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24. Oberpfälzer Zahnärztetag

 -Es gilt das gesprochene Wort- 

Grußwort von Bürgermeister Joachim Wolbergs anlässlich des Empfangs der Teilnehmer am 24. Oberpfälzer  Zahnärztetag am 1. Juli 2010 um 18.30 Uhr im Historischen Reichssaal des Alten Rathauses

Anrede

„Statik und Dynamik“ – unter dieses Schwerpunktthema haben Sie den 24. Oberpfälzer Zahnärztetag im Jahr 2010 gestellt.

Nun ist mir durchaus bewusst, wie wichtig für uns alle gesunde Zähne sind, und dazu muss ich nicht erst den deutschen Dichter Heinrich Heine bemühen, der einmal gesagt hat: „Ach, der psychische Schmerz ist leichter zu ertragen als der physische, und gewährt man mir z. B. die Wahl zwischen einem bösen Gewissen und einem bösen Zahn, so wähle ich ersteres“.

Dennoch gestatten Sie mir sicherlich die Bemerkung, dass ich bei diesem Thema „Statik und Dynamik“ nicht als allererstes an unserer Zähne, sondern als Bürgermeister natürlich an unsere Stadt gedacht habe. Denn gerade die Antithese zwischen unserer statischen historischen Stadt und ihren dynamischen Entwicklungsmöglichkeiten macht das Leben in Regensburg so spannend!

Da sehen Sie auf der einen Seite steinerne Zeitzeugen, die sich seit dem Mittelalter oder vielleicht sogar seit der Römerzeit kaum verändert haben. Denken Sie an die Porta Praetoria, an die Römermauer, an die Steinerne Brücke, an den Dom, an die gotischen Geschlechtertürme. Aber sehen Sie sich auch hier im Alten Rathaus um, im Historischen Reichssaal, in dem sich Staatsmänner und Gesandte über Jahrhunderte hinweg versammelt haben.

Wenn Sie die Augen zumachen, dann können Sie vielleicht noch ein bisschen von der Atmosphäre weltmännischer Geschäftigkeit spüren, die hier einmal geherrscht hat. All dies gehört längst der Vergangenheit an. Vorbei sind die Reichstage, vorbei die Zeiten, in denen die reichen Patrizier das Leben in Regensburg beherrscht haben.

Die Menschen von damals sind längst gestorben, geblieben sind die Bauwerke, die sie geschaffen haben. - Statisch und eindrucksvoll! Sie haben sich nicht bewegt, haben die Jahrhunderte überdauert und machen auch heute noch das aus, was unsere Stadt so typisch, so lebenswert macht.

Nicht zuletzt diesen Zeitzeugen, die von der Zerstörungen vieler Kriege verschont geblieben sind, ist es zu verdanken, dass uns die UNESCO im Jahre 2006 mit ihrem Welterbe-Titel geadelt hat – eine Ehre, die nicht vielen deutschen Städten zuteil geworden ist!

Aber so reich unsere Stadt auch an einzigartigen und unwiederbringlichen Denkmälern ist - wenn dies das Einzige wäre, was sie auszeichnet, wäre sie ein Museum. Dann würde es sich zwar lohnen, einmal im Leben Regensburg einen Besuch abzustatten, zu betrachten und zu staunen. Und dann aber wieder ins normale Leben zurückzukehren.

Fantastisch, aber statisch - ohne Bewegung, ohne Leben! Das könnte Regensburg sein, das ist aber nicht Regensburg!

Denn - und jetzt komme ich zu der anderen Seite - unser Regensburg ist eine dynamische, eine lebendige Stadt. Es ist lebenswertes Umfeld für Menschen aller Altersklassen, aller Bildungsstufen und aller sozialer Schichten. Die meisten, die hierher kommen, um zu sehen und zu staunen, möchten gerne bleiben und viele tun das tatsächlich!

Noch immer wächst unsere Stadt. Sie entwickelt sich weiter und bleibt dennoch stets das alte unverwechselbare Regensburg, auch wenn sie sich zu einem wichtigen und überregional bekannten und anerkannten Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort entwickelt hat.

Ich kann mir vorstellen, dass viele von Ihnen hier in Regensburg studiert haben und unsere Stadt auch aus einem anderen Blickwinkel kennengelernt haben, aus dem der Studenten nämlich, und deshalb wissen, dass in unseren historischen Mauern junges Leben einen geradezu idealen Rahmen findet. Vielleicht gerade deshalb, weil sich hier Statik und Dynamik zu einer Synthese zusammenfügen.

Ich vermute auch, dass es die Atmosphäre in unserer Stadt ist, die Sie zum wiederholten Mal hierherkommen lässt, um mittlerweile schon den 24. Oberpfälzer Zahnärztetag zu begehen.

Ihr Austausch ist wichtig, um den Menschen, die in der Region leben, die besten Chancen zu eröffnen, mit gesunden Zähnen zu leben.

„Schöne Zähne sind überall (…) als eine Gabe Gottes hoch angesehen“, wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Und dabei geht es natürlich nicht nur um die Schönheit, sondern vor allem auch um die Gesundheit unserer Zähne.

Denn wie unsere historische Stadt muss auch unser Gebiss über die Zeiten hinweg viel aushalten. Wie unsere Stadtplaner und unsere Denkmalschützer müssen auch Sie tagtäglich einen Spagat zwischen Statik und Dynamik leisten.

Denn beide - unsere Stadt und unser Gebiss - müssen regelmäßig gepflegt werden, Lücken sollten dabei vermieden werden. Wenn sie denn aber entstehen, sollten Sie mit Bedacht und Sachkenntnis wieder ergänzt werden. Moderne Technologien und Standards sollten berücksichtigt werden, ohne dabei das Vorhandene, das Originale zu zerstören. Denn stets sollte das Ganze als Einheit betrachtet werden.

Mit dieser Argumentation hoffe ich, konnte ich Sie darin bestätigen, dass Sie den richtigen Ort für Ihre Tagung ausgewählt haben.

Ich wünsche Ihnen für den Verlauf Ihrer Tagung ein gutes Gelingen und hoffe, dass unsere historischen Räume dazu beitragen, dass Ihnen der Spagat zwischen Statik und Dynamik in der Zahnmedizin gelingt.

Und natürlich freue ich mich darauf, Sie auch in den nächsten Jahren wieder zu einem Oberpfälzer Zahnärztekongress begrüßen zu dürfen.