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Verleihung Ausbilderpreis 2008

 

-Es gilt das gesprochene Wort-

Grußwort des Schulreferenten der Stadt Regensburg, Bürgermeister Gerhard Weber, anlässlich der Verleihung des Ausbilderpreises 2008 am Mittwoch, 3. Dezember 2008

Anrede

„Qualität sichert Zukunft.“
Unter diesen Leitsatz hat die Stadt Regensburg ihren Ausbilderpreis gestellt, der heuer zum zweiten Male verliehen wird.

Ich darf Sie zur Preisverleihung zunächst herzlich begrüßen und ich freue mich, dass Sie unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind.

Während im letzten Jahr mit diesem Preis Betriebe geehrt wurden, die sich um die Ausbildung in den kaufmännischen und verwaltenden Berufen besonders verdient gemacht haben, stehen heute Firmen aus der Metall- und der Elektrobranche im Mittelpunkt, deren Auszubildende an unserer städtischen Berufsschule I unterrichtet werden.

Ausgangspunkt unserer Überlegungen, einen solchen Preis zu schaffen, war, dass es wohl eine Reihe von Auszeichnungen für vorbildliche „Azubis“ gibt, dass aber die Leistungen von Betrieben, die sich in der Ausbildung besonders engagieren - und zwar nicht bloß was die Zahl der Ausbildungsplätze angeht - aus meiner Sicht bisher noch nicht ausreichend anerkannt und gewürdigt wurden. Diesem Manko wollten wir abhelfen.

Und da die Berufsschulen - als Partner der Betriebe in unserem dualen Ausbildungssystem - eine wesentliche Rolle spielen, haben wir sie quasi als „Plattform“ genutzt, um die Ausbildungsbetriebe herauszufinden, die es aus Sicht der Auszubildenden selbst, aber auch aus Sicht der Berufsschule mit Recht verdienen, einmal ins öffentliche „Rampenlicht“ gestellt zu werden.
Weil es jedoch in Regensburg drei eigenständige kommunale Berufsschulen gibt und angesichts der Vielzahl von Ausbildungsberufen und -betrieben, erschien es sinnvoll, den Ausbilderpreis an den Gliederungen der drei Schulen auszurichten.

Dies hat zwar zur Folge, dass er in den jeweiligen Sparten nur alle drei Jahre verliehen wird, was andererseits aber - so würde ich mir wünschen - mit dazu beitragen kann, dass ihn die damit ausgezeichneten Betriebe auch entsprechend schätzen.

Es war, meine sehr geehrten Herren, allerdings nicht ganz einfach, Kriterien festzulegen, die einen einigermaßen objektiven Maßstab für die Qualität eines Ausbildungsbetriebs ermöglichen und deshalb bedanke ich mich bei den Akteuren unserer Beruflichen Schule I, die „hinter den Kulissen“ ihre nicht leichte Aufgabe bravourös gemeistert haben.

Ich danke auch der Jury, die aus den Vorschlägen der Schule schließlich die „Spitzenreiter“ ausgewählt hat. Ich danke vor allem aber auch den Auszubildenden und den Betrieben selbst für die Beteiligung an der Fragebogenaktion, denn sie war für die Wertung unerlässlich. Auszubildende, Betriebe und Berufsschule; damit, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind diejenigen genannt, die letztlich für die Nominierung der Besten verantwortlich zeichnen, wobei sich - wie schon im letzten Jahr - gezeigt hat, dass Selbsteinschätzung (der Betriebe) und Fremdeinschätzung (durch die Azubis und die Berufsschule) keineswegs kongruent sein müssen.

immer mehr Unternehmen haben die Zeichen der Zeit verstanden und bilden auch wieder ihren eigenen Nachwuchs aus. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Fachkräftesicherung der jeweiligen Branche, für die Zukunft junger Menschen und nicht zuletzt auch für die Wettbewerbsfähigkeit unserer gesamten Region.

Weil aber Bildung und Qualifizierung nicht nur von Bedeutung sind für die Wirtschaftskraft und Innovationsfähigkeit, sondern für jeden Einzelnen, braucht vor allem die Jugend Perspektiven. In Ausbildung investieren heißt darum in erster Linie in die Zukunft investieren.

Es freut mich sehr, dass allein 270 Betriebe im Bereich Metall und Elektro, die in der Stadt und der Region Regensburg angesiedelt sind, Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen.

