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Sportlerehrung 2008

 

-Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Sportlerehrung 2008 am 26. November 2008, 19.30 Uhr, Altes Rathaus, Reichssaal

 

„Ehre, wem Ehre gebührt!“
so lautet ein altbekanntes Sprichwort.
Und heute gebührt die Ehre Ihnen.
Sie haben mit Ihren sportlichen Leistungen nicht nur sich selbst und Ihrem Verein Ehre gemacht,
sondern auch unserer Stadt.

Sie haben den Namen Regensburgs über die Stadtgrenzen hinaus getragen,
ihm in Bayern, in Deutschland, sogar im Ausland einen guten Klang verliehen.
Selbst bei den Paralympics in Peking war Regensburg vertreten. Die Hochleistungs-Schwimmerin Annke Conradi ist seit vielen Jahren einer unserer erfolgreichsten Sportlerinnen.

Wenn ich mir diese herausragenden Erfolge unserer Regensburger Sportler vor Augen halte, ist es mir umso mehr eine Freude, Sie heute hier im Historischen Reichssaal aufs herzlichste willkommen zu heißen.
Dass Sie heute gekommen sind unsere Gäste, das ist für uns eine Ehre.

Ich spreche Ihnen heute als Oberbürgermeister der Stadt Regensburg Dank und Anerkennung aus. Wenn sich meine sportlichen Aktivitäten und Erfolge auch nicht mit den Ihren messen können, so weiß ich doch um all die Anstrengungen die nötig sind, um sportliche Höchstleistungen zu erbringen.

Als Freizeitsportler – im Sommer in den Bergen klettern oder Radfahren und im Winter Skifahren – weiß ich, dass man so manches Mal den inneren Schweinehund überwinden muss.

Wie heißt es so schön: „Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt!“
- und nach den Erfolg die Menschen die Ehrung. Und die gibt es für Sie gleich zweimal, zum einen auf dem Siegertreppchen nach dem sportlichen Wettkampf und zum anderen heute seitens der Stadt, die Sie in sportlichen Wettkämpfen vertreten haben.

Das oft zitierte „Sport ist Mord“ vom britischen Premierminister Sir Winston Churchill stimmt gleich zweimal nicht:
Zum einen hat es Churchill wohl nie wirklich so gesagt und zum anderen sind Sie alle der beste Beweis dafür, das dieser Ausspruch falsch ist!

• Sport ist Leben
• Sport ist Energie
• Sport ist Dynamik
oder wie man auf Neudeutsch so schön sagt
• Sport ist Power!

Wirklich aus Churchills Munde ist aber der Ausspruch: "Keine Stunde, die man im Sattel verbringt, ist verloren." Churchill war nämlich in der Jugend begeisterter Reiter. Egal ob Sie nun in Reitstiefeln, der Badehose oder dem Trikot, auf dem Fahrrad, am Tennisplatz oder in der Eishalle aktiv sind – die Zeit, die Sie in den Sport investiert haben, hat sich gelohnt.

Dabei sind sicher nicht die Erfolge und Siege, die Medaillen und Pokale der wirkliche Lohn dafür. Das Gemeinschaftserlebnis, zusammen zu kämpfen und zusammen zu gewinnen, aber auch zusammen zu feiern und Teamgeist zu erleben, Fairness zu üben und zu erfahren und nicht zu vergessen die große pädagogische Aufgabe des Sports – alles das macht den Sport lohnenswert.
Sport bringt Menschen zusammen, verschiedenen Alters, verschiedener Herkunft oder verschiedener Nationalität. Der Sport leistet einen nicht zu unterschätzenden Dienst bei der Integration von Menschen, die bei uns ein neues Zuhause finden wollen. Sie alle investieren Zeit und Mühen in den Sport - die Stadt Regensburg finanzielle Mittel und Sachleistungen.

Beide tun wir es gerne. Warum Sie es tun, das wissen Sie selbst am besten. Warum die Stadt Regensburg es tut?

Warum wir mehr als 60 stadteigene Sporthallen, Übungsräume und Sportplätze unterhalten – nicht zu vergessen ein Fußballstadion, ein Eisstadion und drei Schwimmbäder?

Warum wir mit der Gründung der Sozial- und Sportstiftung der Stadtwerke eine weitere Geldquelle für unsere Vereine eröffnet haben, die in den vergangenen sechs Jahren schon rund 150 000 Euro für Sport-Projekte ausgeschüttet haben? Ganz einfach: Weil Sie und Ihre Sportkameradinnen und -kameraden
es uns Wert sind! Weil Sie uns nicht nur lieb, sondern sehr wohl auch teuer sind! Die 2,7 Millionen Euro, die im vergangenen Jahr als direkte oder indirekte Leistungen sowie als Finanzierung städtischer Trainings- und Wettkampfstätten zur Verfügung gestellt wurden, sind der Beweis dafür.

Sport stärkt nicht nur den Einzelnen sondern mit ihm auch die ganze Gesellschaft. Eine Gesellschaft aber, die von den sportlichen Tugenden wie Fairness, Teamgeist, Kameradschaft und Hilfsbereitschaft geprägt ist, kann sich auch den Anforderungen unserer Zeit erfolgreich stellen.

