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1. Spatenstich Neubau Grundschule Prüfening

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich des 1. Spatenstichs zum Neubau der Grundschule Prüfening am 19. April 2010

Anrede

„Wir haben es selbst in der Hand, was aus uns wird; weil Zukunft ist, wozu wir sie machen“, hat einmal ein Zukunftsforscher gesagt.

Mit dem 1. Spatenstich für den Neubau der Grundschule Prüfening hier an der Killermannstraße leistet auch die Stadt Regensburg einen weiteren wesentlichen Beitrag für eine möglichst gute Zukunft ihrer Jugend.

Der Beginn einer Schulbaumaßnahme ist deshalb auch für mich immer ein ganz besonderes Ereignis. Er steht für die Weiterentwicklung unserer Stadt und wird den Boden, auf dem wir jetzt stehen, verändern und einem modernen Gebäude Platz bieten, das den Anforderungen an eine zeitgemäße Grundschule ganz gewiss gerecht wird.

Und weil der Bedarf an Betreuung der Kinder auch nach dem Unterricht ständig zunimmt, werden in einem separaten Gebäude sowohl Räume für die so genannte Mittagsbetreuung als auch ein Speise- und Aufenthaltsraum für einen gebundenen Ganztagszug entstehen.

Dass die Errichtung eines neuen Schulgebäudes dringend notwendig ist, daran gibt es trotz der ursprünglich angedachten Alternativen keinen Zweifel.

Allerdings bin ich - nicht zuletzt auch wegen dieser Schule - immer wieder erstaunt, dass sich die „Lebenserwartung“ von Gebäuden im Vergleich zu der von uns Menschen in den letzten Jahrzehnten deutlich verschlechtert hat. Während man früher davon ausgehen konnte, dass (auch) ein öffentliches Gebäude mehrere Generationen überdauert, scheint es heute eher umgekehrt.

So wird zwar diese Schulanlage 2011 erst ihren 40.ten „Geburtstag“ begehen, ist aber - mit Verlaub gesagt - schon jetzt eher ein Wrack. Das im Juni 1971 eingeweihte Schulgebäude war allerdings ohnehin nur mit Einschränkungen für eine vierzügige Grundschule geeignet.

Da es nicht unterkellert ist, fehlen bis heute insbesondere Flächen für Lehr- und Lernmittel, ein Archiv, eine Schüler- und Lehrerbibliothek sowie ein Stuhllager. Auch geeignete Räumlichkeiten für die drei derzeit eingerichteten Mittagsbetreuungsgruppen stehen nicht zur Verfügung.

Darüber hinaus hat sich im Rahmen mehrerer Baubegehungen und Untersuchungen durch die Fachämter gezeigt, dass erhebliche bauliche Schäden und Mängel, insbesondere im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes, der Dachabdichtung, der Fluchtwegesituation, der Wärmeversorgung und Wärmedämmung bestehen.

Hinzu kommt, dass die vorhandene Schadstoffproblematik (PCB) nur durch eine vollständige Entkernung dauerhaft und zuverlässig gelöst werden könnte, was jedoch nach den Berechnungen unseres Hochbauamts - im Vergleich zu einem Neubau - die unwirtschaftlichere Lösung wäre.

Und schließlich hat eine Änderung des Grundschullehrplans für den verpflichtenden Sportunterricht dazu geführt, dass die - eine - vorhandene Sporthalle nicht mehr ausreicht.

Der Schulausschuss hat deshalb in seiner Sitzung am 09.03.2005 die Verwaltung beauftragt, den Neubau eines Schulgebäudes und einer Einzelsporthalle sowie die Generalsanierung der bestehenden Einzelsporthalle zu planen und die erforderlichen Genehmigungen einzuholen. Allerdings hat es dann doch noch einige Zeit gedauert, bis wir nun heute den 1. Spatenstich für einen Neubau vornehmen können.

„Gut Ding will Weile haben“, sagt bekanntlich der Volksmund und das hieß es auch im Fall dieses Schulneubaus, denn nach einem Beschluss des Bau- und Vergabeausschusses sollte zur Realisierung des Vorhabens ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden, der letztlich erst im Jahr 2008 seinen Abschluss fand.

Die gegenwärtige Planung sieht nun ein neues Schulgebäude und aus architektonischen, aber auch wirtschaftlichen Gründen, an Stelle einer neuen und einer sanierten (alten) Sporthalle zwei neue, ins Schulgebäude integrierte Einzelsporthallen vor.

Nach dem mit allen relevanten Stellen und den Betroffenen abgestimmten architektonischen Konzept entsteht ein Schulhaus, das sowohl alle funktionalen Bereiche „unter einem Dach“, aber auch individuelle, identitätsstiftende Räume für die jeweiligen Jahrgangsstufen in pavillonartigen „Lernhäusern“ mit zugeordneten Außenbereichen bietet.

