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Empfang ausländischer Studenten

 -Es gilt das gesprochene Wort-

Rede von Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich des Empfangs ausländischer Studenten am Donnerstag, 27.11.2008, 20.00 Uhr im Reichssaal des Alten Rathauses

 

Anrede

Ich freue mich darüber, dass Sie heute so zahlreich hier hergekommen sind. Mit dem heutigen Empfang im schönsten Saal von Regensburg, in unserer „Guten Stube“, wollen wir Ihnen und uns Gelegenheit geben, sich gegenseitig kennenzulernen und auszutauschen. Außerdem ist es mir ein besonderes Anliegen, Ihnen damit meine besondere Wertschätzung auszudrücken.

Ihre Entscheidung, in Regensburg zu studieren, ist für mich auch ein Zeichen für eine lebendige und offene städtische Gesellschaft. Dass Sie durch Ihre Präsenz auch Ihr besonderes Interesse für unsere Stadt bekunden, ehrt uns.

Im Namen der Stadt Regensburg darf ich Sie herzlich willkommen heißen. Die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger wünschen Ihnen, dass Sie sich hier wohl fühlen und dass Sie neben Ihrem Studium auch Zeit finden, uns und unsere schöne Stadt kennen und lieben zu lernen.

Herzlich willkommen in Regensburg.

Zum Wintersemester dieses Jahres haben wieder circa 400 ausländische Studenten mit ihrem Studium begonnen. Wie Sie vielleicht bereits im Gespräch oder in der Begegnung miteinander feststellen haben können, haben wir Studentinnen und Studenten aus zahlreichen Ländern bei uns zu Gast. Mit den Erstsemestern studieren nunmehr über 1.600 Ausländerinnen und Ausländer aus rund 80 verschiedenen Staaten aus der ganzen Welt an den drei Regensburger Hochschulen. Sie gehören damit zu den circa 24.000 Studenten, die in Regensburg studieren. Bei etwa 150.000 Einwohnern ist damit jeder siebente Einwohner Regensburgs ein Student.

Regensburg ist eine sehr alte, aber im Herzen jung gebliebene Stadt. Gelegen am nördlichsten Punkt der Donau am Zusammenfluss von Donau und Regen war Regensburg seit jeher ein idealer Siedlungsplatz. Seit über fünf Jahrtausenden siedeln hier Kelten, Römer, Bajuwaren, Bayern oder anders gesagt: „Regensburger “. Bis heute prägt dieses multikulturelle Erbe das Flair der Stadt. Der gotische Dom aus dem 12. Jahrhundert und die über 850 Jahre alte Steinerne Brücke sind die herausragenden Bauwerke in Regensburg.

Im 12./13. Jahrhundert hatte Regensburg, das damals nach Köln die größte Stadt in Deutschland war, seine Blütezeit. Es lag günstig an den Fernhandelswegen und seine Kaufleute trieben Handel mit ganz Europa. Bereits damals war Regensburg ein wichtiger Brückenkopf zwischen West und Ost.

Hier im Reichssaal, dem wohl schönsten Saal in Regensburg, versammelten sich seit dem 17.Jahrhundert 150 Jahre lang die deutschen Fürsten zum „Immerwährenden Reichstag “, dem Anfang eines deutschen, eigentlich des ersten europäischen Parlaments. Schon damals war Regensburg in vielfältiger Weise mit Europa verbunden.

Beim Blick von der Steinernen Brücke auf das Stadtpanorama fallen weitere bauliche Höhepunkte ins Auge. Aus dem roten Dächermeer ragen einzelne, zum Teil zinnenbewehrte Turmsilhouetten heraus: Sogenannte Geschlechtertürme. Mit der Höhe dieser Wohn- und Lagertürme wollten ihre Erbauer im Mittelalter ihre soziale Stellung zum Ausdruck bringen. Scherzhaft wird Regensburg häufig „bayerisches Gimignano“ genannt in Anspielung auf eine italienische Kleinstadt, in der sich konkurrierende Familien einen ähnlichen Kampf um repräsentative Höhenmeter lieferten. Der Bautyp war so prägend, dass das Turmmotiv auch noch beispielsweise bei Schulbauten der Gründerzeit oder Neubauten des 21. Jahrhunderts zu finden ist.

