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Europäischer Kongress der FEANDC

 

-Es gilt das gesprochene Wort-

Begrüßungsansprache von Bürgermeister Joachim Wolbergs anlässlich des Empfangs von Vertretern der Fédération Européenne des Amicales Nationales des Dirigeants des Chemins de Fer (FEANDC) im Historischen Reichssaal des Alten Rathauses am 16. Juni 2008 um 15.30 Uhr

 

Mesdames, Messieurs,

Je vous adresse à tous mes salutations les plus sincères à l’occasion de votre visite à notre ville ancienne et pittoresque.

Ich freue mich sehr, dass Sie anlässlich des 44. Europäischen Kongresses, der heuer in Nürnberg stattfindet, die Zeit gefunden haben, auch Regensburg einen Besuch abzustatten. Ich bin überzeugt, Sie werden diesen Abstecher nicht bereuen!

Seit der Öffnung nach Osten hin, liegt Regensburg direkt im Zentrum Europas. Eine Metropole von europäischem Rang war unsere Stadt aber bereits viel früher. Der Name Regensburg steht für eine mehr als 2000-jährige Geschichte. Geschichte, die immer noch lebendig ist und die Bürgerinnen und Bürger, aber auch alle Besucher der Stadt auf Schritt und Tritt begleitet.

Einer der Mönche des Klosters St. Emmeram vermerkte in einer Chronik des 11. Jahrhunderts:

„Die Stadt Ratisbona ist alt und neu zugleich. … Es gibt keine berühmtere Stadt in Deutschland.“

Steinerne Zeitzeugen erzählen, dass hier, am nördlichsten Punkt der Donau, bereits lange vor der Geburt Christi Menschen gelebt haben. Trotzdem trat Regensburg erst mit dem Bau eines Militärlagers durch den römischen Kaiser Marc Aurel aus dem Dunkel der Vergangenheit. Die Gründungstafel dafür wurde 179 nach Christus in Stein gemeißelt. Sie ist heute ein Ausstellungsstück der Städtischen Museen, auf das wir sehr stolz sind.

Nach dem Untergang des weströmischen Reiches wählten die bayerischen Herzöge Regensburg zu ihrer ersten Hauptstadt – ganze 600 Jahre bevor München gegründet wurde!

In kaum einer anderen deutschen Stadt wird Sie der Geist des Mittelalters so umwehen wie in Regensburg – auch mit ein Grund dafür, dass die Donaumetropole im Jahr 2006 von der UNESCO mit dem Welterbeprädikat geadelt wurde.

Vom Bombenterror des Zweiten Weltkrieges weitgehend verschont geblieben, ist unsere Altstadt nämlich immer noch geprägt von zinnenbewehrten Patrizierburgen mit ihren mächtigen Geschlechtertürmen, von engen und verwinkelten Gässchen und von Häusern, die sich, durch Schwibbögen gestützt, gegeneinander aufrecht halten.

Ihr überragendes architektonisches Können bewiesen die Baumeister, als sie den Dom St. Peter errichteten, das bedeutendste gotische Bauwerk in Süddeutschland. Von 1247 bis 1520, also etwa 250 Jahre lang, dauerte die Hauptbauzeit dieser städtischen Bischofskirche, die heute wie damals unser Stadtbild entscheidend prägt.

Auch die Steinerne Brücke, in der Zeit zwischen 1135 und 1146 erbaut, einst als Weltwunder bestaunt und heute als Meisterwerk profaner romanischer Baukunst gerühmt, spannt noch immer ihren Bogen über die Donau, den zweitgrößten Strom Mitteleuropas. Sie ebnete damals die Wege der Handelsleute in den Norden, denn in Regensburg kreuzten sich die für die damaligen Zeiten bedeutendsten europäischen Fernhandelswege. Die Geschäfts- und Handelsbeziehungen reichten von Oberitalien bis Skandinavien, von Byzanz über Frankreich bis nach England.

Sechs Jahrhunderte war Regensburg Freie Reichsstadt und von 1163 bis 1806 Sitz des Immerwährenden Reichstages des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, einem ständigen Parlament, dessen damalige Rolle für Europa die Historiker mit der Rolle der UNO für die heutige Welt vergleichen.

Hier, im Historischen Reichssaal der Stadt Regensburg, hat damals der Immerwährende Reichstag getagt. Bereits 1363 vollendet, gilt er heute als bedeutendstes profanes Bauwerk der Gotik in Regensburg. Ursprünglich diente er als Tanzhaus für Rat und Patriziat der Stadt Regensburg und als Repräsentationsraum für Feiern und Festlichkeiten. 300 Jahre später wurde er vom Rat der Reichsversammlung zur Verfügung gestellt.

In diesen Räumen sind namhafte Gremien aus Adel und Politik, Wissenschaft und Forschung begrüßt worden, sind noble Persönlichkeiten ein- und ausgegangen. Auch heute noch, wie dieser Anlass unter Beweis stellt, dienen diese Räumlichkeiten als festliches Ambiente für Konzerte und Empfänge.

Wir leben heute mit und in dieser geschichtlichen Umgebung und fühlen uns vielleicht gerade deswegen jung und dynamisch. Das beweist auch die Tatsache, dass Regensburg als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort in Deutschland durchaus einen namhaften Rang einnimmt. BMW, Conti, Osram und demnächst auch General Electric sind nur einige Namen, die belegen, dass wir auch im internationalen Wettbewerb durchaus mithalten können.

Der wieder neu errungenen Bedeutung Regensburgs wird aber leider nicht durch eine entsprechende Anbindung an den Schienenfernverkehr Rechnung getragen. Wir würden uns wünschen wieder im Schnittpunkt europäischer Schienenmagistralen zu liegen.

Mesdames, Messieurs,
je vous souhaite un beau séjour à Regensburg. Amusez-vous à flâner dans les ruelles pleines de coins et recoins de cette vieille ville charmante. Prenez place au bord de la Danube, buvez une bière blonde et profitez de l’ambiance particulière de Regensburg, d’une ville, dont on dit, qu’elle est la ville la plus boréale de l’Italie.