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Elite Akademie Bayern

 -Es gilt das gesprochene Wort-

Rede anlässlich des Sommerfestes der Elite Akademie von Oberbürgermeister Hans Schaidinger am 21. Juli 2007 im Historischen Reichssaal

„Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.“

Dieser Ausspruch stammt nicht von mir, sondern von Johann Wolfgang Goethe, einem der bedeutendsten Schriftsteller unserer Zeit. Ich denke diese Aussage trifft sehr gut auf die Idee der Eliteakademie Bayern zu, eine Hochschulausbildung nicht nur auf theoretischem Wissen zu gründen, sondern besonderen Wert auf praxisorientierte und vielseitige Lehre zu legen.

Für die Stadt und für mich ist es eine Ehre, dass Sie ihr Sommerfest dieses Jahr in Regensburg abhalten. Es freut mich daher ganz besonders, Sie hier im Historischen Reichssaal des Alten Rathauses willkommen zu heißen.
Die Elite Akademie Bayern steht für  eine neue Qualität bei Führungskräften. Ihr Leitsatz „verantwortungsbewusst zu entscheiden und interdisziplinär zu denken“ wird heute in vielen Bereichen des Berufslebens als unabdingbar angesehen. Sogenannte „soft skills“, also

  • Disziplin
  • Höflichkeit
  • Motivation oder
  • Selbstständigkeit

spielen eine bedeutende Rolle.

Motivierte junge Leute erhalten deshalb von der Akademie eine fundierte Ausbildung in den verschiedensten Bereichen – die Themen reichen von Ethik über Globalisierung bis hin zur Unternehmensführung, um nur einige Beispiele zu nennen.

Ihre praxisorientierten Projekte, Praktika im In- und Ausland sowie Workshops werden Ihnen helfen, schnell im Berufsleben Fuß zu fassen.

Aber auch für eine Stadt, eine Region ist es ihrerseits natürlich ein besonderer Vorteil, so exzellent ausgebildete Leute zur Verfügung zu haben. Sie, liebe Studenten und Studentinnen sind es, die einer Region zum Erfolg verhelfen können. Regensburg kann aber umgekehrt auch für Sie die Plattform zu einer erfolgreichen Karriere werden.

Einige von Ihnen sind ja aus der Region oder studieren an der Universität Regensburg. Ihnen brauche ich ja nichts über die Qualitäten Regensburgs erzählen.

  • Mit mehr als 150 000 Einwohnern ist Regensburg heute das Zentrum Ostbayerns.
  • An den drei Hochschulen studieren rund 24 000 junge Menschen.
  • Zudem ist Regensburg ein prosperierendes Wirtschaftszentrum, mit international operierenden Firmen.

Regensburg boomt. Das ist nicht zuletzt der Entwicklung der innovativen Technologien in der Stadt und ihrer Umgebung zu verdanken.
Gerade das Nebeneinander von Universität und Industrie macht den wirtschaftlichen Erfolg Regensburgs aus. Nicht selten bleiben unsere Studenten der Stadt treu, werden selbst Existenzgründer oder steigen als junge, hochqualifizierte Arbeitnehmer in eines unserer ortsansässigen, weltweit führenden Unternehmen ein. BMW, Infineon, Siemens oder die Maschinenfabrik Reinhausen sind nur einige Beispiele.

Dazu kommt der BioPark am Gelände der Universität. Mit rund 30 ansässigen Firmen macht er Regensburg nach München zum bedeutendsten Zentrum der Biotechnologie.

Dass Regensburg zur wirtschaftlichen Elite in Deutschland gehört, unterstreicht das Ergebnis der angesehenen Prognos-Studie 2007. 439 Städte und Landkreise wurden dort auf ihre wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit hin bewertet. Ich bin stolz, dass Regensburg dabei einen hervorragenden fünften Platz erreichen konnte.

Sie sehen also, für jeden von Ihnen, die Sie ja aus den unterschiedlichsten Studienrichtungen kommen, kann Regensburg eine Basis für die Zukunft bilden.

So vielfältig wie ihre Studiengänge, so vielfältig präsentiert sich auch Regensburg.

„Regensburg ist alt und jung zugleich“, wusste bereits der Mönch Otloh von Sankt Emmeram im Jahr 1050.

