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Empfang für eingebürgerte ausländische Staatsangehörige

 

-Es gilt das gesprochene Wort-

Begrüßungsrede von Herrn Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich des Empfangs der im Jahr 2007 eingebürgerten ausländischen Staatsangehörigen am 29.01.2008 im Kurfürstenzimmer

 

Anrede

Für einen Oberbürgermeister gibt es viele Pflichten und Termine. Manche dieser Pflichten erfüllt man mit Freude.

Ein solcher Anlass führt uns heute Abend bei diesem Empfang (für eingebürgerte Mitbürgerinnen und Mitbürger) zusammen, zu dem ich Sie sehr herzlich als deutsche Staatsangehörige begrüßen darf.

In Bayern sagt man, dass alles was zum dritten Mal stattfindet, bereits als Tradition gilt.

Nachdem der heutige Empfang bereits seit dem Jahr 2001 durchgeführt wird, könnte man durchaus bereits von einer gewissen Tradition sprechen, der die Stadt Regensburg gerne nachkommt.

Sie alle haben im vergangenen Jahr die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erworben. Dazu möchte ich Ihnen an dieser Stelle ganz herzlich gratulieren, aber auch Danke sagen für Ihre Entscheidung, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen, Danke für Ihr Vertrauen in den deutschen Staat und die Stadt Regensburg.

Diesen Schritt haben Sie sich im Vorfeld sicher sehr genau überlegt und Ihre Entscheidung nach Abwägung aller Umstände getroffen.

Die Gründe hierfür dürften unterschiedlich gewesen sein. Ein Teil von Ihnen ist bereits in Deutschland geboren und hier aufgewachsen. Für Sie ist die Integration kein Problem: Sie sprechen die deutsche Sprache und kennen unseren Kulturkreis.

Einige andere befinden sich mit der Einbürgerung nun an einem Punkt, an dem es gilt, selbst ihren eigenen Beitrag zu leisten, damit sich die mit der Einbürgerung verbundenen Erwartungen auch erfüllen.

Integration, verstanden als die Bereitschaft und Fähigkeit zum friedlichen Miteinander, soll Konflikte vermeiden helfen und dafür sorgen, dass sich keine Spannungsfelder aufbauen.

Damit Integration insgesamt Erfolg hat, muss sie in drei Bereichen gelingen: Rechtlich, wirtschaftlich und kulturell.

Lassen Sie mich dies an einem Beispiel deutlich machen: Wenn jemand kulturell kaum Erfahrung mit der Gesellschaft hat und sprachlich große Defizite aufweist, wird es für ihn schwierig werden, wirtschaftlich Fuß zu fassen.

Wir alle, Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sind in diesem Zusammenhang gefordert, durch geeignete Maßnahmen die Voraussetzungen für eine möglichst reibungslose Integration zu schaffen.

Dies ist natürlich nicht immer einfach, betrachtet man die Vielzahl der unterschiedlichen Länder, aus denen die einbürgerungswilligen Personen kommen:

Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bürgerzentrums wurden im Jahr 2007 insgesamt 213 Einbürgerungen vollzogen und zusätzlich 321 Beratungen durchgeführt.

Bei den eingebürgerten Personen handelt es sich um frühere Angehörige aus 51 verschiedenen Staaten.

Folgende Nationen sind am stärksten vertreten: Irak:  30 Personen Türkei:  20 Personen Serbien: 18 Personen Vietnam: 16 Personen Polen: 15 Personen Ukraine:  14 Personen Rumänien: 12 Personen

Dazu kommen noch Russland, Bosnien-Herzegowina, Kasachstan, Sri Lanka, Albanien Ghana, Pakistan, Äthiopien, China, aber auch Mitgliedsstaaten der EU, z.B. Italien, Griechenland und Tschechien, sowie eine Vielzahl weiterer Länder.

Für Sie gehören jedenfalls die Schwierigkeiten, die mit der Einbürgerung verbunden waren, nun der Vergangenheit an und Sie können zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Als deutsche Staatsbürger darf ich Sie aufrufen, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Die Möglichkeit dazu eröffnet sich Ihnen durch die Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen.

Sie können von Ihren staatsbürgerlichen Rechten Gebrauch machen, indem Sie im Rahmen von Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden wichtige Themen in unserer Stadt mit entscheiden.

Bereits in Kürze haben Sie bei der Kommunalwahl am 02.März 2008 Gelegenheit, über die Zusammensetzung des Stadtrates und die Wahl des Oberbürgermeisters abzustimmen.

Am 28.September 2008 folgt dann bereits die Landtags- und Bezirkswahl, sowie im Jahr 2009 die Europa- und Bundestagswahl.

Darüber hinaus können Sie im Freistaat Bayern mit Volksbegehren und Volksentscheiden politischen Einfluss nehmen.

Wie Sie sehen, haben Sie viele Möglichkeiten, in einer Demokratie mit zu gestalten. Durch die Ausübung Ihres Wahlrechts geben Sie auch Ihre Integrationsfähigkeit zu erkennen.

Integration bedeutet aber auch, dass die Aufnahmegesellschaft ihren Beitrag leisten muss, damit die Einbindung der neuen Staatsbürger gelingt.

Lassen Sie sich durch evtl. Rückschläge oder negative Erfahrungen nicht entmutigen. Die Einbürgerung soll der Grundstein für eine hoffnungsvolle Zukunft sein, mit neuen Herausforderungen und neuen Aufgaben. Ich bin sicher, Sie werden sie meistern.

Ich kann Ihnen meine Unterstützung und die Hilfe der Stadtverwaltung jederzeit versichern und Sie bitten, diese Hilfe in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens in Anspruch zu nehmen, um damit den Weg in eine sorgen- und konfliktfreie Zukunft zu erleichtern.

Ich darf Sie nun zu einem kleinen Umtrunk einladen und möchte mit Ihnen mein Glas auf Ihren neuen Lebensabschnitt erheben. Dabei möchte ich die Gelegenheit nutzen und einige von Ihnen in einem persönlichen Gespräch näher kennenlernen.