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Patienteninformationstag Dt. Rheumaliga

 -Es gilt das gesprochene Wort- 

Begrüßungsansprache von Bürgermeister Joachim Wolbergs anlässlich des Patienten-Informationstages der Deutschen Rheuma-Liga Landesverband Bayern e.V. zum Thema „Volkskrankheit Arthrose – Wege der Therapie“ am 18. April 2009 von 11 bis 15 Uhr im Kolpinghaus in Regensburg

Anrede

„Ich möchte lieber gesund sein als reich“ – das hat Cicero einmal gesagt. Und ich glaube, die meisten von uns würden ihm auch heute noch Recht geben. Vor allem diejenigen, die selbst schon einmal wirklich krank waren oder unter chronischen Schmerzen gelitten haben.

Gesundheit ist ein hohes Gut im Leben eines jeden Menschen, vielleicht sogar das höchste. Reichtum und Besitz, schöne Reisen, gutes Essen gesellschaftlicher Trubel – all die Dinge, die unser Leben annehmlich machen – wer kann sie so recht genießen, wenn er krank ist und unter Schmerzen leidet?

Nach einer aktuellen Umfrage des Institutes für Demoskopie in Allensbach steht der Begriff „Gesundheit“ in der persönlichen Werteskala an vorderster Stelle. „Was glauben Sie, was macht einen Menschen glücklich?“ fragten die Interviewer 1 200 Männer und Frauen im Alter ab 16 Jahren. Noch vor den Bereichen „Partnerschaft“ und „Familie“ nannten 89 Prozent der Befragten die Gesundheit als wichtigstes Gut.

Sicher ist dies Grund genug dafür, alle Kräfte aufzubieten, ein solch kostbares Gut zu schützen, es zu erhalten und zu bewahren. Oder in Fällen, in denen die Gesundheit nicht wieder vollständig hergestellt werden kann, dafür zu sorgen, dass Schmerzen leichter ertragen werden können, dass die Lebensqualität trotz Krankheit erhalten bleibt.

Wie schon der Titel Ihres Patienten-Informationstages ankündigt, ist die Arthrose heute eine Volkskrankheit.

Laut Statistik sind heute etwa 20 Millionen der Deutschen von rheumatischen Erkrankungen betroffen. Das sind genauso viele Menschen wie die mittelamerikanische Metropole Mexico City an Einwohnern aufzuweisen hat. Rund sechs Millionen davon leiden unter Arthrose, immerhin so viele Menschen wie in der chinesischen Stadt Hongkong leben.

„Im Zustand der Krankheit merken wir, dass wir nicht allein existieren, sondern an ein Wesen ganz anderer Ordnung gefesselt sind, von dem uns Abgründe trennen, das uns nicht kennt und dem wir uns unmöglich verständlich machen können: unseren Körper.“

Diese Worte, meine Damen und Herren, stammen von dem französischen Schriftsteller Marcel Proust. Jeder von Ihnen, der mit der Krankheit kämpft, kennt ihren Wahrheitsgehalt: Der Wille allein kann in den meisten Fällen Krankheiten nicht besiegen. Aber Schmerzen machen uns bewusst, dass unser Geist untrennbar mit seiner körperlichen Hülle verbunden ist.

Wer unter einer Krankheit leidet, die er weder mit seinem Willen noch durch die Zeit bekämpfen kann, der benötigt Hilfe. Eine kompetente medizinische Versorgung, die Linderung verschafft und Perspektiven aufzeigt, trägt wesentlich dazu bei, dass Menschen ihr Schicksal zu akzeptieren lernen.

Wichtig ist aber auch die Bereitschaft, dieses Schicksal anzunehmen. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann dazu ein wichtiger Schritt sein.

„Ich habe viel in der Krankheit gelernt, das ich nirgends in meinem Leben hätte lernen können“, sagt der große deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe.

Aufklärung über die Krankheit und ihre Ursachen, der Austausch mit Fachleuten und anderen Betroffenen können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Patienten mit ihrer Erkrankung zu leben lernen, anstatt unter ihr zu leiden, dass sie die Erfahrungen, die sie aus ihrer Krankheit ziehen, zu ihrem Vorteil nutzen können.

Für jemanden, der nicht an einer Krankheit leidet, ist es immer schwer, sich in Betroffene hineinzuversetzen. Ich will dies gar nicht erst versuchen. Aber ich hoffe sehr, dass es Ihnen allen gelingen möge, durch ihre Teilnahme am Patienten-Informationstag der Deutschen Rheumaliga zum Thema Arthrose einen Weg zu finden, wie Sie mit Ihrer Krankheit ein lebenswertes Leben führen können.

Von dem englischen Dichter William Shakespeare stammen die Worte: „Ein guter Kopf weiß alles zu benutzen. Ich will Krankheiten zum Vorteil kehren.“

Ich wünsche Ihnen, meine Damen und Herren, dass Ihnen dieses am heutigen Tag gelingen möge. Ich danke Ihnen ausdrücklich für Ihre Bereitschaft, sich mit Ihrer Krankheit konstruktiv auseinanderzusetzen.

Und natürlich gilt den Veranstaltern im Namen der Stadt Regensburg mein ganz herzlicher Dank für die Organisation!

 hören werde.