Er spannt den Bogen von den Anfängen des einstigen römischen Legionslagers Castra Regina zu dem bedeutenden Standort von Wissenschaft und Wirtschaft, zu dem Regensburg sich in den letzten Jahren erfolgreich entwickelt hat.

Schon im 13. und 14. Jahrhundert war unsere Stadt Dreh- und Angelpunkt des europäischen Fernhandels. Die Handelsbeziehungen der Kaufleute reichten von Oberitalien bis Skandinavien, von Kiew bis Byzanz und England.
Zu dieser Zeit erreichte Regensburg seinen wirtschaftlichen Höhepunkt, wurde von Geschichtsschreibern als die volksreichste und mächtigste Stadt Deutschlands beschrieben.

Vom Reichtum der Kaufleute zeugen noch heute die großen Geschlechtertürme, zu deren Bau die Händler auf Ihren Reisen nach Italien angeregt wurden.

Im politischen Sektor erlangte Regensburg vor allem im 17. und 18. Jahrhundert Berühmtheit. Von 1663 bis 1806 tagte hier, im Historischen Reichssaal, in dem wir uns gerade befinden, der Immerwährende Reichstag. Der Kaiser, seine ständigen Vertreter, und Gesandte aus Europa entschieden hier über Wohl und Wehe des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Wichtige Gäste gingen im Rathaus ein und aus – und sehen Sie sich um: das ist auch heute noch so!

Es ist natürlich nicht verwunderlich, dass auch diese Atmosphäre Regensburg zu einem Anziehungspunkt für Gelehrte und Forscher machte:

  • Der Theologe und Philosoph Albertus Magnus verbrachte vier Jahre als Bischof in Regensburg
  • Friedrich Johannes Kepler, Mathematiker und Astronom, wirkte im 17. Jahrhundert einige Male in unserer Domstadt

Dies sollen aber nur zwei Beispiele von bekannten Persönlichkeiten in Regensburg sein.

Weniger bekannt ist allerdings, dass schon im Jahre 1487 Herzog Albrecht IV. von Bayern gemeinsam mit dem Rat der Stadt Regensburg eine Petition beim Papst einbrachte, mit der die Gründung einer Universität zu Regensburg erwirkt werden sollte.

Der Papst stimmte diesen Gründungsplänen zwar zu, gab allerdings das Schottenkloster nicht frei, welches nach den Vorstellungen der Planer die Universität aufnehmen sollte. Letztendlich misslang das Vorhaben dann.

Im Laufe des dreißigjährigen Krieges wurde dieser Gedanke wieder aufgegriffen, in Regensburg eine Universität zu gründen. Diesmal sollte es allerdings eine evangelische sein. Auch dieser Gedanke scheiterte.

Und Anfang des 19. Jahrhunderts gab es einen erneuten Anlauf. Diesmal machte uns schließlich der Bayerische König erneut einen Strich durch die Rechnung.

Erst 1962 sollte es glücken. Gott sei Dank!

Heute ist Regensburg wieder eine Stadt der Wissenschaft, Forschung und Lehre, eine Universitätsstadt mit eigenem Profil und internationaler Reputation.

Dass Sie, die Studenten der Elite Akademie Bayern, heuer Ihr Sommerfest in Regensburg feiern, unterstreicht für mich diese Bedeutung.

Und wenn ich mir Sie, ihre Leistungen, ihre fundierte Ausbildung so anschaue, muss ich Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten, Recht geben, wenn er sagte: „ Die Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.“

Ich hoffe natürlich, dass Sie neben ihren Festivitäten Zeit finden, Regensburg ein bisschen näher kennenzulernen.

Genießen Sie einen Spaziergang durch die 2000 jährige Altstadt, schlendern Sie über die Steinerne Brücke, die sich bereits seit über 850 Jahren über die Donau schwingt.

Zur Entspannung laden die zahlreichen Restaurants, Cafes und Bars ein. Auch eine Bratwurstsemmel aus der Wurstkuchl, der wohl ältesten Wurstbraterei der Welt, ist sehr zu empfehlen – ich spreche aus Erfahrung!

Genießen Sie also die sprichwörtliche Regensburger Gastfreundschaft und behalten Sie unsere Stadt in guter Erinnerung.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft und Erfolg für die Zukunft

- und natürlich einen entspannten und fröhlichen Verlauf Ihrer Feierlichkeiten!