Mit Ihrem sportlichen Einsatz tragen Sie zum Ansehen der Stadt Regensburg bei. Diesen Einsatz zu honorieren, zu ehren, ist der Stadt Regensburg ein sehr großes Anliegen.

Hier, wo einst Gesandte aus ganz Europa tagten und Politik machten – hier ehren wir heute Sie. Damals blickten die Menschen nach Regensburg aus politischen Gründen – heute blicken sie nach Regensburg auf Grund Ihrer sportlichen Leistungen und Erfolge.

Lassen Sie es mich so sagen:
Die Sportlerinnen und Sportler sind die modernen Botschafter, die Gesandten unserer Tage, sie repräsentieren ihre Heimatstädte und Heimatländer und treffen sich zu einem friedlichen Miteinander der Völker.
Dankeschön dafür!

„Hinter jedem großen Mann steht eine starke Frau“ oder anders gesagt:
„Hinter jedem großen Sportler stehen immer starke Helfer“.
Ein Dankeschön an alle im Ehrenamt, ohne die so viele Aktivitäten im Vereins- und Breitensport gar nicht möglich wären. Was nützt die schönste Sportanlage, wenn die Trainer fehlen? Was nützt eine Vereinsstruktur, wenn sich darin nicht Jahr um Jahr Menschen engagieren und Verantwortung übernehmen?

Vereins- und Breitensport ohne Ehrenamt ist einfach nicht denkbar! Sie alle machen den Sport erst möglich: Dankeschön dafür an alle Aktiven, an alle Spitzensportler ebenso wie an die Breitensportler, an alle Vereinsvorstände, Abteilungsleiter, Übungsleiter, Betreuer, Kampfrichter, Platzwarte und an alle anderen Helferinnen und Helfer!

Gemeinsam haben wir schon viel geschafft im Vereins- und Breitensport hier in Regensburg. Halten Sie sich einmal vor Augen, fast 45.000 Regensburgerinnen und Regensburger sind in einem Sport- oder Schützenverein aktiv, das ist fast ein Drittel aller Einwohner unserer Stadt! Kein anderer Freizeitbereich hat eine so große Anhängerschaft.

Sich auf diesen Lorbeeren aber nun auszuruhen, sich in Anbetracht dieser beeindruckenden Statistik zufrieden zurückzulehnen, das würde nicht dem Charakter eines Sportlers entsprechen. Nicht stehen bleiben, sondern in Bewegung bleiben und sich weiterentwickeln. Weiterentwickeln auch mit dem Sportentwicklungsplan der Stadt Regensburg.

Dieser Plan wurde nicht „am grünen Tisch“ entschieden, sondern ist das Ergebnis einer ausführlichen Befragung der Regensburger Bevölkerung im Herbst 2005 und Frühjahr 2006 durch externe Institute. Außerdem hat das Sportamt der Stadt Regensburg eine ausführliche Bestandsaufnahme der städtischen Sporteinrichtungen gemacht.

Alle Ergebnisse wurden in einem Sportentwicklungsplan zusammengefasst, im April 2008 vom Sportausschuss beschlossen und dann wieder den betroffenen Gruppen, also auch den Sportvereinen vorgelegt. Die eingegangenen Anregungen, Ergänzungen, auch Bedenken, die von Ihnen kamen wurden dann vom Sportausschuss in den Plan eingearbeitet. Morgen wird der Stadtrat darüber abstimmen.

Der neue Sportentwicklungsplan
soll dazu dienen,
• Sportaktivitäten zu fördern,
• die Vereine in ihrem Engagement zu unterstützen,
• eine ausreichende Sportinfrastruktur bereitzustellen und
• alle Altersgruppen zu sportlicher Betätigung zu motivieren.

Mit diesem Sportentwicklungsplan starten wir dann ins Jahr 2009, das wie immer in Regensburg in Sachen Sport ein spannendes Jahr sein wird:

• Im Januar das internationale Bambini Eishockeyturnier,

• im April das Ratisbona Cup Schwimmen,

• im Mai der Regensburg-Marathon,

• im Juni die Leichtathletik Gala,

• im Juli der Arber-Rad-Marathon und

• im August der Regensburg-Triathlon.

und das sind nur einige ausgewählte Beispiele!

Im September dann wird es international, dann werden zeitgleich in Regensburg, Barcelona, Stockholm, Prag und Moskau die Vorrundenspiele der Baseball-WM 2009 stattfinden. Wir unterstützen dieses Großereignis auch, weil dann die Fernseh-Kameras der Welt nach Regensburg gerichtet sein werden.

In Regensburg heißt es aber nicht nur „ein Hoch dem Spitzensport“, sondern auch dem Breitensport: da sind Veranstaltungen zu nennen wie der
Nepallauf, das Starzinger Tischtennis Turnier, der Altstadtlauf, der Leukämielauf, die Nordic Walking Tour oder der Jedermann Zehnkampf.

Mit Goethes Faust werden Sie sich jetzt denken: „Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn!“ – So soll es sein, wer könnte einem der größten deutschen Dichter widersprechen. Lassen Sie mich nun zur diesjährigen Sportlerehrung kommen.

Denken Sie immer daran, wenn Sie irgendwo das Wort Sport hören, das ist nur eine Abkürzung und steht für:

S…portler
P…räsentieren
O…ptimal
R…egensburgs
T…alente

In diesem Sinne, schreiten wir zur Sportlerehrung 2008.