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Segnung Malteser-Service-Center

 

-Es gilt das gesprochene Wort-

Grußwort von Bürgermeister Joachim Wolbergs anlässlich der Segnung des Malteser-Service-Centers am 14. September 2008 um 9.30 Uhr in der Malteser-Hauskapelle, Am Singrün

Anrede

es ist noch nicht einmal zwei Monate her, da habe ich Ihrer evangelischen Schwesterorganisation, dem Regionalverband der Johanniter-Unfallhilfe zum 25. Jubiläum gratuliert.

Damals habe ich den italienischen Schriftsteller Torquato Accetto zitiert, der im 16. Jahrhundert folgende Worte formuliert hat: „Elend wäre die Welt, wenn du den Elenden nicht zu Hilfe kämest.“

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Malteser-Hilfsorganisationen haben es sich zum Ziel gemacht, Menschen in Not zu helfen, Leiden zu lindern und denjenigen beizustehen, die allein und hilflos sind.

In über 100 Ländern weltweit sind die Malteser heute tätig, handeln schnell, effizient und unbürokratisch, wenn es darum geht, Verletzte zu bergen, Kranken zu helfen oder einfach da zu sein, wenn Menschen einen Beistand brauchen.

Dass Sie in diesem historischen Gebäude hier am Singrün heute ein modernes Service-Center ins Leben rufen, scheint mir symbolische Bedeutung zu haben.

Denn genauso wie sich hier in diesen Räumen Alt und Neu auf eine, wie ich meine, sehr gelungene Weise, miteinander verbinden, können die Malteser, die heute ein Dienstleistungsunternehmen nach modernen Standards aufgebaut haben, auf eine lange christliche Tradition zurückblicken – genauer gesagt auf rund 900 Jahre Bestehen.

Es war eine kleine Bruderschaft, die im 11. Jahrhundert in Jerusalem ein Hospiz gründete und es sich im Auftrag von Johannes dem Täufer zur Aufgabe machte, kranke Pilger zu versorgen, die die Heiligtümer besuchten. Der damals gegründete Orden nannte sich zunächst „Johanniter“ oder „Hospitalritter“. Bereits damals war es ein weißes Kreuz, das die Gemeinschaft auf ihrer Ordenskleidung trug.

Als die Bruderschaft im 16. Jahrhundert ihren Sitz auf die Insel Malta verlegte, bürgerte sich die Bezeichnung Johanniter-Malteser ein. Und als sich im Jahr 1852 der evangelische Ordenszweig selbständig machte, behielten die Katholischen Brüder den Namen „Malteser“ bei.

Der Malteser Hilfsdienst e.V. hat heute rund 30 000 aktive ehrenamtliche und etwa 800 000 fördernde Mitglieder. 168 Rettungswachen mit etwa 5 000 Mitarbeitern tragen mit rund 540 000 Einsätzen bundesweit dazu bei, dass Kranke und Verletzte nach dem neuesten Stand der Technik und der Medizin schnell und fachgerecht versorgt werden können.

Neben Aachen, Bonn, Wetzlar und Nellinghof spielt Regensburg eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, junge Menschen für den Rettungsdienst auszubilden. Wir sind stolz darauf, in unserer Stadt eine der fünf Rettungsdienstschulen der Malteser zu haben.

Es ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, die Sie erfüllen, wenn Sie jungen Menschen den Dienst am Nächsten nahe bringen, wenn Sie vermitteln, dass der Einsatz für andere meist mehr persönliche Zufriedenheit vermittelt als die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse.

Das neue Service-Center hier am Singrün ist eine wichtige Basis für eine noch effizientere und noch stärker an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Arbeit. Die Hilfe, die von hier aus organisiert und geleistet wird, die Ausbildung, die hier angeboten wird - all das verbessert die Effizienz des Rettungswesens und der Sozialdienste entscheidend.

Mit der Errichtung dieses modernen Service-Centers haben Sie einen entscheidenden Schritt getan, das deutsche Rettungswesen fit für die Zukunft zu machen.

Und genau für diese Zukunft wünsche ich Ihnen allen viel Glück, Erfolg und Gottes Segen!