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Von-Müller-Gymnasium - Richtfest Neubau

 

-Es gilt das gesprochene Wort-

Begrüßung von Herrn Bürgermeister Weber anlässlich des Richtfestes für den Neubau des Von-Müller-Gymnasiums am Montag, 30. Juni 2008, 11.00 Uhr

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

vor gut einem Jahr, am 25. Mai 2007, konnten wir den Grundstein für den Neubau des 4-zügigen-Von-Müller-Gymnasiums legen.

Es freut mich sehr, dass wir heute bereits das Richtfest für dieses Bauwerk feiern dürfen. Ich begrüße sie herzlich zu diesem guten Tag für das Von-Müller-Gymnasium und für die Stadt Regensburg.

Ein Sprichwort sagt: „Großes gelingt nur mit Geduld“. Bis das bauliche Konzept für das Von-Müller-Gymnasium von der Regierung abgesegnet und die finanzielle Förderung so, wie es sich die Stadt vorgestellt hatte, gesichert war, musste oft und intensiv verhandelt werden, mal in München, mal in Regensburg. Und dass diese Baumaßnahme wirklich „etwas Großes“ ist, wird allein daran deutlich, dass sie mit einem Investitionsvolumen von insgesamt ca. 21,7 Mio. Euro eine der teuersten in der bisherigen Regensburger Schulgeschichte darstellt. Die Stadt Regensburg zeigt auch mit dieser Baumaßnahme ihre Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen und macht damit erneut deutlich, was für einen hohen Stellenwert sie dem bestmöglichen Zustand ihrer Schulen einräumt.

Aber nicht nur die Stadt Regensburg, sondern auch der Landkreis Regensburg bringt sich hier mit erheblichen Mitteln ein. Nach langen und schwierigen Verhandlungen erzielten die Stadt und der Landkreis ein Ergebnis, das in unserem Raum und wahrscheinlich weit darüber hinaus einmalig sein dürfte:
In einem Vertrag aus dem Jahr 2005 einigten sich die beiden Gebietskörperschaften auf die gemeinsame Finanzierung von 3 großen Schulbauprojekten, nämlich diesen Neubau des Von-Müller-Gymnasiums, den Neubau der Realschule Obertraubling und den Umbau der ehemaligen Landwirtschaftsschule als Gebäude II des Albertus-Magnus-Gymnasiums. Damit haben Stadt und Landkreis in vorbildlicher Weise die gemeinsame Verantwortung für die Bildungseinrichtungen im Großraum Regensburg übernommen.
Schließlich kommen 25 Prozent der Realschüler und 45 Prozent der Gymnasiasten an öffentlichen Schulen in der Stadt Regensburg aus dem Landkreis Regensburg. Am VMG ist jeder 2. Schüler nicht aus der Stadt Regensburg. Ganz besonders danke ich Herrn Landrat Mirbeth und dem Kreistag für diese weitsichtigen Entscheidungen.

Wir sind glücklich darüber, dass wir den Neubau des Von-Müller-Gymnasiums in Angriff nehmen konnten. Allerdings war die optimale Umsetzung des pädagogischen Konzepts für eine „Schule der Zukunft“ nur mit einem Neubau zu erreichen.

Diese Baumaßnahme des Von-Müller-Gymnasiums ist aber nicht die einzige, die wir zurzeit an Regensburger Gymnasien durchführen.

Anfang März 2007 wurde die Generalsanierung (ca. 24,3 Mio. Euro) des Goethe-Gymnasiums in Angriff genommen.

Am 06. Juli 2007 konnten wir die neuen Räume für die Mittagsversorgung am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium übergeben (ca. 1,8 Mio. Euro) und bereits am 17. Juli 2007 wurden dem Albertus-Magnus-Gymnasium die neuen Räume zur Verfügung gestellt, die durch die Einführung des G 8 sowie die ganztägige Förderung und Betreuung bedingt sind (ca. 2,6 Mio. Euro).

Am 24. April 2007 begingen wir das Richtfest und bereits am 20. November 2007 feierten wir die Einweihung der neuen Sporthalle und der Räumlichkeiten für das G 8 am Werner-von-Siemens-Gymnasium (ca. 3,4 Mio. Euro). Und vor wenigen Jahren haben wir den Altbau des Werner-von-Siemens-Gymnasiums für 7 Mio. Euro generalsaniert.