Ein Schulhaus als kommunikativer Lernort, als „Dorf“ mit differenzierten „Plätzen“ und „Straßen“ als lichte, abwechslungsreiche Verbindungswege mit viel Transparenz, Durchblicken und Einblicken.

Zugunsten eines großen zusammenhängenden Außenraums wird der Neubau als kompakter Baukörper im nordwestlichen Grundstücksbereich angeordnet. Die nach Norden orientierten und dort auch für Sportvereine erreichbaren Sporthallen trennen die erforderlichen Stellplätze vom Schülerbereich. Der Sportbereich ist abgesenkt und vollständig in das Schulhaus integriert.

Über dem weitgehend mit einer gläsernen Hülle versehenen Erdgeschoss entwickelt sich dann ein „steinernes“ Obergeschoss mit vier „Lernhäusern“, die jeweils vier Klassenzimmer umfassen. Die gleichzeitig als Schüler- und Haupteingang fungierende Pausenhalle und der unmittelbar daran anschließende Mehrzweckraum und der Musiksaal bieten die Möglichkeit, bei Veranstaltungen auf einfachste Weise die Räume zusammenzuschalten.

Die Verwaltungsbereiche und das Lehrerzimmer orientieren sich nach Westen. Sie sind - alternativ - auch unmittelbar vom Parkplatz aus erreichbar. Abgerundet wird das gesamte Vorhaben schließlich durch die Überarbeitung bzw. Neuanlage der Außenanlagen und der Freisportflächen.

Die Gesamtkosten für die Schulanlage betragen rd. 15,0 Mio. € und für das zusätzliche Betreuungs- und Mittagsversorgungsgebäude müssen nochmals rd. 1,8 Mio. € aufgewendet werden.

„Gut Ding will Weile haben“ - doch eine lange Dauer ist noch keine Qualitätsgarantie.

Ich bin allerdings sicher, dass das architektonische Konzept, das schon die Jury beim Architektenwettbewerb beeindruckt hat, auch bei den Nutzern der neuen Grundschule Begeisterung hervorrufen wird.

Dass wir mit dieser Baumaßnahme gleich „mehrere Fliegen mit einer Klappe“ schlagen, freut mich besonders.

So steht nach Abschluss der Maßnahme nicht nur ein zeitgemäßes Schulgebäude zur Verfügung, sondern die zwei unabhängig voneinander nutzbaren Sporthallen bieten auch beste Voraussetzungen für eine sinnvolle sportliche Betätigung in der Freizeit. Und nicht zuletzt werden auch die neuen Räumlichkeiten für einen gebundenen Ganztagszug sowie die Mittagsbetreuung mit dazu beitragen, den Anforderungen unserer Zeit an eine moderne Grundschule zu entsprechen.

Altbundespräsident Roman Herzog hat einmal gesagt: „Über die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidet die Gegenwart unserer Kinder.“

Und da die Gegenwart unserer Kinder wiederum maßgeblich von der Schule, die sie besuchen, mit geprägt wird, freue ich mich sehr, heute mit diesem 1. Spatenstich das Startsignal für ein Projekt geben zu können, das die Qualität unserer Regensburger Schulen weiter verbessert.

Die Stadt Regensburg wird mit dieser Baumaßnahme - trotz der bekanntermaßen kritischen Haushaltslage - ihrer Verantwortung als Schulaufwandsträgerin erneut und in vollem Umfang gerecht. Wir setzen damit aber auch ein weiteres deutliches Zeichen für den hohen Stellenwert, den die Schulen in unserer Stadt innehaben.

Auch wenn nicht immer alle Wünsche erfüllt werden können, so denke ich doch, dass wir insgesamt stolz sein können auf das schulische Angebot in unserer Stadt und das um so mehr am heutigen Tag, an dem wir mit diesem Spatenstich der städtischen Schulgeschichte ein weiteres Kapitel hinzufügen.

Dass die kommenden Monate nicht völlig lautlos über die Bühne gehen können, ist klar. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Sekretariatspersonal und Schulleitung und nicht zuletzt der Hausmeister werden bis zum Abschluss der Arbeiten mit der ein oder anderen Beeinträchtigung leben müssen. Aber mit ein wenig Gelassenheit und Geduld und vor allem mit Blick auf das zumindest schon auf den Plänen sichtbare Ergebnis, lässt sich bestimmt manche Störung leichter verkraften.

Ich danke deshalb schon jetzt allen für Ihr Verständnis und freue mich auf den Moment, an dem sich die neuen Gebäude mit Leben füllen werden und wir sie ihrer Bestimmung übergeben können.

Möge von nun an schnell ein Stein zum anderen kommen. Dafür wünsche ich allen künftig am Bau Beteiligten viel Erfolg und der gesamten Maßnahme einen zügigen und unfallfreien Verlauf.