Lassen sie mich auch kurz auf die jüdischen Wurzeln der Stadt eingehen. Mitte der 90er Jahre fanden großflächig archäologische Ausgrabungen auf dem Regensburger Neupfarrplatz im Bereich des ehemaligen jüdischen Viertels statt. Das Judenviertel lag innerhalb der Keimzelle der Altstadt Regensburgs, nämlich im Bereich des römischen Legionslagers, und zwar innerhalb der Lagermauern. Die jüdische Gemeinde Regensburg gilt als eine der ältesten in Deutschland. Das erste schriftliche Dokument stammt aus dem Jahre 981, doch liegt aufgrund indirekter Hinweise eine noch frühere Ansiedlung einer Judengemeinde nahe. Im 12. und 13. Jahrhundert hatte sich auch das Judenviertel zu höchster Bedeutung entwickelt. Die Regensburger Talmudschule ist in dieser Zeit ein geistiges Zentrum von europäischem Rang. Juden betätigten sich als Fernhändler und tragen stark zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt als Handelsmetropole bei.

Im Jahr 1519 wurden etwa 500 Juden durch den Rat der Stadt vertrieben und das Judenviertel systematisch abgebrochen, wodurch der heutige Neupfarrplatz entstand. Bei den Grabungen wurden auch die Grundrisse der romanischen und gotischen Synagoge entdeckt. Über diesem Grundriss entstand vor kurzem ein Kunstwerk des israelischen Künstlers Dani Karavan. Er greift den Grundriss der zerstörten Synagoge auf. Erhöhungen und Vertiefungen unter und über dem Platzniveau markieren die trapezartige Form, die äußeren Grundmauern und die drei Säulenbasen der ehemals gotischen Synagoge. Der Künstler will nach seinem Verständnis im Stadt- und Geschäftszentrum einen Aufenthaltsort zum Verweilen und Wohlfühlen, einen Ort zum Plaudern und Singen, Gedichte vortragen oder auch zum Meditieren schaffen, einen Raum der Versöhnung.

Auch in der jüngsten Vergangenheit wurden jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger in Regensburg ausgegrenzt und verfolgt. Vor 70 Jahren, am 09.11.1938, wurde die Regensburger Synagoge geschändet, geplündert, verwüstet und schließlich niedergebrannt. Was schon teilweise vor 1933 begann, endete auch bei uns mit der Deportation und Vernichtung der Juden in Regensburg ab 1942. Die Entrechtung, die Verelendung und die Tyrannisierung jüdischer Mitbürger geschahen in aller Öffentlichkeit. Wer wollte, konnte es auch sehen! Hier in diesem Saal hat die Stadt Regensburg vor drei Wochen mit einer Gedenkveranstaltung dieser Tragödie gedacht. Gleichzeitig habe ich mich im Namen der Stadt Regensburg persönlich für das erlittene Unrecht entschuldigt und um Vergebung gebeten. Lassen Sie uns aus der Vergangenheit lernen und die Zukunft für alle in Frieden und Freiheit miteinander gestalten.

Sichtbares Zeichen unserer langen historischen und wechselhaften Entwicklung ist unsere wohl einmalige Stadtlandschaft. Auch wenn es bis zur Mitte des vorherigen Jahrhunderts Stimmen gab, die alte Bausubstanz zugunsten autogerechter Straßen abzureißen, haben wir rechtzeitig die Bedeutung unserer Altstadt erkannt. Seit Jahrzehnten war deshalb die Stadt Regensburg und die Stadtgesellschaft bemüht, das Altstadtensemble als Kulturdenkmal zu schützen und zu erhalten. Ebenso wichtig war es und ist es immer noch, die Altstadt als lebenswertes modernes Wohnfeld zu erhalten und zu gestalten.

