Hochmittelalter durch sein „Buch der Frommen“ Regensburg zu einer europaweiten Ausstrahlung verhalf
  • die Dombaumeister aus der Familie Roritzer, die über vier Generationen hinweg den Bau des Domes prägten
  • Johannes Kepler, einer der weltweit bedeutendsten Naturwissenschaftler und Astronomen, der Regensburg auf zahlreichen Reisen besuchte und schließlich hier starb
  • Fürstbischof Karl Theodor von Dalberg, von dessen städtebaulichen Akzenten wie dem Präsidialpalais und dem Theater am Bismarckplatz oder der Verschönerung der Alleen die Stadt bis heute profitiert
  • und Karolina Gerhardinger, die Gründerin der Armen Schulschwestern, deren neuartige Unterrichtsansätze in die ganze Welt getragen wurden.

Nun interessiert uns natürlich nicht nur die Geschichte, wir wollen den Blick auch auf die Gegenwart richten. Denn Regensburg ist keine bloße Museumsattraktion mit einer herausragenden Geschichte, sondern auch ein lebendiger Stadtorganismus, in dem die Menschen gerne leben und sich wohlfühlen. Deshalb soll am Welterbetag mit vielfältigen Aktionen auch der Bogen zur Gegenwart gespannt werden. Denn wie gesagt, der Welterbetitel bringt auch die Verpflichtung mit sich, das Erbe für die kommenden Generationen zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Besucher, ich freue mich besonders, dass es uns auch in diesem Jahr – erneut mit der Hilfe zahlreicher Sponsoren - gelungen ist, ein umfangreiches, attraktives und abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt auf die Beine zu stellen. Ganz besonders möchte ich mich auch bei Herrn Prof. Düchtel bedanken, der an der Schwalbennestorgel die Eröffnung des Welterbetages musikalisch umrahmt.

Ein ganz herzliches Dankeschön an Herrn Dr. Germann-Bauer und seinem Team der städtischen Museen, mit deren Hilfe und Unterstützung wir heute diese wundervolle Örtlichkeit, die Minoritenkirche, nutzen können.

Feiern Sie mit uns gemeinsam den Welterbetag, entdecken Sie das UNESCO-Welterbe „Altstadt Regensburg mit Stadtamhof“ und wandeln Sie auf den Spuren außergewöhnlicher Persönlichkeiten!