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Eröffnung Zentrum für junge Kultur

-Es gilt das gesprochene Wort-

Ansprache von Bürgermeister Gerhard Weber zur Eröffnung W1 - Zentrum für junge Kultur am Freitag, 13. Februar 2009


Begrüßung

Vor 31 Jahren wurde das Jugendzentrum Weingasse eröffnet. Vielleicht wissen einige Beteiligte in dieser Runde, dass ich damals schon für die Jugendarbeit eingetreten bin. Im November 1974, als ich JU-Vorsitzender in Regensburg war, erschien eine Schrift „Jugend in der Stadt – Initiative für ein Jugendzentrum in Regensburg“. Das gleiche Thema wurde auch bei dem Stadtjugendring, den Sozialen Initiativen und dem Jugendamt diskutiert, auch andere Parteien griffen das Thema auf. Glücklicherweise wurde zu diesem Zeitpunkt die Gastwirtschaft, die sich im Gebäude Weingasse 1 befand, aufgegeben. Dies war die Gelegenheit für ein Jugendzentrum in der Altstadt. Aus dieser Geschichte gibt es immer noch den Jugendzentrumsrat, in dem Stadträte, der Stadtjugendring und der a.a.a. gleichberechtigt mit Jugendlichen Vertretern sind.

Die Jugendarbeit in Regensburg hatte schon immer einen hohen Stellenwert. Aus einem Jugendzentrum sind in der Zwischenzeit fünf städtische Jugendzentren und drei Jugendtreffs von freien Trägern geworden, die eine breite Palette an pädagogischen Angeboten bereithalten. Die Stadt Regensburg weist eine gute und ausdifferenzierte Angebotsstruktur vor, die sich – weiß Gott – nicht zu verstecken braucht. Im Vordergrund stehen dabei die Förderung und Unterstützung von Initiativen der Besucherinnen und Besucher, um sie in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu fördern. Grundsätzlich beachten wir dabei, dass soziales und politisches Lernen das soziale und gesellschaftliche Engagement fördert. Die offene Kinder- und Jugendarbeit steht selbstständig, als ein wichtiger Bestandteil in der außerschulischen Bildung.

Unsere Einrichtungen sind in den Jahren mehr und mehr zu aktiven Knotenpunkten von Netzwerken in den Stadtteilen geworden. Sie sind in das soziale und gesellschaftliche Leben des Stadtteils integriert und halten engen Kontakt zu den dort bestehenden Verbänden, Vereinen, Pfarreien, Schulen und anderen Trägern der Jugendhilfe. Wir wollen gemeinsame Aktivitäten anregen und dort, wo es gewünscht wird, unterstützend tätig werden. Dies geschieht in Form von Beratung, Gruppenarbeit, offener Treffpunkt oder auch aufsuchender Jugendarbeit, wenn`s im Stadtteil notwendig sein sollte.

Die Programme sind so vielseitig wie es Jugendliche gibt und richten sich nach deren Bedürfnissen. Dazu kommen die Anforderungen im Stadtteil, aber auch die räumlichen und personellen Möglichkeiten der Einrichtung.
Und die sind sehr gut. Die Einrichtungen verfügen über einen hohen Standard und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sehr qualifiziert.

Mit der heutigen Eröffnung des W1 - Zentrums für junge Kultur manifestieren wir diesen Anspruch. Wir setzen gleichzeitig einen Meilenstein, indem wir mit einem erweiterten Konzept auf die Bedürfnisse und die Nachfrage von jungen Menschen reagiert haben. Die Weingasse ist schon immer eine jugendkulturelle Einrichtung für Jugendliche und junge Erwachsene gewesen - und zwar dort, wo das gesellschaftliche Leben pulsiert: Im Herzen der Altstadt, mitten im Weltkulturerbe. Konsequenterweise haben die Mitarbeiter Matthias Segerer und Uwe Hering ein pädagogisches Konzept erarbeitet, um dem Schwerpunkt „Junge Kultur“ und dem Bedarf gerecht zu werden.

Kultur lernen heißt Leben lernen.

Im Konzept heißt es: „Ein Jugendkulturzentrum bietet einen besonderen Anreiz, die eigenen musischen und kreativen Fähigkeiten zu entdecken, sie zu entwickeln und zusammen mit anderen umzusetzen.“ Das Zentrum für junge Kultur wird ein Ort der Begegnung, des Austausches und der Kreativität für junge Kulturschaffende sein. Durch die Möglichkeit von Selbstorganisation oder Partizipation werden wir sie bei ihrer Kreativität und der Entfaltung ihrer Phantasie zu unterstützen und somit Lebensräume gestalten. Das neue Konzept lässt sich mit den vier Leitsätzen gut umschreiben: Kultur erleben, Kultur schaffen, Kultur lernen und Kultur vernetzen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit dem heutigen Tag verschreiben wir uns wieder ein Stück mehr dem Grundsatz in der Jugendarbeit: Der Förderung und der Unterstützung von jungen Menschen in einem Teilabschnitt ihres Lebens.

Schon Karl Valentin sagte:“ Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit". Dies können Jugendliche hier selbst erleben und in Taten umsetzen.