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60 Jahre Private Schulen Pindl

-Es gilt das gesprochene Wort-

Grußwort des Schulreferenten der Stadt Regensburg, Herrn Bürgermeister Gerhard Weber, anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Privaten Schulen Pindl am 21. April 2010

Anrede

Demokrit von Abdera (um 400 v.Chr.), „Vater“ des Atombegriffs und von seinen Zeitgenossen der "Lachende Philosoph" genannt, weil er immer gut gelaunt war, hat einmal gesagt: „Ein Leben ohne Feste ist wie ein langer Weg ohne Einkehr.“

Zwar sind in einer rund 2000 Jahre alten Stadt wie Regensburg auch Schuljubiläen keine Seltenheit, dennoch ist ein runder „Schulgeburtstag“ nicht nur für die Schulfamilie ein berechtigter Anlass für eine würdige Feier.

Ich freue mich deshalb sehr, heute bei Ihnen zu sein und den Privaten Schulen Pindl im Namen des Herrn Oberbürgermeisters und des Stadtrats, aber auch ganz persönlich, zum 60-jährigen Bestehen gratulieren zu können.

Ich gratuliere Ihnen aber heute nicht nur, sondern möchte in diesem Kreis auch gerne meinen Dank aussprechen. Dank dafür, dass die Privaten Schulen Pindl nun über 60 Jahre hinweg das Bildungswesen in unserer Stadt bereichert und zum guten Ruf Regensburgs als Schulstadt beigetragen haben.

Ein breit gefächertes Angebot aller Schularten, das durch die Privatschulen vervollständigt wird, stellt ja nicht zuletzt auch einen wichtigen Standortfaktor für die Wirtschaftsregion Regensburg dar. Öffentliche und private Schulen nebeneinander und durchaus auch in Konkurrenz miteinander gewährleisten ein hohes schulisches Niveau und die Wahlfreiheit der Eltern.

Schneller Wandel und Globalisierung sind die bestimmenden Faktoren der Gegenwart. Auf Grund ihrer größeren „Gestaltungsfreiheit“ können die Privatschulen den damit verbundenen Herausforderungen aber besonders rasch und flexibel begegnen, wie dies die Privaten Schulen Pindl oft genug bewiesen haben .

Sei es die frühestmögliche Teilnahme am Schulversuch „Sechsstufige Realschule“, sei es die Einführung eines Ganztagsgymnasiums, dem das Städt.-Von-Müller-Gymnasium allerdings jetzt - als erstes öffentliches Ganztagsgymnasium in Ostbayern - gefolgt ist oder seien es auch die Partnerschaften, ja Freundschaften mit Schulen in ganz Europa, wie sie die Privaten Schulen Pindl in langen Jahren geschlossen haben, die in besonderer und auf vorbildliche Weise dazu beitragen, das „Trennende“ zu überwinden und das Gemeinsame zu entdecken.

Innovative Bestrebungen, meine sehr geehrten Damen und Herren, dürfen allerdings weder an den privaten noch an den öffentlichen Schulen Selbstzweck sein, sondern sollen hinführen zu positiven Auswirkungen auf Schülerinnen und Schüler, die nach wie vor im Mittelpunkt stehen müssen.

Deshalb zeigt sich die Qualität einer Schule vor allem auch darin, ob sich die Menschen in ihr wohl fühlen, ob die Schule möglichst reibungslos funktioniert, eine hohe Arbeitseffizienz erreicht und der Nutzen für alle Beteiligten gesteigert wird. Ziel ist - mehr denn je - der selbstverantwortliche und selbständige Mensch, der sich in einer angebotsorientierten und zunehmend unübersichtlichen Welt behaupten kann.

Deshalb muss ein moderner Pädagoge vor allem „Entwicklungshelfer“ und als „temporärer Lebenspartner seiner Schüler“ mit ihnen zusammen einen gemeinsamen Lebensraum schaffen, in dem es gelingt, „Leistung durch Wohlbefinden“ zu steigern.

Damit sich junge Menschen aber wohl fühlen, brauchen sie Anerkennung und Bestätigung. Sie brauchen Freunde und eine verständnisvolle Umwelt. Sie brauchen Träume und Lebensziele und sie brauchen die entsprechenden Rahmenbedingungen, damit auch „Schule als Lebensraum“ erfahrbar wird.

All dies - so meine Beobachtung - setzen die Privaten Schulen Pindl in vorbildlicher Weise um und dafür möchte ich ihnen besonders danken.

60 Jahre Schulgeschichte, meine sehr geehrten Damen und Herren, heißt im Rückblick auch, dass sich Schulträger, Schulleitung und Lehrkräfte unter immer wieder geänderten Bedingungen mit großem Engagement und hoher Kompetenz um die bestmögliche Bildung und Erziehung der ihnen anvertrauten Jugendlichen bemüht haben und deren Leistungen gilt es deshalb heute insgesamt zu würdigen.

Und so ist ein lebendiges Schulleben - als bewusste Gestaltung des menschlichen Miteinander - wie es die Privaten Schulen Pindl nun seit 60 Jahren demonstrieren, auch das beste Mittel gegen einen freudlosen Schulbetrieb.

Die rege Teilnahme an dieser „Geburtstagsfeier“, das unübersehbare Engagement von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften und die beeindruckende Gestaltung sind darum für mich ein deutlich sichtbares Zeichen der Harmonie innerhalb Ihrer Schulgemeinschaft.

Ich gratuliere der gesamten Schulfamilie im Namen der Stadt Regensburg nochmals zum 60-jährigen Jubiläum und wünsche den Privaten Schulen Pindl auch weiterhin ein erfolgreiches Wirken, eine gedeihliche Zukunft und jenen Geist des gegenseitigen Vertrauens, auf den es im Zusammenspiel aller Kräfte ankommt zum Besten der ihnen jetzt und künftig anvertrauten jungen Menschen.