Ihnen allen danke ich für ihre Bereitschaft, jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen und für ihren vorbildlichen Einsatz bei der Ausbildung danke ich heute insbesondere den anwesenden Repräsentanten der Betriebe, die für den Ausbilderpreis 2008 der Stadt Regensburg nominiert sind.
Ich bitte Sie und alle anderen Betriebe, die ausbilden, eindringlich, dies auf hohem Niveau auch weiterhin zu tun; im Interesse unserer Jugend, aber auch in Ihrem eigenen, denn „Ausbildung“ ist ein hervorragendes Beispiel für eine echte „Win-win-Strategie“ wobei hier, meine sehr geehrten Damen und Herren, besonders gilt: „Qualität sichert Zukunft“.

Wir haben diesen Leitspruch für unseren Ausbilderpreis u.a. auch deshalb gewählt, weil „Qualität“ eigentlich ein anderes Wort ist für Werte.

Nur was wertvoll ist, lohnt auch, in die Zukunft mitgenommen, beachtet und bewahrt zu werden. Dies trifft auf eine Ausbildung ebenso zu wie auf ein Produkt oder eine Dienstleistung.

Auf die betriebliche Praxis übertragen bedeutet dies: Kunden wollen mit dem Erwerb einer Sache oder einer Dienstleistung etwas für ihr Leben gewinnen, was für sie einen erkennbaren und überzeugenden Wert darstellt. Gleiches, so meine ich, gilt auch für die Auszubildenden, für die ihre „Lehrzeit“ ebenfalls von erkennbarem Wert sein muss.

Ein erkennbarer Wert und damit „Qualität“ schafft Vertrauen, schafft eine tiefere Beziehung und eine längerfristige Bindung an einen Betrieb sowohl bei Kunden als auch bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Kurz gesagt: Qualität sichert Arbeitsplätze, setzt Motivation frei und erhöht die Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

Und noch kürzer gesagt: „Qualität sichert Zukunft.”

Um in einer Zeit des globalen Wettbewerbs bestehen zu können, ist beste Qualität in allen Bereichen und auf allen Ebenen dringend notwendig. Unsere Jugend braucht dafür aber sowohl optimale Bedingungen in den Schulen wie auch in der dualen Berufsausbildung und im Hochschulbereich und - wie bereits gesagt - Perspektiven.

Deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist es aus meiner Sicht wichtig, nicht nur Ausbildungsplätze bereit zu stellen, sondern Ausbildung auch in eine dauerhafte Beschäftigung einmünden zu lassen. Ein Kriterium für unseren Ausbilderpreis war darum auch die sog. Übernahmequote nach der Ausbildung. Auszubildende, die von vornherein wissen, dass keine Aussicht auf eine feste Anstellung besteht, werden sich möglicherweise nicht mit dem gleichen Engagement einbringen wie solche, denen man eine entsprechende Perspektive bieten kann.

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter prägt jedoch den Erfolg eines Unternehmens wesentlich mit. Nach einer Umfrage der Zeitschrift „Impulse“ setzen in Krisenzeiten 48 Prozent der Firmen mit niedrigem Erfolg den Rotstift immer noch bei den Mitarbeitern an, während dies bei den erfolgreichen lediglich 21 Prozent tun. Erfolgreiche Unternehmen fördern zudem die einzelnen Talente der Mitarbeiter bereits während der Ausbildung und nutzen sie für das Unternehmen.

Von den derzeit 270 Firmen, deren Auszubildende in diesem Schuljahr an unserer Städt. Berufsschule I unterrichtet werden, sind zehn für den „Ausbilderpreis 2008“ nominiert und dies deshalb, weil sie sich um ihren „Nachwuchs“ besonders bemühen. Ich gratuliere den heute anwesenden Repräsentanten dieser Betriebe jetzt schon ganz herzlich zu diesem Erfolg, denn sie haben bei den Bewertungen die meisten „Punkte“ gesammelt.

Und da mindestens zwei der positiven Beurteilungen nicht von ihnen selbst kommen konnten, sind Sie alle - um es kurz zu sagen - „Spitze“.

Gleichwohl erhalten nur vier von der Jury benannte „Spitzenreiter“, und zwar je zwei aus der Industrie und zwei aus dem Handwerk, neben einer Urkunde auch unsere „Yin und Yang Trophäe“, denn wie bei der Verleihung des Medienpreises dieser Tage in Offenburg, kann nicht jeder Nominierte auch tatsächlich einen „Bambi“ mit nach Hause nehmen.

Das Yin und Yang Symbol steht nach der chinesischen Philosophie für das Erreichen von Zielen, soll aber in unserem Falle auch die notwendige Harmonie und das geglückte Zusammenwirken der dualen Partner darstellen.
Wir dürfen gespannt sein.

Zum Schluss danke ich nochmals allen Akteuren für ihre Mitwirkung, besonders auch dem Trio „Ast“ der music academy Regensburg für die swingende musikalische Umrahmung und wünsche der weiteren Veranstaltung nun einen guten Verlauf.