Für die Regensburger Gymnasien ist dies ein gewaltiges Bauprogramm mit insgesamt fast 61 Mio. Euro.

Wie konnte es aber dann trotz dieser enormen Baumaßnahmen vor wenigen Wochen zu einem kleinen räumlichen Engpass für 2 zusätzliche Klassen kommen? Dem Raum Regensburg fehlt nach meiner unveränderten Überzeugung ein weiteres Gymnasium. Stadt und Landkreis Regensburg haben sich deshalb in den Jahren 2004/2005 intensiv bemüht, im Landkreis ein weiteres Gymnasium bauen zu dürfen. Leider hat das Bayer. Kultusministerium unseren diesbezüglichen Antrag 2005 abgelehnt. Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich diesen Beschluss bis heute als krasse Fehlentscheidung betrachte. Ohne ein neues Gymnasium im Raum Regensburg können weder die wachsenden Schülerzahlen bewältigt noch pädagogische Verbesserungen (z.B. kleinere Klassen) erreicht werden, auch wenn man den Wegfall der 13. Klassen in 2011 berücksichtigt. Die Verantwortlichen für den Raummangel an Gymnasien in unserer Region sitzen also weder im Regensburger Rathaus noch im Landratsamt Regensburg, sondern ganz klar im Münchner Kultusministerium.

Wir haben mit dem Neubau des Von-Müller-Gymnasiums etwas ganz Besonderes in Regensburg, denn es wird das erste öffentliche Ganztagesgymnasium in Ostbayern sein, das für die Eltern kostenfrei geführt wird.

Altbundespräsident Roman Herzog hat einmal gesagt: „Über die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidet die Gegenwart unserer Kinder.“ Und die Gegenwart unserer Kinder wird wiederum maßgeblich von der Schule mit geprägt, die sie besuchen.

Meiner Überzeugung nach sind Ganztagsschulen die Schulform der Zukunft, nicht nur aus pädagogischen Gründen. Zwar kann auch sie unsere gesellschaftlichen Probleme nicht alleine lösen, aber sie kann zu einer deutlichen Entschärfung beitragen, indem sie die Schule für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die dies wollen und brauchen, von einem reinen „Lernort“ (Unterrichtsort?) zu einem „Lebensort“ (Lebensmittelpunkt?) werden lässt. Die Nachmittagsbetreuung an ihren Schulen wird von immer mehr Schülern und Eltern gewünscht. Für viele, vor allem Alleinerziehende, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht selten von existenzieller Bedeutung. Natürlich ist festzustellen, dass Ganztagsschulen sowohl bei den Investitionen als auch im laufenden Betrieb höhere Aufwendungen erfordern. Aber: Eine optimale Bildung der kommenden Generationen muss es uns wert sein, mehr dafür aufzuwenden als bisher. Trotz unserer Verantwortung für einen wirtschaftlichen Einsatz der Steuergelder wäre es ganz bestimmt ein großer Fehler, an den Bildungseinrichtungen für unsere Jugend zu sparen. Eine Stadt wie Regensburg, die sich die Kinder- und Familienfreundlichkeit auf ihre Fahnen geschrieben hat, muss hier Vorreiter sein.
Mit dem Neubau dieser Schule und dem Betrieb als Ganztagesgymnasium schaffen wir beste Voraussetzungen dafür, dass hier erfolgreich gelehrt und gelernt werden kann.

Auf Grund der vorhandenen Brandschutzproblematik wurde der Altbau des Von-Müller-Gymnasiums mit Beginn des Schuljahres 2005/2006 geräumt und 16 Klassen in das Ausweichschulgebäude, Landshuter Straße 17, ausgelagert. Für die Schülerinnen und Schüler und die Lehrerinnen und Lehrer bringt diese Situation viele Unannehmlichkeiten mit sich. Bei allen möchte ich mich an dieser Stelle für ihr Verständnis bedanken.

Nachdem das Richtfest aber vor allem ein Fest der Bauschaffenden ist, bedanke ich mich bei allen an diesem Projekt Beteiligten für die hervorragende Arbeit.
Ich wünsche weiterhin ein gutes Gelingen sowie einen zügigen und unfallfreien Verlauf der Bauarbeiten.