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Jubiläumsfeier 25 Jahre Resi e.V.

 

-Es gilt das gesprochene Wort-

Grußwort von Bürgermeister Joachim Wolbergs anlässlich der Jubiläumsfeier 25 Jahre Resi e.V. am Samstag, 25. Oktober 2008, im Resi-Zentrum

Anrede

Erst einmal: Herzlichen Glückwunsch zum 25jährigen Bestehen der Regensburger Schwulen- und Lesben-Initiative, die wohl allen hier besser
als die RESI bekannt ist.
Ich gratuliere Ihnen allen, auch im Namen von Oberbürgermeister
Hans Schaidinger, zu der Arbeit, die Sie in 25 Jahren geleistet haben.

Ein Vierteljahrhundert ist zwar in einer Stadt wie Regensburg, wo Reichstage „immerwährend“ waren, manche Brücken schon rund 870 Jahre alt sind
und auch der Welt älteste Boygroup, die Regensburger Domspatzen mit einem Alter von über 1000 Jahren daheim ist, keine lange Zeit.

Die Arbeit aber, die Sie von der RESI in diesem Vierteljahrhundert geleistet haben, hat vieles bewegt und damit auch einen historischen Wert.

Es ist nämlich die Geschichte von einigen Idealisten in Regensburg,
die sich in Zeiten von Unwissenheit und daraus resultierender Intoleranz gegenüber Homosexuellen auf den Weg gemacht hatten, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten und damit das Denken zu verändern.

Dieser Weg war für Sie kein einfacher und ist es sicher immer noch nicht.
Es galt damals vor 25 Jahren, Vorurteile abzubauen und Klischees zu entkräften. Bei der Regensburger Öffentlichkeit und auch beim offiziellen Regensburg mussten Sie um Verständnis und Toleranz für die gleichgeschlechtliche Liebe kämpfen. Ihre Stimme zu erheben, "gegen die Diskriminierung von Homosexualität", wie es im Untertitel des Vereinsnamens heißt, wurde Ihnen nicht immer einfach gemacht und auch mancher Stein in den Weg gelegt.
Sie haben sich nicht beirren lassen, haben Durchhaltevermögen gezeigt, haben sich engagiert und haben damit vieles in Bewegung gebracht.

Die RESI kann mit dem Gründungsjahr 1983 auf eine längere Geschichte zurückblicken, als ein vergleichbarer Verein in der bayerischen Landeshauptstadt München. Die RESI war 1992 die erste Schwulen-Initiative, der in Bayern die Gemeinnützigkeit zugesprochen wurde.

Die RESI veranstaltete 1996 den ersten Christopher-Street-Day in Regensburg, mittlerweile ist er im Sommer zu einem festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders geworden. Ein buntes Fest auf dem Haidplatz für die Regensburger und Regensburgerinnen, gleich welcher sexuellen Orientierung.

Die RESI holte vor Jahren ein Gesangs-Duo in den Leeren Beutel nach Regensburg, als das vielen noch unbekannt war. Heute füllt Rosenstolz die großen Konzerthallen und Arenen in der Republik.

Sie wirken aber nicht nur nach außen sondern auch nach innen, leisten Beratungsarbeit in den unterschiedlichsten Gruppen, helfen Menschen sich selbst und andere besser zu verstehen und anzunehmen.

Ich muss Ihnen nicht alle Gruppen aufzählen, die hier in den Räumen der RESI seit über 20 Jahren ins Leben gerufen wurden, Sie kennen sie viel besser als ich. Diese Gruppen haben schwul-lesbisches Leben in Regensburg nachhaltig geprägt und tun es immer noch.

Ich muss Sie auch nicht auf die vielen kulturellen Impulse hinweisen, die in den vergangenen Jahren von der RESI ausgegangen sind.

So wurde der Schwul-lesbische Kulturherbst von ihr auf den Weg gebracht, der nun schon seit vielen Jahren äußert erfolgreich vom Verein "just different" organisiert wird.

Ich muss Ihnen sicher auch nicht sagen, das es die RESI war, die 1991 den zum Klassiker schwul-lesbischer Events gewordene GAY-DAY ins Leben rief, der Besucher aus ganz Ostbayern nach Regensburg zieht.

Ich muss aber - besser gesagt  - ich will Ihnen allen hier für die Arbeit danken,
die Sie in den vergangenen 25 Jahren geleistet haben.

Sie haben mit dafür gesorgt, das Schwule und Lesben in Regensburg besser und befreiter und authentischer leben können. Sie haben Eltern, Lehrern und Freunden von Schwulen und Lesben wichtige Hilfestellungen gegeben: Dankeschön dafür!

Die RESI gibt´s seit 25 Jahren –
Und das ist gut so!
Nochmals herzlichen Glückwunsch.