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10 Jahre Soziale Stadt

-Es gilt das gesprochene Wort-

Grußwort von Oberbürgermeister Hans Schaidinger zum Festakt "10 Jahre Soziale Stadt" am Samstag, 24. April 2010 im Bürgerhaus, Humboldtstraße um 13.00 Uhr

Anrede

Ich begrüße Sie alle recht herzlich hier im Bürgerhaus der Humboldtstraße.

Ich freue mich sehr darüber, dass Sie unserer Einladung zum Festakt „10 Jahre Soziale Stadt“ so zahlreich gefolgt sind.

Lassen Sie mich zu Beginn einigen Personen und Gruppen besonders danken, die sich heute aktiv in diese Veranstaltung eingebracht haben.

Mein Dank gilt an erster Stelle den Bewohnerinnen und Bewohnern, die unseren Festakt musikalisch umrahmen, die uns präsentieren, was in den zehn Jahren alles auf die Beine gestellt wurde, und die uns später mit einem Kuchenbuffet verwöhnen werden – wie ich erfahren habe, hat sich für die süßen Köstlichkeiten besonders Frau Jutta Emperhoff gekümmert – sie ist heute hier mit ihren Schwiegereltern, die mit uns nicht nur 10 Jahre Soziale Stadt, sondern auch ihre Goldene Hochzeit feiern.

Ebenso danke ich dem Quartiersbeirat, dem städtischen Amt für Jugend und Familie und allen, die sich in den letzten Jahren - auch ehrenamtlich - für die Humboldtstraße stark gemacht haben.

Ganz besonders möchte ich hier die Quartiersmanagerin, Frau Notburga Geissler, hervorheben: Sie hat sich mit sehr viel Engagement und Herzblut für „ihr“ Quartier eingesetzt.

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an Sie!

Ich danke auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Planungs- und Baureferats der Stadt für die erfolgreiche Projektbetreuung und Projektsteuerung und der Stadtbau für das professionelle Projektmanagement.

Schließlich heiße ich die Vertreterinnen und Vertreter unserer Medien willkommen. Ihre Berichterstattung und Ihr Interesse am Thema sind wichtig, damit die Erfolgsgeschichte „10 Jahre Soziale Stadt“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht wird.

Sehr verehrte Festgäste,

10 Jahre Arbeit mit dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ hier in Regensburg - das ist ein guter Anlass, um eine Zwischenbilanz zu ziehen und einen Blick auf das zu werfen, was geleistet und geschafft werden konnte. Aber wir wollen heute auch nach vorne blicken, um die Weichen für die zukünftige Arbeit richtig zu stellen.

Schaut man sich heute in der Humboldtstraße um, dann kann man sehen, was alles erreicht wurde, um die Wohnsituation und Wohnqualität zu verbessern.

Wer hier wohnt, kann sich rundum wohl fühlen und sich mit diesem Viertel identifizieren. Sie sind stolz in der Humboldtstraße zu leben und zu wohnen – das spürt man.

Lassen Sie mich jedoch zu einem wichtigen und zentralen Punkt kommen - zum Thema „Integration“. Auch dabei spielen „Wohnen“ und „Wohnumfeld“ eine wesentliche Rolle.

Ein Gefühl von Heimat findet man jedoch nicht nur dort, wo man ein Dach über dem Kopf hat. Ein Gefühl von Heimat entwickelt man dort, wo Begegnungsmöglichkeiten bestehen, wo man auf offene, hilfsbereite Mitmenschen trifft, wo man beieinander sitzen und miteinander reden kann.

Hier in der Humboldtstraße haben die Stadtbau und Stadt Regensburg gemeinsam zahlreiche Maßnahme zur Schaffung vielerlei sozialer Dienste und städtebaulicher Strukturen durchgeführt.

Wir sehen heute nicht nur sanierte Gebäude, Neubauten und eine neu gestaltete Straße, sondern auch viel Grün, schöne Spielplätze, eigens gestaltete Ecken zum Verweilen, ein Quartierscafé mit Kiosk, Räume im Bürgerhaus für Familienfeiern, VHS-Kurse und Veranstaltungen und verschiedene Spiel- und Hausaufgabenstuben.