All unsere Bemühungen wurden 2006 mit der Aufnahme in die UNESCO-Liste des Welterbes gekrönt. Die Aufnahme in die UNESCO-Liste ist eine Bestätigung dessen, woran wir alle geglaubt haben: Regensburg ist etwas Einzigartiges und wir können mit Recht darauf stolz sein!

Grundlage der Bewerbung Regensburgs als historische mittelalterliche Stadt um den Eintrag in die Welterbeliste ist das Gesamtensemble „Altstadt Regensburg mit Stadtamhof“. Regensburg ist seit 1945 die einzige erhalten gebliebene mittelalterliche Großstadt in Deutschland. Die Regensburger Altstadt hat, im aktuellen Stadtgrundriss klar ablesbar, den Umfang bewahrt, den sie schon im frühen 14. Jahrhundert angenommen hatte.

Fragt man die Regensburger zum Thema Welterbe, merkt man vor allem eins: Sie sind stolz auf ihr mittelalterliches Wunder. Die Regensburger sind gerne Welterbe-Bürger! Seit der Ernennung zum Welterbe ist das Medieninteresse an Regensburg noch höher: Journalisten und Filmteams aus der ganzen Welt berichten über unsere Stadt an der Donau. Aber auch sonst ist die internationale Bekanntheit Regensburgs durch das Prädikat „UNESCO-Welterbe“ stark gestiegen. Die Mischung aus historischem Kleinod und lebendiger, moderner Metropole zieht mehr Besucher an als jemals zuvor.

Regensburg ist aber nicht nur eine steinerne, sondern auch eine blühende Stadt. Beim Bundeswettbewerb „Eine Stadt blüht auf“ der Entente Florale 2008 wurde eine sehr beachtliche Silbermedaille gewonnen! Darauf können wir alle sehr stolz sein. Auch wenn es jetzt schon spät im Jahr ist und die Blütezeit vorbei ist, können sie sich vielleicht auch noch über die liebevollen Blumenarrangements, die sich als blühende Farbtupfer von den steinernen Fassaden abheben, freuen oder an schönen Tagen auf der Rasenskulptur am Donaumarkt die Herbst- bzw. Wintersonne genießen, Kindern beim Toben zuschauen oder einfach stehenbleiben, um das Kunstwerk anzuschauen.

Heutzutage haben wir wieder Anschluss gefunden an unsere Blütezeit im 12. und 13. Jahrhundert. Wir

  • sind das Zentrum Ostbayerns mit rund 150.000 Einwohnern,
  • sind ein moderner Wissenschaftsstandort mit drei Hochschulen und außeruniversitären Instituten,
  • sind ein moderner Wirtschaftsstandort mit einem ausgeprägten Mittelstand und internationalen Konzernen.

Die Regensburger Hochschulen gelten zu Recht nach wie vor als Geheimtipp. Sie starten auch heuer wieder mit weit mehr als 24.000 Studenten ins Wintersemester. Dies zeigt auch, wie beliebt der Studienort Regensburg ist. Ein Student hat es in einem Zeitungsinterview kurz und bündig zusammengefasst: Regensburg ist nicht so unpersönlich wie manch andere Stadt und hat ein ganz besonderes Flair. Die vielen Cafes, eine schöne Innenstadt und die vielen netten Leute tragen dazu bei, dass man sich hier einfach wohlfühlt. Außerdem ist das hohe persönliche Engagement der Professorinnen und Professoren ein entscheidender Punkt.

Wie sie vielleicht selbst schon feststellen konnten, sind die Gebäude der Universität Regensburg 40 Jahre nach ihrer Gründung teilweise etwas in die Jahre gekommen. Jedoch wurde heuer im Frühjahr mit der Generalsanierung der Universität begonnen. Allein dieses Jahr wurden für die Sanierung und Instandsetzung 16,5 Mio. Euro aufgewendet. Bis 2026 sollen alle Gebäude saniert sein. Trotz dieser Einschränkungen finden sie immer noch sehr gute Studienvoraussetzungen vor.

