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Verleihung des Ausbilderpreises 2009

-Es gilt das gesprochene Wort-

Grußwort  von Bürgermeister Gerhard Weber anlässlich der Verleihung des Ausbilderpreises 2009 am Dienstag, 24. November 2009


Anrede,

„Qualität sichert Zukunft.“
Unter diesen Leitsatz hat die Stadt Regensburg ihren Ausbilderpreis gestellt, der heuer zum dritten Male verliehen wird.

Ich darf Sie zu dieser Preisverleihung zunächst herzlich begrüßen und ich freue mich, dass Sie unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind.

Während im ersten Jahr mit diesem Preis Betriebe geehrt wurden, die sich um die Ausbildung in den kaufmännischen und verwaltenden Berufen besonders verdient gemacht haben, standen im letzten Jahr Firmen aus der Metall- und der Elektrobranche im Mittelpunkt, deren Auszubildende an unserer städt. Berufsschule I unterrichtet werden.

Heuer nun sind die Betriebe an der Reihe, deren Auszubildende die städt. Berufsschule II besuchen. Und weil diese Berufsschule wohl die „bunteste“ Palette von Ausbildungsberufen aufweist, hat sich heuer die Zahl der Preisträger nochmals erhöht.

Damit soll unser Ausbilderpreis zwar nicht einem inflationären Trend folgen, er würde aber seinem Anspruch nicht gerecht, wenn ganze Berufsfelder einer allzu restriktiven Vorgabe zum Opfer fielen. Die Jury hat sich deshalb auf Vorschlag der Schule dazu entschlossen, heuer fünf Betriebe für hervorragende Ausbildungsleistungen auszuzeichnen.

Anrede,

in unterschiedlichen Politikfeldern wird übereinstimmend die Bedeutung der Bildung als die entscheidende Ressource für Wohlstand und gesellschaftliche Stabilität hervorgehoben. Dabei ist die Qualifikation der deutschen Fachkräfte im internationalen Vergleich gar nicht hoch genug einzuschätzen.

Strittig aber ist, ob in einer „wissensbasierten Ökonomie“ die Gewichte nicht doch zu Gunsten der „hochschulisch Qualifizierten“ verlagert werden sollten, wie es der OECD-Bildungsbericht aus dem Jahr 2006 nahe legt. So hat z. Bsp. der Anteil der Studienanfänger an einem Altersjahrgang in zahlreichen OECD-Ländern mittlerweile Werte von 60 und mehr Prozent erreicht. Länder wie Deutschland oder die Schweiz liegen mit Werten zwischen 30 und 40 Prozent dagegen am unteren Ende dieser Skala.

Wer allerdings - so meine ich - ernsthaft bedauert, dass es z. B. in Bayern zu wenig Abiturienten gibt, der muss schon auch sagen, woher der Nachwuchs für das Handwerk und die vielen anderen Bereiche kommen soll. So erklärte 1972 auch der damalige bayerische Kultusminister Hans Maier: "Die gesicherte Zukunft eines Landes oder einer Gesellschaft hängt nicht nur davon ab, dass ausreichend Nachwuchs an Akademikern vorhanden ist; ein soziales Gleichgewicht kann es nur geben, wenn das Verhältnis zwischen Abiturienten und Akademikern einerseits und den Facharbeitern, Meistern, Technikern, Kaufleuten, Landwirten, Krankenschwestern usw. andererseits vom Bedarf her gesehen im Ganzen ausgewogen ist".

Damit wir, meine sehr geehrten Damen und Herren, aber über genügend tüchtige Facharbeiter, Meister, Techniker, Kaufleute, Landwirte, Krankenschwestern usw. verfügen, bedarf es der permanenten Ausbildungsbereitschaft von Handwerks-, Industrie- und Dienstleistungsbetrieben, die - Gott sei Dank - in letzter Zeit auch wieder zugenommen hat.

Ich danke deshalb insbesondere den heute anwesenden Repräsentanten der Ausbildungsbetriebe für ihre Bereitschaft, jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen und bitte sie, dies auch weiterhin zu tun; im Interesse unserer Jugend, aber auch in Ihrem eigenen.

In Bildung und Ausbildung investieren heißt in die Jugend investieren. In die Jugend investieren aber heißt in die Zukunft investieren.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, es war, wie auch in den beiden letzten Jahren, nicht leicht, Kriterien festzulegen, die einen einigermaßen objektiven Maßstab für die Qualität eines Ausbildungsbetriebs ermöglichen. Deshalb bedanke ich mich besonders bei den Akteuren der Beruflichen Schule II, die „hinter den Kulissen“ die Daten aus- und bewerten mussten und diese umfangreiche und gewiss nicht leichte Aufgabe bravourös gemeistert haben.

Auch diese Schule hat - wie ihre beiden Vorgänger - individuelle Nuancen in die Fragestellung und ins Bewertungssystem eingebracht, um ihren Schülerinnen und Schülern und deren Ausbildungstrieben möglichst gerecht zu werden. Die Hauptkriterien aber sind unverändert geblieben:

  • Die Qualität der Ausbildung aus Sicht der Azubis und der Betriebe
  • Die persönliche Betreuung aus Sicht der Azubis und der Betriebe
  • Die fachliche Betreuung aus Sicht der Azubis und der Betriebe und schließlich
  • Die Zusammenarbeit der dualen Partner aus Sicht der Berufsschule und der Betriebe

Und wie bereits in den letzten beiden Jahren haben sich zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung zum Teil nicht unerhebliche Diskrepanzen gezeigt.

Von den derzeit rd. 1350 Firmen, deren Auszubildende an unserer Städt. Berufsschule II unterrichtet werden, sind 398 im Stadtgebiet Regensburg angesiedelt und von diesen wiederum 40 „in die engere Wahl“ gekommen. Von diesen 40 erhalten heute fünf - gewissermaßen als „Zweitbeste“ - eine Urkunde und fünf dazu auch den Ausbilderpreis 2009 als Trophäe. Sie alle aber dürfen sich als Sieger fühlen, denn - wie im Sport - haben auch hier manchmal nur „Hundertstel“ den Ausschlag gegeben.

Ich gratuliere den anwesenden Repräsentanten dieser Betriebe ganz herzlich zu ihrem Erfolg, der die hervorragende Qualität ihrer Ausbildung bestätigt und danke den Mitgliedern der Jury, die aus den Vorermittlungen der Schule schließlich die „Spitzenreiter“ ausgewählt hat.

Mein Dank gilt vor allem aber auch den Auszubildenden und Betrieben selbst für die Beteiligung an diesen „Vorermittlungen“, denn ohne ihre Mithilfe gäbe es heute keine Preisverleihung.

Zum Schluss danke ich allen Akteuren für ihre Mitwirkung, besonders auch dem Duo „Marzahn/ Petruschka“ für die musikalische Umrahmung, unserem Amt für Schulen für die Vorbereitung der heutigen Veranstaltung und wünsche dieser nun einen guten Verlauf.