Doch Integration bedeutet noch weit mehr:
Beim Projekt „Soziale Stadt“ geht es eben nicht nur um ein städtebauliches Programm.

Es geht - und das ist ganz entscheidet - um die Menschen, die hier leben.

Es geht im Wesentlichen um Hilfe zur Selbsthilfe, um Lebens- und Bildungschancen, es geht um Mit-mach-Aktionen, um eine „erlebbare“ Gemeinschaft, ehrenamtliches Engagement, Mitbestimmung und Bürgerbeteilung.

Besonders die Integration von Menschen in unsere Gesellschaft spielt dabei eine bedeutende Rolle.

Die über Jahrzehnte geführte Diskussion, ob Deutschland ein Einwanderungsland ist oder nicht, ist durch die gesellschaftliche Wirklichkeit beantwortet. Schon längst geht es nicht mehr um das „Ob“, sondern um das „Wie“ von Integration.

Hieß es noch früher, „die Neuankömmlinge“ hätten sich zu integrieren, besteht heute Konsens darüber, dass Integration Rechte und Pflichten für beide beinhaltet, nämlich sowohl für Migrantinnen und Migranten als auch für die „alt Eingesessenen“.

Integration ist keine Bedrohung, sondern eine Chance. Die Vielfalt der kulturellen Lebensentwürfe und Sprachen ist in einer globalisierten Welt vor allem ein Vorteil - und diesen Vorteil weiß das Projekt „Soziale Stadt“ zu nutzen und mit Leben zu füllen.

Wir dürfen es nicht dazu kommen lassen, dass Ghettos mit frustrierten Jugendlichen aus Zuwandererfamilien ohne Lebensentwurf und Lebenschance entstehen. Das wäre unmenschlich und dumm zugleich.

So wichtig die Maßnahmen der „großen Politik“ - sei es im gesetzgeberischen Bereich oder durch gezielte Fördermaßnahmen - auch sein mögen, die Integration unserer Zuwanderer muss in unseren Städten und Gemeinden erfolgen, hier muss Integration tagtäglich umgesetzt werden.

Die Stadt hat dafür nicht nur Personal, sondern auch Städtebaufördermittel in Höhe von knapp 5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mittel, die sehr gut angelegt sind und langfristig eine hohe soziale Rendite erzielen werden.

Mein Dank gilt an dieser Stelle auch dem Freistaat Bayern und dem Bund, die sich am Projekt finanziell in Millionen Höhe beteiligt haben.

Nach zehn Jahren ist das Projekt nun offiziell abgeschlossen – doch wie geht es weiter?

Das Stadtteilprojekt, die Lerninsel und ein „aktives“ Bürgerhaus bleiben auf jeden Fall bestehen.

Doch zukünftig wird das Projekt „Soziale Stadt“ noch stärker auf Menschen angewiesen sein, die sich ehrenamtlich engagieren und für die Anwohnerinnen und Anwohner da sind.

Auch der Vorschlag, einen Bürgerverein zu gründen, stößt bei uns auf offene Türen. Dieses Engagement werden wir tatkräftig unterstützen.

Selbstverständlich bleibt auch das Stadtteilprojekt mit seiner Beratungstätigkeit und seinen Hilfestellungen weiter vor Ort.

Ich kann Ihnen heute sagen: Wir wissen, dass wir jetzt, nach Projektabschluss, nicht einfach „alles stehen und liegen“ lassen können.

Die Stadt Regensburg wird die Arbeit hier in der Humboldtstraße weiter personell und finanziell unterstützen.

Ich danke noch einmal allen Gästen für ihr Kommen und ich bedanke mich bei allen, die heute an dieser Veranstaltung mitwirken. Sie zeigen damit, wie wichtig Ihnen das Thema „Soziale Stadt“ und Integration ist.

Allen Bewohnerinnen und Bewohnern der Humboldtstraße wünsche ich von Herzen ein friedvolles Miteinander und eine sichere und gute Zukunft.