Aber auch die Campusatmosphäre und die kurzen Wege kommen einem zügigen Studium entgegen. Ebenso eine hervorragend ausgestattete Bibliothek und die Ausstattung mit Computern. Von besonderer Bedeutung ist die Wohnungssituation. Mit knapp 3000 Wohnheimplätzen für Studenten hat Regensburg eine der besten Versorgungsquoten in Bayern. Die Universität wurde weitestgehend behindertengerecht ausgebaut und auch entsprechend ausgestattete Wohnanlagenplätze stehen zur Verfügung.

Gleiches gilt auch für die Hochschule für angewandte Wissenschaften Regensburg, die in den letzten Jahren erheblich erweitert und modernisiert wurde. Am 07. Juli 2000 übernahm die Fachhochschule an der Seybothstraße die Lehrsäle, Büros und Arbeitsräume des Neubaus des Fachbereichs Maschinenbau. Im Jahr 2006 gingen die neue Zentralbibliothek und die Mensa am Campus in der Seybothstraße in Betrieb. Damit sind die ersten Schritte zur Realisierung der Konzentration der Fachhochschule auf dem Campus an der Seybothstraße getan.

Regensburg entwickelt sich immer mehr zu einem bedeutenden Wissenschaftsstandort. Neben den drei Regensburger Hochschulen, der Universität Regensburg mit dem Klinikum, der Fachhochschule Regensburg und der Katholischen Kirchenmusikhochschule ist es uns auch gelungen, die Osteuropainstitute aus München in Regensburg anzusiedeln. Im Biopark Regensburg entstand ein Zentrum zur Erforschung von Tumor- und Alterskrankheiten. Seit 2007 ist die Frauenhofer-Projektgruppe zur Diagnose und Therapie von Tumor-, Stoffwechsel- und Alterskrankheiten im Biopark als außeruniversitäre Forschungseinrichtung ansässig.

Darüber hinaus hat das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst im Jahre 2005 an der Universität Regensburg das Bayerische Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa, kurz BAYHOST, als zentrale Einrichtung der Bayerischen Hochschulen neu errichtet. Mit diesem Hochschulzentrum wurde einer Vielzahl von auf den mittel-, ost- und südosteuropäischen Raum bezogenen Förderprogrammen und Kontakten der Bayerischen Hochschulen in Forschung sowie der zunehmenden Verflechtung und Intensivierung der wissenschaftlichen Beziehungen mit unseren östlichen Nachbarn Rechnung getragen. Durch die Errichtung dieser zentralen Serviceeinrichtung sollen die vielfältigen Bemühungen der Bayerischen Staatsregierung, der Hochschulen und sonstigen Forschungseinrichtungen in Bayern konzentriert werden, um Synergieeffekte und vorhandene sowie künftige Aktivitäten der Beteiligten besser zu koordinieren. BayHost berät in allen Fragen der Forschungskooperation, koordiniert akademische Kontakte ins östliche Europa und unterstützt den Austausch von Wissenschaftlern und Studierenden. Dazu vermittelt BayHost Jahresstipendien für Postgraduierte, veranstaltet Fachexkursionen, organisiert eine Sommerakademie „Deutsch als Fremdsprache“, unterhält eine Praktikumsbörse und vermittelt Sprachkursstipendien. Damit wurde in Regensburg ein Zentrum von europäischer Bedeutung geschaffen.

Besonders hervorheben möchte ich den aus meiner Sicht äußerst erfolgreichen Dialog zwischen der Stadt und den Hochschulen. In Regensburg wird der Austausch zwischen Stadt und Campus nicht nur formhalber gepflegt, sondern aus unserer Überzeugung heraus, dass der Dialog zugleich innovativer Impulsgeber für die Zukunftsentwicklung von Stadt und Region ist und die Kooperation zwischen Forschung, Wirtschaft und Bildung das Leben in der Stadt am pulsieren hält. Nicht ohne Grund gilt der Austausch, wie er in Regensburg stattfindet, bayernweit als mustergültig.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich die erfolgreiche Kooperation zwischen Stadt und Universität exemplarisch im sog. Biopark. Dank der Hightech-Offensive des Freistaates Bayern wurde 1999 mit der Gründung der Biopark Regensburg GmbH eine professionelle Basis im Bereich der Biotechnologie geschaffen. Nach München ist die Bioregion Regensburg der zweitgrößte Biotechnologiestandort im Freistaat mit fast 40 Firmen und rund 2.400 Mitarbeitern. Der Biopark I und II sind bereits belegt. Da Innovation Platz braucht, ist derzeit schon der BioPark III in Planung. Nächstes Jahr soll der Spatenstich für weitere 6.000 qm Fläche erfolgen. Damit stehen hochwertige Laborflächen für die universitäre und wirtschaftliche Entwicklung der Biotechnologie, Pharmazie und Medizintechnik zur Verfügung stehen.

Ferner gibt es eine vorbildliche Sensorik-Kooperation zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt. Unser Ziel ist es, 2010 ein führender Sensorikstandort in Deutschland zu sein. Die hier initiierten wissenschaftlichen Programme wurden von Anfang an der Regensburger Öffentlichkeit vorgestellt und offen diskutiert. Der Austausch und die reibungslose Kooperation finden auf allen Ebenen statt. Es existieren Diskussionsformen und Perspektivgespräche, öffentliche Hochschultage, die Tage der Forschung oder der alljährliche „dies academicus“, um nur einige wenige zu nennen.

Neben der kulturellen Vielfalt und dem kulturellen Austausch mit nahen und fernen Nachbarn wird sich auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Nah und Fern in den nächsten Jahren noch intensivieren. In diesem Zusammenhang darf ich beispielsweise an den EU-Beitritt der zehn Ost- und südosteuropäischen Länder am 01.05.2004 sowie den EU-Beitritt Bulgariens und Rumäniens 2007 erinnern. Dadurch ist ein europäischer Wirtschaftsraum von über 500 Millionen Bewohnern entstanden. Das erweiterte und gestärkte Europa kann damit seine Interessen aber auch seine Verantwortung in der globalisierten Welt und Wirtschaft noch wirkungsvoller wahrnehmen.

Das geeinte Europa wird für jeden Bürger der Union nächstes Jahr mit der Wahl des Europäischen Parlaments unmittelbar erlebbar. Die nunmehr schon 7. Direktwahlen zum Europaparlament finden in den 27 Mitgliedsländern der Europäischen Union zwischen dem 4. und 7. Juni 2009 statt. Der Abstimmungszeitraum ist je nach Tradition in den Mitgliedsländern unterschiedlich; in Deutschland und Österreich wird zum Beispiel am Sonntag, dem 7. Juni gewählt, in Großbritannien bereits am Donnerstag, dem 4. Juni. Als Bürger der EU haben sie die Möglichkeit, an dieser Wahl in Regensburg oder in ihren Heimatländern teilzunehmen. Um die Europäische Einigung und das Europäische Parlament zu stärken, möchte ich sie hiermit aufrufen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, entweder hier oder zuhause.

Mit dem vereinten Europa eröffnen sich gerade für Hochqualifizierte und international ausgebildete Arbeitnehmer in unseren zusammenwachsenden Volkswirtschaften die besten Zukunftsaussichten. Mit einem Auslandsstudium und Ihren Sprachkenntnissen sitzen Sie bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz in der ersten Reihe.

Um Ihnen die besten Startvoraussetzungen zu geben, werden Ihnen die Stadt Regensburg und alle drei Regensburger Universitäten, die Universität Regensburg mit dem Klinikum, die Fachhochschule Regensburg und die Katholische Kirchenmusikhochschule im Rahmen unserer Möglichkeiten gerne behilflich sein. Zunächst einmal darf ich mich aber bei Ihnen bedanken, weil Sie sich für eine der Regensburger Hochschulen entschieden haben. Sie haben eine gute Wahl getroffen. An allen Hochschulen in Regensburg wird hervorragend gearbeitet. Mit den genannten Hochschulen besitzt Regensburg die jüngsten und modernsten Forschungseinrichtungen in Bayern mit rund 7.000 Beschäftigten und rund 24.000 Studierenden.

Gerade auch wegen der Hochschulen hat sich die Stadt Regensburg längst zu einem überregional anerkannten High-Tech-Standort gemausert und ist damit für den internationalen Wettbewerb des 21. Jahrhunderts gut gerüstet. Der Name „Regensburg“ steht heute sogar als Synonym für die Wachstumsbranchen IT, Biotechnologie und Automobiltechnik, ist verknüpft mit dem Namen weltweit führender Konzerne wie Infineon, Toshiba, Siemens, Continental oder BMW. Unsere Positionierung im internationalen Wettbewerb wird sich aufgrund unserer geographischen Lage und unserer jahrhunderte langen „Ostorientierung“ mit der EU-Osterweiterung noch verbessern. In diesem Wirtschaftsgebiet ohne Binnengrenzen, mit freiem Waren-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr verbessern sich die Handelsbeziehungen der Länder untereinander. Investitionen werden erleichtert, die Absatzchancen für Waren und Dienstleistungen erhöht. Dies alles lässt mich zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Das gilt auch für Ihre ganz persönlichen Zukunftschancen im Rahmen des internationalen Arbeitsmarktes und der Globalisierung der Wirtschaft. Allein schon Ihre Bereitschaft die Strapazen eines Auslandsstudiums auf sich zu nehmen, zeigt, dass Sie engagiert sind und Ihren Horizont erweitern wollen. Sie können in Regensburg zahlreiche Kontakte zu Regensburg, aber auch zur ganzen Welt knüpfen und umfassende Sprachkompetenzen erwerben. Erwerben Sie hier die Kenntnisse, die Sie benötigen, um in Zukunft in führenden Positionen in Ihrer Heimat oder auch bei uns tätig zu werden.

Wie bereits ausgeführt, wollen wir Sie bei Ihrem Studium, soweit es in unseren Kräften liegt, unterstützen und fördern. Die meisten von Ihnen werden bereits mit dem Ausländeramt der Stadt Regensburg Bekanntschaft gemacht haben; Ich hoffe es waren nur gute Erfahrungen, zumal das Ausländeramt 2004 von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung als ausländerfreundlichste Ausländerbehörde in Deutschland ausgezeichnet wurde. Ich kann Ihnen versichern, dass meine Mitarbeiter ständig bemüht sind, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten Ihren Aufenthalt in Deutschland zu erleichtern. Wichtig ist auch, dass Ihnen alle meine Mitarbeiter in der Ausländerbehörde mit einer positiven Grundeinstellung gegenübertreten und vorhandene Ermessensspielräume immer zu Ihren Gunsten auslegen, und zwar deshalb, weil wir Sie als unsere Gäste betrachten.

Vielen Dank auch wieder den akademischen Auslandsämtern der Universitäten, aber auch den anderen zahlreichen Helfern und Tutoren an den Hochschulen, die die Neuankömmlinge tatkräftig unterstützt haben. Gerade der erste Eindruck ist oft der wichtigste und entscheidend. Eine herzliche Aufnahme wird nicht vergessen. Geben Sie Ihre positiven Erfahrungen an Ihre Freunde und Bekannten weiter, empfehlen Sie ihnen Regensburg und wenn Sie ausnahmsweise mal schlechte Erfahrungen gemacht haben sollten, verzeihen Sie uns. Nichts und Niemand ist perfekt.

Genießen Sie Ihre Zeit in Regensburg. Viel Erfolg für Ihren Studienaufenthalt. Atmen Sie ein wenig vom Hauch der Vergangenheit ein und spüren Sie das pulsierende Leben der Gegenwart. Wir Regensburgerinnen und Regensburger lieben Ihre Offenheit und Aufgeschlossenheit, die Sie mit nach Regensburg bringen und die auch das multikulturelle Flair unserer Stadt ausmachen. Genießen Sie unsere Gastfreundschaft und fühlen Sie sich in Regensburg zuhause. Vielleicht wird der eine oder die andere eine Heimat in Regensburg finden. Vielleicht treffen Sie hier Ihre große Liebe und bleiben Regensburg erhalten. Alle anderen mögen Regensburg immer in guter Erinnerung behalten und gerne wieder hierher zurückkehren. Hier sind Sie immer willkommen.